Hour of Glory 2024 - ToH Day 6

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Hour of Glory 2024 - ToH Day 6

#1

Beitragvon IDK Ryu Bateson » So 28. Apr 2024, 22:22

WFW war zu Gast in Kopenhagen und das mit einem PPV der seltsamen Art – 19 Matches sollte es geben, davon 16 im Rahmen der 1:1 Bracket des Temptation Tourney im Rahmen des großen Tournament of Honor der Damen und noch dazu drei Matches der Herren. Damit war dies der erste PPV seit ewigen Zeiten, bei dem keiner der drei Damentitel von WFW verteidigt werden würde obwohl 16 der 19 Matches des Abends Frauenkämpfe sein würden. Es konnte aber sehr wohl zu einem Match um den Developmental Title von Next Level Wrestling kommen, so denn Titelträgerin Sumire Akiyama gegen eine andere Frau aus dem Developmental Bereich gelost werden würde. Genau das war das Stichwort – Auslosung. Die Matches des Damenturniers wurden bekanntermaßen allesamt ausgelost und heute war keine Ausnahme dieser Regel – daher war zwar klar wer heute antreten würde, in welchen Konstellationen hingegen, das war offen. Fix waren nur die drei Matches um die Männertitel, die allesamt keine Einzelmatches werden würden, auch wenn es um die Einzeltitel ging. Besonders im Fokus war naturgemäß der Main Event, der ein großer Teamkampf unter Wargames Regeln um den Undisputed Title sein würde. Chrysaor hatte sich ein Titelmatch verdient, doch statt einem Einzelkampf gab es das große Spektakel im Stahlkäfig – Einzelkämpfe gab es durch das Turnier schon reichlich auf der Card, kein Wunder also, dass man für den Main Event ein anderes Format seitens des Office bevorzugte. Chrysaor dürfte seine eigenen Gründe haben diese Matchart zu präferieren, die er sicherlich auch noch im Vorfeld äußern würde. Das Match um den German Title wiederum war als 3 Way angesetzt, bei dem drei ehemalige Weggefährten aufeinandertreffen würden. Zunächst aber ging es los mit dem Damenturnier, weswegen zunächst ein Blick auf die Liste derer geworfen wurde, die hier und heute antreten würden.


Loskugel der 1:1 Bilanzierten im Temptation Tourney

„Prefossor Pestilence“ Airi Hizuki
Angela R. Avallonis
Aspara Utsutsuruya
Aurora MacMeow
Caitlin Carat
Chelsea Green
„Astarte“ Cleo Clearfail
Dominique Rouge
„The Elven Crone“ Elin Montero
Fuuka Sagara
Hibari Inaba
Jillian Hall
Karla Funkel die Große
Kasumi Kanesada
„Gamer Goddess“ Kirari Amahoshi
Kiriha Kagemitsu
„Nereid“ Luka Aquazura
Mirai Saitou
Miu Mitsurugi
Queen Violet
„Super Sexy Spanish Sorceress“ Regina Reyes
Roselia Rosenberg
Ruri Hiiragi
„Shinigami“ Ryobi Makino
Sharon Airfield
Sieglinde Grimm
Sofiya Țepeș
„The Illustrious“ Sumire Akiyama {Next Level Wrestling Champion}
Suzu Tendou
Taya Valkyrie
Taylor Wilde
Volumina Siren


Damit war es genug des Vorspiels, Zeit für den ersten Einzug einer Wrestlerin und zwar für Aspara Utsutsuruya von der Asian Shirt Squad, die zu Hort of the Green auftrat und natürlich von ihren Kameradinnen begleitet wurde. Alleine in adretter Pose den ins Hemd gehüllten Luxusbody und das grandiose Haupthaar vorzeigen war schön und sehr gut, aber zusammen war es noch besser, klar. Obendrein war dieser sechsfache Auftritt natürlich ideal, um direkt die Stimmung nach oben zu kurbeln, nicht dass das nötig gewesen wäre.
Da Aspara bis zum Grandslam XVIII Temptation Champion gewesen war, hatte dieses Match dann auch einen Hauch von Titelkampf, wo doch die tatsächliche Titelträgerin schon nicht auf dem heutigen Programm stand.
Als Gegnerin erschien Ruri Hiiragi auf der Bildfläche, die seit der Auflösung von Glorious Bliss allein unterwegs, aber auf der Suche nach einer neuen Gruppierung mit würdiger Führung war. Die kleine, stoische Person mit den blauen Twintails und lila Haarspitzen kam zu Stone Tower in die Arena marschiert und das zunächst ziemlich banal, bis die Asian Shirt Squad sie dazu animierten doch auch ein paar Vorzugsposen zu zeigen und dabei vielleicht sogar zu lächeln. Ruri sah die Sechs zunächst etwas ungläubig an, machte es dann aber und bekam dafür sogar etwas Sonderapplaus.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (1/16)
Aspara Utsutsuruya vs. Ruri Hiiragi


Ruri dankte artig für den Tipp, machte es Aspara deswegen aber nicht leichter. Mit einer Mischung aus schmerzhafter Technik und einer gesunden Portion Härte setzte sie der Kurzzeit-Titelträgerin ordentlich zu, aber Aspara war nicht gerade wehleidig und ließ sich nicht aus ihrem Konzept bringen, das ebenfalls auf Technik basierte, allerdings Mattenwrestling stand Standtechniken. Und weil Aspara es erfolgreich schaffte das Geschehen auf die Matte zu verlagern, entwickelte sich das Match zu ihren Gunsten, was schließlich im erfolgreichen Ansatz zum Thao Cloverleaf in der Mitte des Rings kulminierte. Ruri hatte dann keine andere Option mehr als abzuklopfen.


Für das zweite Match des Abends erklang nun Hot Mess, was den Auftritt von Chelsea Green bedeutete. Die Kanadierin war technisch gesehen bei WFW als Developmental Talent unter Vertrag, obgleich sie im US Mainstream den Sprung ins Hauptprogramm bereits erfolgreich vollzogen hatte. Das wollte sie nun hier wiederholen, wofür eine positive Turnierbilanz von Vorteil war.
Chelseas japanische Kontrahentin Hibari Inaba kam kurz darauf zu Forgotten Cave zum Ring gehoppelt und gab sich natürlich wieder extra süß und unbedarft. Aber wer WFW schon länger verfolgte, wusste, dass dies pure Fassade war und die höchst kurvige Frau mit dem Hasenohrenhaarband im rosa Haupthaar es faustdick hinter den Löffeln hatte und in Sachen Spurtangriffe und Körperkraft sehr, sehr gefährlich war.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (2/16)
Chelsea Green vs. Hibari Inaba


Chelseas größte Chance gegen die Anführerin von The Ambitious war es also auf Technik zu setzen und das funktionierte zunächst auch ganz gut, zumindest bis Hibari sie zu packen bekam und per Giant Swing herumschleuderte. Einen Rear View direkt ins Cover später war es dann auch schon vorbei, das Cover ging bis drei und Hibari war bemüht so zu tun als ob ihr plötzlicher Sieg sie überrascht hätte und Glück gewesen sei.


Für den nächsten Einzelkampf kam nun die Sorority of Light zu Arcadian Heaven zum Ring, ihre Einzelkämpferin Mirai Saitou natürlich nicht allein zum Ring kommen lassend. Was nichts damit zu tun hatte Spotlight von ihr wegnehmen zu wollen oder ihr das alleinige Spotlight nicht zu gönnen, sondern weil ihre Bindung zueinander viel zu eng war, als dass sie voneinander getrennt sein wollten, wenn sie es nicht mussten. Die kleine Japanerin war zudem der blond gelockten Stableanführerin Charlotte van Luminis im Besonderen zugeneigt und diese Ringside zu wissen war zweifellos ein sehr motivierender Faktor – obgleich er auch Druck erzeugte sie nicht enttäuschen zu wollen.
Hornet Blast folgte musikalisch und mit dem Theme folgte eine weißblonde Frau mit leicht psychotischen, roten Augen und einem sehr kurvigen Körper mit extra großer Oberweite, über die nicht viel bekannt war außer ihrem Namen: Sharon Airfield. In ihren bisherigen Matches hatte Sharon einen ziemlich gnadenlosen Stil an den Tag gelegt, zumindest das durfte also erwartet werden und sorgte bei Mirai für ein angespanntes Durchatmen, nicht zuletzt weil Sharon mit über 1,70 Körpergröße zwar auch nicht riesig, aber eben doch deutlich größer als Mirai war.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (3/16)
Mirai Saitou vs. Sharon Airfield


Mirai versuchte naturgemäß ihre Schnelligkeit auszuspielen und mit vielen, überfallartigen Vorstößen nach und nach ihre Gegnerin mürbe zu machen oder zu Fehlern zu verleiten. Das funktionierte aber eher schlecht als recht, Sharon steckte die vielen kleinen Kicks und Forearms ein ohne groß auf diese zu reagieren. Dieses No-Selling konnte natürlich Fassade sein, aber wahrscheinlicher war, dass Sharon seichte Treffer dieser Art tatsächlich nicht weiter juckten.Mirai musste also umdenken, da mit dieser Matchtaktik nur ihre eigene Kondition aufgebraucht wurde als die Reserven ihrer Gegnerin.
Doch Aktionen mit mehr Durchschlagskraft zu versuchen war natürlich mit einem höheren Risiko verbunden geblockt oder ausgekontert zu werden und genauso kam es dann auch: der Versuch eines Saito Suplex wurde per Hip Toss gekontert, Rough Ryder hinterher und das wäre es schon fast gewesen zu Gunsten von Sharon. Airfield setzte nach, Stomps, Elbow Drops und schließlich ein halber Boston, bei dem sich Mirai nur mit Mühe in die Seile retten konnte. Sharon ließ sich davon aber nicht beirren, sondern blieb im Vorwärtsgang, nahm Mirai hoch zum Airplane Spin, aus dem kam Mirai aber raus und setzte sofort zu ihrem Lightning Dragon Suplex an – der wurde jedoch geblockt, Sharon wirbelte herum und versuchte einen Clothesline, aber Mirai konterte die Aktion gekonnt in die Lightning Spiral und diese reichte ihr knapp zum erfolgreichen 3 Count! Wahrlich ein blitzgescheiter Konter, der richtig eingeschlagen hatte.


Backstage war nun Bobby Roode zum Interview bei Todd Grisham und erklärte, dass er durchaus beabsichtige seine WFW Karriere als aktiver Wrestler fortzusetzen, er jedoch seinem Körper erst einmal etwas Zeit geben wolle, um zu sich von den Blessuren seiner intensiven Karriere zu erholen. Allerdings werde er deswegen nicht untätig, sondern beabsichtige sich als Trainer und Mentor zu betätigen, ähnlich wie sein nunmehr ehemaliger Tag Team Partner Claudio Castagnoli es beabsichtige. Wer also lernen wolle, wie man wahrhaft „Glorious“ sei, möge an ihn herantreten, egal ob schon bei WFW im Main Roster, Developmental Talent oder Rookie frisch aus der Wrestlingschule. Er verspreche jedoch nicht alles und jede als Schützling zu akzeptieren, sondern nur jene, in denen er den Funken des Glorreichen spüre.


Ruins ertönte nun und das bedeutete den Auftritt mehrerer Mumien, die entweder Breakdancing betrieben oder einen großen, güldenen Sarkophag schleppten. Aus diesem entstieg die ägyptische Göttin Astarte, bürgerlicher Name Cleo Clearfail, um nun ihr Match zu bestreiten.
Dieses sollte gegen eine andere Frau stattfinden, die keine Normalsterbliche war, die Lostrommel rief nämlich Vampirprizessin Sofiya Țepeș auf sich zum Ring zu begeben und die blasse Schönheit mit der exorbitanten Haarpracht erschien auch folgerichtig zu Țepeș' Magic Library, obgleich ihre Haarpracht farblich auffällig verändert wirkte.Es war sehr viel mehr Lila im Grün als zuvor, für einen interessanten Farbeffekt, besonders in Verbindung mit ihren melancholischen, tiefroten Augen, die dank ihres dichten Ponys den Anfang des Gesichts darstellten und somit in Sachen Blickfang noch mehr bestärkt wurden, so man denn den Blick von ihrem Haar abwenden konnte, das zu einem aus mehreren Haarknoten bestehenden Zopf gestylt war.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (4/16)
„Astarte“ Cleo Clearfail vs. Sofiya Țepeș


Beide Frauen mochten eine bedächtige Vorgehensweise und so dauerte es ein bisschen, bis das Match Fahrt aufnahm und sich beide an gefährlicheren Aktionen versuchten. Beide waren jedoch wachsam und so konnte Sofiya dem Cobra Clutch der ägyptischen Göttin ebenso entgehen wie es Astarte gelang den Ansatz zum Bloody Sunday in einen Northern Lights Suplex zu kontern, der ihr allerdings nur einen 2 Count statt dem Sieg einbrachte.
Nachdem Astarte einen Piledriver durchziehen konnte, sah es allerdings gut für sie aus. Zwar gab es einen Kick Out, aber Sofiya schien ihr angeschlagen genug, um per Mummification nachsetzen und das Match so entscheiden zu können. Das war aber ein fataler Irrtum. Sofiya hatte kein Bedürfnis vom Vampir zur Mumie zu werden, konnte sich aus der Aktion herauswinden und per Dragon Suplex in die Brücke kontern. Das Cover ging bis drei und was gerade eben noch gut aussah für Astarte war plötzlich eine Niederlage. Sofiya wiederum nahm ihren Erfolg halbwegs erleichtert lächelnd zur Kenntnis, die Developmental Goddess war die erwartet undankbare Aufgabe gewesen, aber das 2:1 war dennoch geschafft.


Für das nächste Match wurde nun Wera Loca laut, ein Theme, der im WFW TV neu war und doch keiner Erklärung bedurfte, da Taya Valkyrie natürlich wohlbekannt war und somit auch ihr Spitzname, der diesem Theme Song seinen Namen gab. Die Walküre, die seit der Auflösung von Glorious Bliss ohne Stabe und nur dank Ehegatte John Morrison nicht komplett ohne Rückhalt war, kam ziemlich großspurig zum Ring, an Selbstbewusstsein mangelte es ihr nicht, sehr wohl aber an mehreren Erfolgen am Stück. Gefühlt folgte auf jeden Sieg prompt eine Niederlage oder sogar derer zwei.
Allerdings war auch Tayas Gegnerin nicht vom Erfolg verfolgt. Die zu The Four Seasons auftretende Queen Violet war vielmehr eine Meisterin darin grandiose Pläne zu verfolgen, die allzu oft schiefgingen, nicht zuletzt weil sie eine große Aversion dagegen hatte sich Mühe zu geben. Aber da sie offenbar jede Menge Geld hatte und sich jede Menge Fehlinvestitionen leisten konnte, war ihre Trägheit nicht weiter verwunderlich. Auch hier und jetzt ging sie nicht zum Ring, sondern ließ sich von ihren Eunuchen auf einer Sänfte zu diesem tragen.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (5/16)
Taya Valkyrie vs. Queen Violet


Die Königin, die bei allen charakterlichen Mängeln neuesten Erkenntnissen nach zumindest wohl doch keine Rassistin war und ihrer schwarze Halbschwester Volumina Siren aus anderen, nicht näher deklarierten Gründen antagonistisch gegenüberstand, versuchte es sich ganz einfach zu machen und wedelte Taya mit ein paar Geldscheinen entgegen.
Die Geste war klar, Taya sollte sich hier hinlegen und dafür abkassieren. Eine deftige Ohrfeige später wurde Queen Violet jedoch klar, dass daraus nichts werden würde und ob dieser schmachvollen Watschen gab es von Queen Violet sogar kurzfristig so etwas wie eine echte Offensive. Aber nach rund einer Minute war diese auch schon wieder zuende, viel zu anstrengend auf Dauer.
Wo sie eh gerade in der besseren Position war, wollte Queen Violet nun mit so wenig Einsatz wie möglich das Match erfolgreich beenden, aber kaum schaltete die Königin einen Gang zurück, schaltete die Walküre einen Gang hoch und verpasste Queen Violet erst die Berserker Boots und dann den doppelten Kniestoß in der Ringecke. Die Eunuchen liefen panisch umher und wollten irgendwie helfen, aber John Morrison stellte sich ihnen entgegen. Die Eunuchen waren aber in der Überzahl und konnten trotzdem einen Stuhl in den Ring schieben.
Dumm nur, dass der Stuhl an eine Stelle geschoben wurde, die weit weg von Queen Violet war. Aber Kompetenz war halt ein Fremdwort für das Gefolge der violetten Königin. So hatte Taya dann keine große Mühe mehr mit der Road to Valhalla nachzusetzen und ihren zweiten Sieg im dritten Turniermatch einzufahren.


Das erste Los für das nächste Match rief die blond gelockte hauptberufliche Interviewerin Roselia Rosenberg auf den Plan, die zu Crimson Canyon auftrat und auf dem Weg zum Ring von Taya konfrontiert wurde, die mit dem Jubel über ihren Sieg nun fertig aber eben noch nicht wieder gen Backstage verschwunden war. Grund genug für Taya sich vor Roselia aufzubauen und mit überlegenem Lächeln „viel Glück“ zu wünschen auch das 2:1 zu schaffen – beide Frauen verband seit geraumer Zeit eine Rivalität mit herzlich wenig Respekt füreinander, ein Einzelmatch der beiden hatte es aber bislang noch nicht gegeben, sehr wohl aber ein Mixed Intergender Tag Team Match beim Grandslam XVIII welches Roselia an der Seite von Will Ospreay gegen Taya und John Morrison gewann. Klar, dass dies primär Ospreay zugeschrieben wurde und der Zwist zwischen Roselia und Taya damit alles andere als beigelegt war, ganz im Gegenteil. Zu Handgreiflichkeiten kam es aber nicht, Taya wollte ja Roselia keine Ausrede liefern, so diese nun verlieren sollte.
Gegnerin der Lady in Red war die formvollendete Angela R. Avallonis, die zur gemütlichen Musik von Little Sweet Cafe auftrat und auch primär rot gekleidet war. Gut, dass ihr Haar zackig-zottelig war und einiges an Lila im Blond mit drin hatte, ansonsten hätte ein kleines bisschen Verwechslungsgefahr bestanden. Also abgesehen davon, dass Roselia zarter gebaut und ein paar Zentimeter kleiner als Angela war und obendrein Stiefel trug statt barfuß zu sein. Okay, war man ehrlich sahen sie doch sehr unterschiedlich aus. Die einzige echte Gemeinsamkeit war die Bilanz von 1:1, die eine von ihnen nun positiv gestalten würde und die andere naturgemäß nicht – Unentschieden waren nicht vorgesehen und würde es in diesem Turnier nicht geben.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (6/16)
Roselia Rosenberg vs. Angela R. Avallonis


Roselia und Angela legten gut los, primär mit Technik, aber auch dem einen oder anderen harten Chop, Kick oder Kniestoß. Beide wirkten sehr sicher in ihrer Vorgehensweise und nicht wie eine hauptberufliche Interviewerin und eine Rookie mit vielleicht zwei Jahren sporadischer Ringerfahrung. Aber vielleicht machte es Roselia ja einfach Spaß Interviewerin zu sein und Angela war ein Naturtalent. Und generell war es vielleicht auch gar nicht wichtig, warum sie jetzt ein richtig gutes Match abliefern konnten, sondern nur dass es so war. Für die Fans im Publikum war das auf jeden Fall das Wichtigste und so waren sie glatt etwas enttäuscht, als Roselia den Brionac genannten Springboard Spear von Angela in den Rose Plant konterte und damit das Match zu ihren Gunsten per Pinfall beendete. Den beiden hätten die Fans gern noch länger zugesehen.


Chrysaor war nun Backstage parat für ein Interview. Der Gewinner des Mixed Intergender Tag Team Turniers im Vorjahr prahlte damit, dass er der erste Mann in der Geschichte von WFW sei, der es geschafft habe in allen drei Tournament of Honor Wettbewerben, in denen man als Mann antreten konnte, siegreich gewesen zu sein und dass er dies Leuten wie Christian Cage und Chris Jericho vor der Nase weggeschnappt habe.
Der logische nächste Schritt sei es daher ihnen nun im Wargames Match auch noch eins auf die Nasen zu geben und sich den Undisputed Title zurückzuholen. Auf die Nachfrage, ob er mit der Matchart denn einverstanden sei, erklärte Chrysaor, dass ein gängiger Lehrerspruch sei, dass es keine dummen Frage gebe, diese hier jedoch nah dran sei. Wäre es für ihn nicht okay statt einem Einzelmatch um das Gold ein 4 gegen 4 im Käfig zu bestreiten, hätte er sich nicht drauf eingelassen. Da Christian aber ja eh nicht ohne die Hilfe von Brian Cage antrete, könne man auch direkt einen Teamkampf daraus machen und so zumindest zusätzliche Eingriffe von außen ausschließen. Abgesehen davon sei diese Art Match etwas, das er noch nicht gemacht habe, weswegen er Bock drauf habe, zumal er sich nicht um so nervige Dinge wie Disqualifikationen sorgen müsse. Im firmeninternen Duell der beiden Sportabteilungen der Camus Company habe er zudem das dringliche Bedürfnis die Überlegenheit seiner Seite zu demonstrieren, obgleich sein Team mit Hangman Adam Page einen firmenfremden Partner habe, weil halt nur drei Männer bei Celestial Camus übrig waren und es einen vierten Mann brauchte. Der Millennial Cowboy sei dafür aber die perfekte Ergänzung, da Adam eh ob seines Titelverlusts einen Groll gegen Christian hege. In der Zukunft werde es ganz sicher Chrysaor gegen Hangman um das Gold geben, heute aber sei ihr gemeinsames Ziel dafür zu sorgen, dass Christian ohne Gold aus Dänemark abreisen müsse.



German Championship Title Match
Zack Sabre jr. {C} vs. Doug Williams vs. Will Ospreay



Real Bone Master ertönte als Erstes, der Champ wollte nicht auf seinen Einzug warten, sondern ging voran. Der vor Selbstbewusstsein strotzende Techniker aus England war mittlerweile länger German Champion als alle anderen Champions vor ihm und das machte ihn nur noch selbstbewusster. Nicht zu verwechseln mit Egozentrik, ZSJ wusste einfach wie gut er war und war sehr darauf aus das gegen seine beiden Landsleute und früheren Teamgefährten einmal mehr zu beweisen.
Der zu Hellfire Mantle[url] folgende Doug Williams war seit geraum ... M]Elevated folgte, galt wiederum zwar als einer der besten Wrestler der Gegenwart, konnte bei WFW aber bisher noch kein Gold erringen, auch wenn er schon nah dran war. Das wollte er hier und jetzt ändern.

Naturgemäß ging es ziemlich rasant zu in diesem 3 Way, was in erster Linie an Will Ospreay lag, der die beiden Techniker nicht ihren Stil wrestlen lassen wollte. Doch dies komplett zu verhindern war natürlich unmöglich, besonders als Zack und Doug im Clinch waren und einander zu outwrestlen suchten. Gelegenheit für Ospreay sich zurückzuhalten und auf eine günstige Gelegenheit zu warten mit seiner Hidden Blade von hinten zu kommen – die gab es dann beim Versuch der Chaos Theory seitens Doug Williams, bei der Zack die Rolle jedoch durch ein durchrollen verlängerte. Will erwischte Doug voll, verfehlte aber durch das Durchrollen Zack. Eigentlich wollte er beide treffen. Das ermöglichte es Zack Sabre jr. Will per Penalt Kick aus dem Ring zu treten und anschließend den angeknockten Doug Williams in eine Art Triangle Choke zu packen. Ospreay kämpfte sich zurück auf den Apron und nahm Schwung, um per Springboard Aktion das Ganze zu unterbrechen, aber es war zu spät. Doug ging KO ehe Will abspringen konnte und der Referee brach das Match ab, womit die Siegesserie von Zack Sabre jr. als German Champion weiterging.


An Board der Piratenkaravelle Crimson Shark hatte Captain Ann ihre Meute an Board zitiert und wetterte los wie es hatte passieren können, dass man gegen die Developmental Talents von Blossom Gale hatte verlieren können. Wie der spätere Erfolg von Frost Moon bewies war das Trios Gold reif dafür eingesammelt zu werden, doch nun habe man die große Chance vertan und der Rest des Turniers sei quasi belanglos.
Navigatorin Ayu Himekawa warf ein, dass es im Turnier noch immer um Geld und Ehre gehen würde, der Name Tournament of Honor sei schließlich Programm. Piratenprinzessin Kairi Hojo pflichtete Ayu bei, dass die Piratenehre angeknackst sei und es daher im Turnier nach wie vor um sehr viel gehe, nämlich diese wiederherzustellen. Gold würde es im Wrestling immer zu plündern geben, aber Ehre sei etwas, das es zu bewahren gelte, denn sei diese einmal verloren sei es fast unmöglich diese wiederherzustellen.
Captain Ann schnaubte verächtlich, gab aber zu, dass die Argumente einleuchtend seien. Zumindest wenn man voraussetzte, dass es nach dieser Blamage noch Ehre gab, die man bewahren konnte. Unabhängig davon sei sie auf jeden Fall verdammt wütend und wer auch immer das Pech hatte das nächste Los zu sein, würde all diese Wut abbekommen, so viel sei mal sicher...



Weiter ging es nun wieder mit der 1:1 Bracket des Temptation Tourneys und für dieses machte sich nun Talkmeisterin Suzu Tendou zu Heart of Courage auf den Weg zum Ring. Die sympathische Japanerin mit dem tiefbraunen Pferdeschweif hatte es sich zum Ziel gesetzt zumindest ein Match im Turnier zu gewinnen und sich neue Ziele zu setzen, wenn ihr dies gelungen war. Diesen einen Sieg hatte sie nun bereits auf dem Konto, obgleich es nur ein Sieg gegen ein Developmental Talent gewesen war. Das neue Ziel musste also ein Sieg gegen jemand aus dem Main Roster sein.
Zu den Klängen von Danger erschien jedoch keine Frau aus dem Main Roster, sondern eine Frau mit Miko Look, die zu Turnierbeginn noch Freelancer gewesen war und erst seitdem einen Next Level Wrestling Vertrag erhalten hatte. Nichtsdestotrotz hatte Kiriha Kagemitsu in der ersten Turnierrunde Tessa Blanchard besiegen können, die Frau mit der zu grob gleichen Teilen weißen und lila Haarpracht war also alles andere als eine Gegnerin, die man nur nach ihrem Vertragsstatus bewerten sollte.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (7/16)
Suzu Tendou vs. Kiriha Kagemitsu


Beide Damen gingen mit Eifer ins Match und obgleich es technisch etwas unsauber war, konnte der beherzte Einsatz beider Frauen die Fans dennoch mitreißen. Die Schlusssequenz jedoch war ein Moment der technischen Finesse: als Kiriha aus dem Lauf einen Spinning Cutter versuchte, konterte Suzu diese Aktion kurzerhand in den Emerald Flowsion und dieser sorgte für das abrupte Ende zu ihren Gunsten. Grund genug für ein erleichtertes Lächeln, obgleich ihre 2:1 auch bedeutete, dass Suzu in der nächsten Runde eine schwierigere Aufgabe erhalten würde als es in der 1:2 Gruppe der Fall gewesen wäre und ihr Ziel einen Sieg gegen ein Main Roster Mitglied einzufahren entsprechend unwahrscheinlicher gestalten. Aber darüber machte sie sich gerade weder Sorgen noch sonstige Gedanken, dafür war sie viel zu erfreut über ihre nun zumindest für den moment positive Matchbilanz im Rahmen des Tournament of Honor.


Titanic Struggle kündigte für das nächste Match Volumina Siren an, die natürlich in Begleitung ihrer weißen Halbschwester Purpur zum Ring geschritten kam. Die Sirene war mittlerweile bereits einige Jahre im WFW TV zu sehen, doch nachhaltigen Erfolg konnte sie bisher nicht einfahren. Hier und jetzt ein Sieg wäre dafür ein wichtiger Schritt.
Die Gegnerin der lilamähnigen Schönheit mit den krassen Kurven war eine auch gut gebaute Elfe, mit heller Haut und tiefschwarzem Haar, die anders als Volumina Siren noch zu den absoluten Rookies zählte. Und dennoch war das zu Peruvian Palace auftretende Langohr namens Elin Montero den Fans seit ihrem letzten Match ein Begriff; in diesem nämlich bot sie Temptation Champion Miku Sendou lange Zeit die Stirn und beeindruckte die Fans obendrein dadurch, dass sie die als Black Arrow bekannte, höchst spektakuläre Flugaktion beherrschte.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (8/16)
Volumina Siren vs. „Elven Crone“ Elin Montero


War man ehrlich warteten die Fans in diesem Match nur auf eine Sache: dass Elin auf die Ringecke steigen und ihnen ihren Black Arrow vorführen würde. Doch die voluminöse Sirene blieb wieder und wieder nicht lange genug liegen – zumindest bis sie ihren Acid Drop versuchte, Elin die Frau aus Ghana jedoch von sich stoßen und per Orange Punch nachsetzen konnte. Davon war Volumina angeknockt genug, dass Elin nach oben klettern und ihren spektakulären Pfeil springen konnte. Danach erfolgte der erfolgreiche 3 Count und die schwarzmähnige Elfe hatte ihre Bilanz auf 2:1 gestellt, womit sie ihre starke Leistung gegen Miku Sendou bestätigen und eine gute Position für Vertragsverhandlungen schaffen konnte. Die standen nämlich nach diesem Match in Serafinas Büro an...


Im Ring wiederum stand das nächste Match an und für dieses machte sich nun die doppelt schwarz bezopfte Kasumi Kanesada zum Ring, mit einem leicht boshaft anmutenden Lächeln im Gesicht und zu den Klängen ihres Theme Songs, Dungeon. Kasumi war zwar noch relativ neu im WFW TV, aber kein unbeschriebenes Blatt – besonders bei ihren Schneefest Teilnahmen hatte sie mehrfach sportlich aufhorchen lassen. Auch wenn die Schneefeste natürlich in erster Linie spaßige Benefizveranstaltungen waren, galt es sie ernstzunehmen, so viel war klar.
Aber Kasumis Gegnerin nahm ohnehin alle Gegnerinnen ernst, weil sie selbst noch ein Developmental Talent war und obendrein ein Talent, das genau wusste, wie wichtig es war Erfahrung zu „grinden“ – „Gamer Goddess“ Kirari Amahoshi war mit ihren zwei mächtigen weißblonden Zöpfen das farbliche Kontrastprogramm zu Kasumi, musikalisch ging es mit Korobeiniki Type A hingegen trotz intensiveren Tönen in eine ähnliche Richtung: bedächtig, melodisch und doch bedrohlich.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (9/16)
Kasumi Kanesada vs. „Gamer Goddess“ Kirari Amahoshi


Kirari wollte technisch loslegen, aber Kasumi hatte andere Pläne und brachte von Beginn an ein gutes bisschen Härte ins Spiel und malträtierte Kirari mit manchen harten Punch, Kick, Chop, Kniestoß und sonstigen Strikes. Und wann immer Kasumi ihre Gegnerin am Boden hatte, visierte Kasumi Schwachstellen an: Knie, Handgelenke, einen verdrehten Ellbogen – es wurde sehr offensichtlich, dass Kasumi in Sachen praktischer Kampferfahrung ihrer Gegnerin haushoch überlegen war. Kiraris WFW Karriere mochte länger sein als die von Kasumi, aber in ihrem Leben vor WFW hatte Kasumi eindeutig gekämpft und war erfahren, während Kirari vor ihrer WFW Zeit nur in der Welt der Videospiele sportliche Wettkämpfe bestritten hatte.
Dies hätte in der Theorie zum letztlich klaren Sieg von Kasumi führen müssen, wenn denn Kasumi im sicheren Gefühl der Überlegenheit nicht ihr Tempo aufs Notwendigste gedrosselt hätte und sie nicht so viel Spaß daran gehabt hätte Kirari eine Lektion in Sachen Schmerz zu erteilen. Tatsächlich war Kasumi sogar ein wenig nachlässig bei ihren Submission Moves, mit denen sie gewinnen wollte. Denn anstatt sich auf eine Stelle zu konzentrieren und gezielt auf eine Aufgabe hinzuarbeiten, verdrehte sie mal sie Arme, versuchte dann eine Kneebar oder einen Abdonimal Stretch. Dieser Mangel an Fokus erlaubte es Kirari durchzuhalten – und es war nun auch nicht so, dass Kirari die ganze Zeit nur Prügel kassiert hätte, ab und an kam sie auch selber mit Aktionen durch. Die wirklich gefährlichen Moves blieben aber im Ansatz stecken. Zumindest, bis sie sich aus einem neuerlichen Abdonimal Stretch herauswinden und dann selber von hinten zupacken konnte: Game Changer! Kirari wollte darauf noch ihren GG no Re folgen lassen, aber als die Gamer Goddess ihre Gegnerin zu diesem anheben wollte, merkte Kirari, dass diese komplett schlapp war. Ergo coverte Kirari stattdessen einfach und das war auch gut so, denn das Cover ging bis 3 durch! Die erste wirklich gelungene Aktion mit Impact wurde zum OHKO, da hätte man jetzt auch bis Zehn durchzählen können. Dann jedoch kam Kasumi langsam wieder zu sich, eine Verletzung hatte sie nicht erlitten, das war die gute Nachricht für sie. Die gute Nachricht für Kirari hingegen war ihr Erfolg, dank dem sie in der nächsten Runde in der 2:1 Bracket antreten würde, wo diverse große Namen als Gegnerinnen möglich sein würden, um noch weiter an Erfahrung zu sammeln – und vielleicht mit einem weiteren Sieg einen Level aufzusteigen...


Von irgendwo Backstage meldete sich nun die Geschäftsführerin von Celestial Camus zu Wort, Celestine Camus, eine Hälfte der Tag Team Champions. Bei ihr waren ihre Tag Team Partnerin Leona Flanka sowie ihre gute Freundin Alissa D. Shana Albion, die Trios Titelträgerin, samt ihren beiden Partnerinnen.
Celestine erklärte, dass all dieses Gold natürlich nur eine Momentaufnahme sei, wie jede Titelregentschaft nur eine Momentaufnahme sei und doch sei es ein wunderbarer Moment, den sie sowohl genieße als auch so lange wie möglich auszukosten gedenke. Vor allem aber beweise diese Momentaufnahme, dass Celestial Camus auch ohne Haru Kanemura oder Terrific Ted zu großen Erfolgen fähig sei und dies sei keine Momentaufnahme, sondern Dauerzustand, weil sowohl Celestial Camus im Speziellen wie auch die Firma ihrer älteren Schwester Priscilla als Ganzes auf einem soliden Fundament gebaut seien, das dazu geschaffen sei Erschütterungen auszuhalten.
Besonders im Damenbereich sei man hervorragend aufgestellt, mit mehreren Wrestlerinnen und Teams für jeden der drei Titel, von denen man nun zwei habe.
In Sachen Männer sei man aktuell allerdings etwas dünn aufgestellt, weswegen man sich für den heutigen Abend mit „Hangman“ Adam Page verbündet habe. Langfristig gesehen benötige es jedoch einen fixen vierten Mann und das könne potentiell Dolph Zigglers Bruder sein, aber vielleicht auch jemand anderes, Bewerbungen nehme man auf jeden Fall entgegen...



Für das nächste Match wurde nun Crimson Cross laut, ein Theme Song, mit dem nicht viele etwas anfangen konnten, weil Fuuka Sagara ein ziemlich unbeschriebenes Blatt im WFW TV war, die im Hauptprogramm erst wenige Szenen und Matches gehabt hatte. Eines dieser Matches war ihr Sieg gegen Mizuho Satake in Runde 2, der aber ehrlicherweise mehr an der desolaten Form von Mizuho gelegen hatte denn an der Stärke der brünett bezopften Fuuka.
Fuukas zu Together we Ride folgende Gegnerin war ein gutes bisschen bekannter, als Teil der Mindset Maiden war die weißmähnige Deutschasiatin nun schon länger im WFW TV zu sehen, obgleich ringerisch in erster Linie im Developmental Bereich. Dies war ergo ihr erstes PPV Match und da konnte man schon mal nervös sein. War sie aber nicht. Vielmehr war Karla sehr fokussiert und sich völlig im Klaren darüber, dass dieses Match gegen diese von der Papierform her absolut machbare Gegnerin ein ihre Karriere massiv beeinflussendes Match werden könnte.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (10/16)
Fuuka Sagara vs. Karla Funkel die Große


Beiden Frauen war gemein, dass sie dem Publikum bei weitem nicht so viel Beachtung schenkten, wie ihrer Gegnerin und obgleich dies für Kampfsport in der Regel die richtige Marschroute war, sollte man ihnen doch verdeutlichen, dass etwas Interaktion mit dem Publikum im Wrestling durchaus von Vorteil war. Denn wen die Fans erst einmal mochten, wollten sie auch regelmäßig sehen und dies bedeutete regelmäßige Bookings, unabhängig von Matchresultaten – obgleich Siege natürlich nie verkehrt waren, um den eigenen Ruf zu verbessern.
Auf ebendiesen waren beide voll konzentriert, wobei Fuukas Vorgehensweise leicht mit pure Gewalt beschrieben werden konnte oder alternativ als Klopperei ohne viel Finesse. Karla nahm die Härte ihrer Gegnerin an, ließ sich jedoch nicht von der eigenen Marschroute abbringen, die sehr wohl technische Finesse beinhaltete, sowie stete agile Bewegungen. Das sorgte für einen Konditionskampf: Fuuka verpulverte viel Energie für Schläge und Tritte, die danebengingen, während Karla viel Energie ins Ausweichen investieren musste. Letztlich setzte sich Karlas Plus an bedachter Matchführung dann durch und zwar nachdem Karla ihr Wōdāo gelang, nach dem der Pinfall nur noch Formsache war. Durchaus ein unter dem Strich souveräner Erfolg für Karla, die daher auch sehr zufrieden lächelte – eine seltene Gemütsregung bei ihr, die sie sich redlich verdient hatte.


Für das nächste Match wurde das Licht gedimmt und zu den Klängen von Assembly Line kam „Shinigami“ Ryobi Makino zum Ring, die jegliche düstere Atmosphäre, die ihr Auftritt eigentlich hätte haben müssen, damit zunichte machte, dass sie Switch spielend zum Ring kam und sich beklagte wegen der schlechten Beleuchtung Kirby nicht mehr richtig zu sehen. Positiv gedacht war die doppelt braun bezopfte Führerin der Seelen gen Jenseits darauf aus keine wertvolle Sekunde zu vergeuden.
Was bei Ryobi ausgeblieben war, gab es dafür nun beim Auftritt von Miu Mitsurugi, deren Theme Song Killing unweigerlich für eine angespannte, nervöse Atmosphäre sorgte. Die grünäugige Schwertkämpferin mit der rosa Zottelmähne war ihrerseits auch nicht bester Stimmung: diese eine Niederlage auf dem Konto, die ihr die rotmähnige Riesin Ingrid Anna Klang zugefügt hatte, war für die frühere Titelträgerin und Turniersiegerin ein nicht vorhergesehener Rückschlag gewesen. Und obgleich Miu kein großes Ego hatte, mochte sie Niederlagen ganz und gar nicht, da Niederlagen ein Zeichen von Schwäche waren und schwach wollte Miu nun wirklich nicht sein.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (11/16)
„Shinigami“ Ryobi Makino vs. Miu Mitsurugi


Ryobi bedeutete Miu noch einen Moment geduldig zu sein, es galt noch zu speichern und die Switch schön sicher bei Ringsprecherin Lilian Garcia in Verwahrung zu geben. Miu überlegte in ihrer bekannten, eicht soziopathischen Art, ob sie angreifen sollte, ließ es dann aber doch bleiben. Eine unaufmerksame Gegnerin anzugreifen war uninteressant für Miu und bei allen zwischenmenschlichen Mängeln war sie nun auch kein Arschloch und hatte ein Mindestmaß an gutem Benehmen, ergo war ihr nicht daran gelegen an einem Schaden Schuld zu sein, den es wirklich nicht geben brauchte. Konsolen sollten schließlich stets funktionstüchtig sein.
Lange benötigte Ryobi auch nicht, dann konnte das Match also endlich losgehen und die Wartezeit sollte sich für die Fans gelohnt haben, denn was nun folgte war ein sehr hartes, aber auch technisch hochwertiges Match, bei dem kein nennenswerter Qualitätsunterschied zwischen Miu und Ryobi zu sehen war. Beide wussten was sie taten und wie sie es zu tun hatten – Miu war natürlich seit Jahren kein Talent mehr sondern gestandene Wrestlerin und noch länger als das eine gestandene Kämpferin, aber auch die frühere Next Level Wrestling Titelträgerin war absolut auf einem Level oberhalb des Developmental Bereichs angekommen.
Was das Match zusätzlich befeuerte war Mius Unwillen jemals im Rückwärtsgang zu sein und Ryobis Hartnäckigkeit voll dagegen zu halten – Chop Battles gab es jedoch nicht. Zwei mal in Folge dieselbe Bewegung auszuführen war eine Einladung an die Gegnerin per Exploder, Dragon Suplex oder dergleichen zu kontern und beide waren nicht dumm genug derartige Fehler mehr als ein Mal zu begehen. Miu war allerdings sehr wohl dumm genug zu denken die Shinigami zermürben zu können und das sollte sich in der Schlussphase rächen. Hätte Miu nämlich bessere Cover gezeigt, sie hätte Ryobi nach dem Bloodshed Sweep vermutlich besiegt oder spätestens nach dem nachfolgenden Piledriver. Miu war es aber gewohnt, dass ihre Gegnerinnen früher oder später platt waren und einfach nicht mehr auskicken konnten, den Gefallen tat Ryobi ihr aber nicht. Zumindest nicht bei diesen Aktionen, es musste also der Crimson Rock Crusher her. Doch aus dem Ansatz zu diesem kam Ryobi heraus, umklammerte Mius Hals und konterte sogleich mit den Last Rites! Ihr Pumphandle DDT, der DDeathT, folgte und nach diesem der 3 Count! Einige Fans guckten verdutzt, andere waren komplett geschockt – auch wenn es ein Match auf Augenhöhe war, hatte doch niemand so wirklich damit gerechnet, dass Miu hier tatsächlich verlieren könnte, doch nun war es geschehen. Ryobi war die Gewinnerin, auch weil Miu sich zu sehr auf ihren Finisher verlassen hatte, anstatt Alternativen in Betracht zu ziehen. Aber das machte Ryobi nur erst recht zur besseren Frau an diesem Abend. Groß gejubelt wurde aber nicht, vielmehr wanderte Ryobis Blick rasch gen Switch, dieses Match war zwar ein Sieg, aber es hatte lange gedauert und sie viel zu lange von Kirby ferngehalten...


Während einige Fans immer noch damit beschäftigt waren Mius Niederlage kognitiv zu verarbeiten, gab es schon wieder neue Reize in Form der blonden Veteranin Jillian Hall und ihrer Singstimme von fragwürdiger Klasse. Sliced Bread wurde dann zur Freude vieler zeitig vom Theme der Gegnerin abgelöst: Light. Musikalisch ein Kontrastprogramm, aber von der Optik her gab es durchaus ein paar Ähnlichkeiten zwischen Jillian und ihrer Kontrahentin von den Fair Maidens namens Sieglinde Grimm: beide Frauen waren 1,68 groß, gut gebaut und blond, obgleich Sieglinde in erster Linie brünett war, aber ein guter Teil ihres beeindruckenden, voluminösen Zopfes und ihre Haarspitzen generell waren blonder Färbung. Sehr unterschiedlich hingegen war natürlich ihr Alter und ihr Erfahrungslevel: Jillian war eine Veteranin auf einer Art Abschiedstournee, Sieglinde hingegen war ein Developmental Talent und obgleich sie bei Next Level Wrestling bereits einige Matches gewonnen hatte, war Jillian Hall natürlich eine Messlatte, die höher hing als sie es gewohnt war. Dann wiederum hatte Sieglinde in Turnierrunde 1 gegen Taylor Wilde auch gut mithalten können, es wäre also auch falsch gewesen sie als aussichtslos unterlegen anzusehen.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (12/16)
Jillian Hall vs. Sieglinde Grimm


Aussichtslos unterlegen war Sieglinde auch nicht, in Sachen Physis war sie Jillian sogar in allen Belangen überlegen: etwas stärker, etwas agiler und selbst in Sachen Körperlichkeit war Sieglinde in allen Belangen über Jillian einzuordnen – abgesehen vom Brustumfang, aber das war nun kein Vorteil, auf dem Jillian einen Matchplan hätte drauf aufbauen können. Nein, Jillians Ziel musste es sein ihre Erfahrung und Cleverness auszuspielen und das gelang ihr auch ganz gut. Über weite Strecken gab Jillian den Ton an – zum Glück (?) ohne zu singen – doch wann immer Jillian eine ihrer Paradeaktionen zeigen wollte, war Sieglinde darauf vorbereitet. So dauerte das Match ein Weilchen an, bis Jillian ihren Full Nelson Bulldog durchziehen konnte. Dieser führte allerdings nicht zum Ende des Matches, Sieglinde bekam einen Fuß auf die Seile. Jillian wähnte ihre Kontrahentin jedoch angeknockt genug, um nun per 450 Splash nachsetzen zu können; dies erwies sich jedoch als gravierender Irrtum. Sieglinde kam rechtzeitig wieder hoch, fischte Jillian per Superplex von der Ringecke und setzte mit dem Implant Buster nach. Danach wurde das Cover gezählt und es ging bis drei durch – der Sieg für das Developmental Talent über die historische erste Titelträgerin der Damen. Grund für Verdruss war dies aber nicht, vielmehr war Jillian die erste Gratulantin für Sieglinde, dicht gefolgt vom Rest der Fair Maidens. Ein Resultat, das natürlich bestätigte, dass bei Jillian nach ihrer ersten Turnierniederlage gegen Mina Louise Stuart in der letzten Turnierrunde die Form ein bisschen gelitten hatte, aber auch eine Bestätigung von Sieglinde Grimms großem Talent, das nicht mehr weit weg davon war Können zu sein.


Die amtierende Temptation Titelträgerin Miku Sendou meldete sich nun zur Abwechslung mal wieder in ihrer Nebenrolle als Interviewerin zu Gast. Die Interviewte war sie aber selbst und wechselte je nach Bedarf die Position zwischen Interviewerin und Interviewten, ihre Mimik dabei anpassend, ob sie Fragenstellerin oder Champion war, ihre Stimme hingegen war die pure Deadpan Monotonie – mit voller Absicht, natürlich.
So wollte Miku von sich selber wissen, was sie von den kritischen Stimmen halte, die sie als schwache Titelträgerin ansahen, weil sie No Name Elin Montero nicht deutlicher besiegt habe. Miku antwortete sich darauf, dass es immer schwierig sei gegen unbeschriebene Blätter anzutreten und es eine Titelträgerin auszeichne auch solche undankbaren Matches zu meistern. Wichtig sei der Sieg und den habe sie eingefahren. Auf ihren zwischenzeitlichen Titelverlust an Aspara Utsutsuruya angesprochen erklärte Miku, dass es vermessen sei dauernd zu betonen wie viele wundervolle Frauen mit sportlichem Vermögen das Roster fülle und doch zu erwarten, dass man nicht als höher stehende Person auch mal gegen deutlich niedriger stehende Kontrahentinnen verliere.
Wo Quantität und Qualität Hand in Hand miteinander gehen würden, sei das normal, wie man auch am Titelverlust der Fellowship of Joy gegen Frost Moon sehe. Wichtig sei nur, dass Miku ihre Niederlage mit dem raschen Rückgewinn des Titels vergessen gemacht habe. Ihr Ziel sei es gewesen das Tournament of Honor 2023 zu gewinnen und den Grandslam XVIII als Champion abzuschließen und das habe sie getan – womit alle Schandmäuler eigentlich gestopft sein sollten.



Men's Tag Team Championship Title Match
The Hybrid Two (Angélico & Jack Evans) vs. Hispanic Heroes (Carlos Sera & Hector Fernández) {C}


So ein bisschen warteten zwar eigentlich alle auf die Genesung von Rey Fenix und die damit einhergehende Rückkehr der durch Verletzung entthronten Lucha Brothers, doch die zu den Klängen von Archangel auftretenden heutigen Herausforderer auf das Gold hatten in der Vergangenheit bereits die Erwartungen und Träume der Fans durch einen überraschenden Titelerfolg ad absurdum geführt: The Hybrid Two konnten damals die Fellowship of Joy bezwingen und ihnen das Gold entrissen – womit die Karriere von Val Venis endete, dessen Teampartner Simon Sinclair mittlerweile auch nicht mehr im WFW TV zugegen war. Hatte an zudem im Hinterkopf, dass das Shogunate of Doomination seit geraumer Zeit einen Negativlauf hatte, so war klar, dass der große, technisch versierte Schlacks aus Südafrika namens Angélico und der kleine Wirbelwind mit der großen Klappe aus den USA namens Jack Evans im Zweifelsfall auf den Support ihrer Stablekameradinnen bauen konnten, so die eigenen Fähigkeiten nicht ausreichend sein sollten, um die Champions zu entthronen.
Ebendiese folgten, musikalisch begleitet von Esperanza und physikalisch begleitet von ihrer Kameradin Regina Reyes, die heute auch noch früher oder später selber im Ring aktiv sein würde. Hier und jetzt begleitete die blonde Zauberin ihre beiden spanischen Heroes jedoch als moralische und zur Not tatkräftige Unterstützung zum Ring. Der extra muskulöse Hector Fernández und sein agilerer Partner Luis Sera konnten ob der satten sechs Damen Ringside auf Seiten der Hybrid Two Regina auch gut brauchen, konnte es doch von allen Seiten Eingriffe geben und da konnten sie noch so krasse Mannsbilder sein, Muckis schützten nur bedingt vor einem festgehaltenen Knöchel oder einem Stuhlschlag in den Rücken. Zumindest, wenn man von diesen überrascht wurde.

Zunächst aber blieb es fair und die im letzten Jahr von Developmental Talents zu den amtierenden Tag Team Champions aufgestiegenen Helden aus Spanien legten gut los, nicht zuletzt wegen einem eindeutigen Kraftvorteil, insbesondere von Hector. Jack Evans versuchte mit seiner Agilität dagegen zu halten, aber das gelang ihm eher schlecht als recht, sein chaotischer und mitunter besonders für ihn selbst sehr gefährlicher Highspot Stil hatte Jack über die Jahre etwas langsamer werden lassen und obgleich er Hector mit seinem Tempo durchaus einige Aktionen verpassen und gleichzeitig Hectors Zugriff gut entgehen konnte, brachte das nicht viel, weil Jack ob des gravierenden physikalischen Unterschieds jede Menge Treffer landen musste, damit der Muskelprotz überhaupt etwas davon spürte. Einfach nicht genug Geschwindigkeit in den Aktionen, um durch das Tempo statt durch Stärke Schaden zu erzeugen.
Gegen Carlos war Jack dann erst recht im Nachteil, denn der war zwar nicht so schnell wie Jack, aber schnell genug und vor allem viel präziser und technisch sauberer in seinen Vorstößen und Kontern. Angélico war besser darin mit seiner Größe und seiner Technik gegen Carlos zu agieren, hatte aber gewaltige Probleme mit Hector, der zur Not den Südafrikaner einfach per Deadlift von der Matte hob und in die Ringecke donnerte. Auf die Matte zwingen ließ Hector sich nicht und immer wenn Angélico ihn doch erfolgreich ködern konnte, hatte Hector genug Kraft, um sich in die Seile zu robben und die Griffe Angélicos zum Lösen zu zwingen, ehe diese wirklich gefährlich hätten werden können.
Kurzum: fair würde es nix werden, zumal die Hispanic Heroes jünger und konditionsstärker waren.
Es musste also geholfen werden, doch die Hispanic Heroes hielten sich von den Seilen meistens fern, außer wenn es darum ging Angélicos Holds zu entkommen. Ergo gab es nicht viele Gelegenheiten für die Frauen rund um Daimyō Hikari Oda, um aktiv zu werden. Hikari Oda wäre aber nicht Hikari Oda, wäre sie nicht in der Lage auf gegebene Situationen zu reagieren und spontane Lösungen zu finden. Wie etwa mehreren ihrer Kameradinnen aufzutragen Regina Reyes zu attackieren und so die Aufmerksamkeit auf dieses Scharmützel zu lenken. Doch als die selbsternannte Super Sexy Spanish Sorceress anfing ihrem Spitznamen alle Ehre zu machen und tatsächlich zu zaubern, da wichen die Damen des Shogunats zurück. Regina ließ nämlich zur Warnung einen Feuerball in ihre Richtung fliegen. Das hatten durchaus auch schon andere Personen in der Geschichte des Pro Wrestling hingekriegt und war kein Beleg für echte Zauberei, aber in einer Promotion, wo Dämonen, Catgirls, beseelte Humunculi und Elfen zur absoluten Normalität zählten, galt es vorsichtig zu sein, Regina konnte ja sehr wohl eine wahrhaftige Zauberin sein und sich nicht nur so nennen. Zumal das Feuer feurig war, egal ob magisch oder Trick. Zwar war es nicht intensiv genug um Haut und Haar ernstlich zu gefährden, aber auch eine leichte Brandwunde brauchte man ja nicht unbedingt haben.
Ergo gab es Plan C, einen Klassiker: Hikari orderte ihre Gehilfin Nene auf den Apron zu klettern und die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, auf dass man Angélico und Jack Gegenstände zustecken und diese damit zuschlagen konnten. Dumm nur, dass das Match nicht von irgendeinem Referee geleitet wurde, sondern von Head Referee Amelia Niculescu. Die Vampirdame hatte keinen Nerv für all diesen Firlefanz und bedeutete den Damen vom Shogunat gefälligst kollektiv gen Einzugsrampe zu verschwinden, wenn sie wollten, konnten sie von da aus ihre Männer anfeuern. Das sorgte für Proteste, welche für einen letzten Versuch genutzt wurde – Shion Ishikiri und Busty Bunny schlüpften in den Ring, Erstere wurde aber von Amelia gepackt und im hohen Bogen nach draußen auf die anderen geworfen. Bunny wiederum steckte Jack etwas zu, doch Hector griff seinerseits zu, brach Jack fast die Hand dabei, wie er den Schlagring an sich nahm und Amelia zur Verwahrung überließ.
Viel elementarer jedoch war, dass Luis Sera kurz darauf einen Low Blow von Angélico blockte und kurzerhand selber zutrat wo es besonders weh tat. Angélico rollte sich getroffen aus dem Ring, das Shogunat protestierte jetzt noch mehr, aber es war vergebens: Jack war jetzt allein, bekam prompt von den Hispanic Heroes ihre Kombo aus Spinebuster und Neckbreaker ab und danach war das erfolgreiche Cover keine große Kunst mehr.


Die Kameras schalteten nun in die Zentrale der Macht, ins Büro von Lady Serafina Pessagno. Natürlich war der Teil des Zimmers, in dem Büroangelegenheiten hätten wahrgenommen werden können verwaist, aber eigentlich sollten Besitzerinnen von Promotions ja jetzt auch aufmerksam die Show verfolgen und nicht etwa Büroaufgaben nachgehen. Serafina machte natürlich weder das Eine noch das Andere, vielmehr genoss sie mit diversen ihrer üblichen Freundinnen gesunden (?) Saft und Kuchen, dessen Pfunde sich auf wunderbare Weise nicht auf den Hüftumfang, sondern die Haarmasse auswirkten. Zumindest so die gängige Erklärung, warum Serafinas Gewicht nur in Form von mehr Haupthaar zunahm, was natürlich ein sehr genehmer wenn nicht gar höchst erwünschter Gewichtszuwachs war.
Die Kuchenaufnahme unterbrach Serafina dann jedoch für wenige Sekunden, um sogleich das Wort an General Mistress Sofiya Țepeș weiterzuleiten, auch bekannt als die Frau, welche die meiste Arbeit verrichtete, die eigentlich Serafina machen sollte. Die Vampirprinzessin erklärte, dass das derzeitige Turnierformat des Tournament of Honor im kommenden Jahr nicht wiederholt werden würde, das genaue Prinzip aber noch ausstehe. Einigkeit bestehe jedoch darüber, dass das diesjährige Turnier mit seinen Resultaten ausschlaggebend für das nächste Jahr werden würde, wo zwar voraussichtlich auch gelost werden würde, jedoch nicht mit einer großen Lostrommel, sondern mit verschiedenen, basierend auf einer Setzliste. Diese würde sich am Ranking orientieren und das Ranking wiederum werde natürlich stark von der Turnierbilanz bestimmt. Ergo sollten alle jedes Match im Turnier ernstzunehmen, denn jedes Resultat sei wichtig, um eine bessere Ausgangsposition fürs kommende Jahr zu schaffen.
Neuanmeldungen fürs Turnier im nächsten Jahr würden grob anhand ihrem Status von außerhalb von WFW in die Setzlisten mit eingeteilt. Abschließend fügte Sofiya hinzu, dass die nächste WFW Topliste bereits geplant sei und aller Voraussicht nach dem siebten Turniertag online gestellt werde.



The Great Sorceress ertönte, aber nicht, um die Super Sexy Spanish Sorceress Regina Reyes anzukündigen, sondern Domirou, eine andere Zauberin. Die Frau mit dem weinroten Haar mit platinblonden Spitzen gehörte Su Yungs Chaostrupp beseelter Homunculi an und war definitiv trickreich, obgleich sie im Ring keine Zauber wirken durfte, würde sie dies machen hätte sie die Agentinnen für Übernatürliches und Paranormales an der Backe und Dominique Rouge hatte keine Lust, dass ihre Seele wieder in irgendein Diadem gestopft werden würde. Ein kurviger Frauenkörper mit jeder Menge Haupthaar war viel besser geeignet, um Spaß zu haben.
Es folgte Gather in the Glory in Sachen Musik und die Next Level Wrestling Titelträgerin Sumire Akiyama als Person. Die Illustre hatte das Gold beim Grandslam XVIII im Money in the Bank Match gewonnen und bisher durch Losglück nicht verteidigen müssen, jetzt gegen Domirou hingegen schon, denn diese gehörte wie Sumire auch zum Developmental Bereich von WFW. Aber das war Sumire schon ganz recht so, immerhin hatte sie hohe Ansprüche an sich selbst und in der letzten Turnierrunde verloren zu haben, das war diesem Anspruch nicht genügend, auch wenn ihre Gegnerin niemand Geringeres als die zweifache Temptation Titelträgerin Stella Nova gewesen war.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (13/16) – Next Level Wrestling Championship Title Match
Dominique Rouge vs. „The Illustrious“ Sumire Akiyama {C}


Was dieses Match einen zusätzlich anheizte, war der Umstand, dass Domirou in der letzten Turnierrunde die Gegnerin von InAnna Klang gewesen war, also genau der Frau, welcher Sumire beim Grandslam XVIII das Gold wegschnappen konnte – hätte Domirou also gegen InAnna gewonnen, so wäre dies jetzt das Rematch um das Gold unter regulären Bedingungen statt Money in the Bank Chaos. Dieser Hintergrund interessierte InAnna aber wohl mehr als die beiden Damen, die sich nun im Ring gegenüberstanden und zunächst mit vorsichtiger Technik agierten. Das war auch nötig, denn beide Frauen waren durchaus darin bewandert mit Finten die Gegnerin zu Fehlern zu animieren. Weil Dominique sich dabei insgesamt etwas cleverer und auch etwas hinterhältiger anstellte, entschied sich Sumire dann jedoch dazu etwas Härte ins Spiel zu bringen, nicht zuletzt weil Domirou in der Vergangenheit Unwillen bewiesen hatte mehr einzustecken als nötig. Doch mit dem Gold vor Augen kassierte Domirou in diesem Match die harten Chops, Punches und Forearms von Sumire ohne sich davon beeindrucken zu lassen. Domirou hatte also auch eine trotzige Seite; sie konnte sehr wohl viel aushalten, wenn sie wollte, das wurde klar – und für Sumire zunehmend zum Problem, da die Zauberin immer mehr die Kontrolle über das Match übernahm. Sumire konnte sich nur dank besserem technischen Vermögen immer wieder aus der Schlinge ziehen, kam jedoch immer seltener zu Offensivaktionen – bis sie Domirou per simplem Drop Toe Hold überrumpeln und in der Mitte des Rings die Snaretrap ansetzen konnte! Sich aus diesem schmerzhaften Griff herauszukämpfen war Domirou dann doch etwas zu aussichtslos und so gab es den sehr schnellen Tapout. Durchaus keine komplett falsche Einschätzung der Situation. Sumire konnte also aufatmen, der Titel war verteidigt und die Turnierbilanz zumindest für den Moment positiv.


Von der amtierenden Next Level Wrestling Titelträgerin zu einer ehemaligen: das stille Wasser „Nereid“ Luka Aquazura machte sich nun zu den Tönen von Aqua Rock bedächtigen Schrittes auf den Weg zum Ring. Die blaumähnige Wassernymphe hatte bereits in Turnierrunde 1 ihren Traum vom Turniersieg für dieses Jahr ausgeträumt, als sie Jillian Hall unterlag, die zu diesem Zeitpunkt noch top motiviert und in Form war, um ihren gefühlten Abschieds-Run zur Erfolgsgeschichte zu machen. Nichtsdestotrotz mussten Jillians Niederlagen seit dem Sieg über Luka unweigerlich der Nereide zu denken geben. Wenn Sieglinde Grimm Jillian besiegen konnte, hätte Luka das auch schaffen können – auch wenn die Kontexte der Matches wie dargestellt komplett unterschiedlich waren.
Allzu lange musste Luka nun aber nicht mehr darüber grübeln, denn die Loskugel hatte mit Taylor Wilde eine Veteranin von ähnlich respektablem Ruf zu Lukas Gegnerin erkoren. Die zu Live to Win auftretende Kanadierin war wie Jillian eine der Vorreiterinnen des Frauenwrestlings bei WFW und diejenige, die damals Jillian das Gold abnehmen und zur zweiten Titelträgerin der WFW Geschichte werden konnte. September 2010 war das, eine ganze Weile her also.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (14/16)
„Nereid“ Luka Aquazura vs. Taylor Wilde


Beide legten sehr technisch los und bis auf den einen Calf Kick hier oder Missile Dropkick da blieb das Match auch primär technisch geprägt. Beide hatten etwas zu beweisen und wollten das auch – entscheidend wurde es dann, als Taylor Wilde ihren Wilde Ride nicht durchbringen konnte und sich dann stattdessen am Codebreaker versuchte. Diesen blockte Luka nämlich mit einer sehr beachtlichen Kraftleistung und wuchtete Taylor zum Death Valley Driver auf die Schultern. Aus diesem versuchte sich Taylor zu befreien und gerade als es aussah, als würde es ihr gelingen, da griff Luka kurzerhand um und zeigte stattdessen die Air Raid Siren! Diese sorgte zwar nur für einen sehr knappen Near Fall, aber Taylor war von der Aktion angeschlagen genug, dass Luka Anlauf zum Spear nehmen, mit diesem treffen und danach den 3 Count erfolgreich einfahren konnte. Damit hatte Luka nun also doch eine der großen Veteraninnen besiegen können und sich zudem mit diesem Sieg in den richtigen Turnierzweig gebracht, um in der nächsten Runde potentiell gegen Sumire gelost zu werden, um sich den Next Level Wrestling Championship Title zurückholen zu können…


Aus den Tiefen des Backstage Bereichs schalteten sich nun die Merbraids samt einigen Kameradinnen von der Gorgon Family zu, allen voran natürlich Queen Cobra Medusa Gorgon höchstselbst. Man sinnierte darüber, dass die Merbraids ihr Erstrundenmatch im Tournament of Honor gewonnen, das Trio der Gorgon Family das Ihrige jedoch verloren hatten. Medusa meinte jedoch, dass diese Niederlage zwar frustrierend, aber nicht schlimm gewesen sei, gegen die firmeninterne Konkurrenz von den Iridescent Shadows könne man schon mal verlieren, das sei kein Beinbruch und schon gar kein Haarbruch. Ein Haarbruch, das wäre übel, wie alles übel und deprimierend sei, wo wunderbares Haupthaar geringgeschätzt werde, von grotesker Anti.Haar-Propaganda, welche die Zerstörung desselben als etwas Positives darstelle ganz zu schweigen. Je früher die Menschheit realisiere, dass eine Welt, die wunderschönes Haupthaar in höchsten Ehren hält auch eine Welt ist, in der Kriegstreiber keine Macht mehr haben, desto besser. Denn jede abgeworfene Bombe, jede Rakete, jede abgeschossene Kugel könnte ja wunderschönem Haar und der Person, aus welcher dieses erwachsen sei, Schaden zufügen und je früher dies als No Go der Superlative angesehen werde, desto früher bewege man sich als menschliche Gemeinschaft in die richtige Richtung und könne sich auch Themen wie dem Klimawandel endlich ernsthaft widmen. Die Merbraids Sara Albatros und Katia Klabautermann pflichteten Medusa bei und verkündeten daraufhin, dass es daher auch in diesem Jahr wieder das Schneefest geben werde, als Fest der Liebe, des Friedens, der Toleranz und Menschenrechte und noch mehr als in der Vergangenheit auch als Fest des fantastischen, wohl frisierten Haupthaars mit grandiosem Ausmaß. #longhairforeverpeaceforever


Zwei Einzelmatches waren noch übrig und zwei große Namen waren noch in der Lostrommel. Der erste davon wurde nun gezogen: Caitlin Carat. Die goldige Frau, die passenderweise zu Golden auftrat gab sich sichtlich Mühe gefasst und souverän zu wirken, doch ab und an sah sie zur Seite und erblickte ihre Mentoren nicht, die nach dem Grandslam XVIII quasi ihre WFW Karrieren beendet hatten. Sie war nun auf sich allein gestellt und das war sie nicht wirklich gewohnt. Einst war sie lange Teil des Shogunat of Doomination und bis auf eine kurze, erbärmlich erfolglose Phase war sie dann stets mit Goldust unterwegs. Und obgleich sie viel von ihm und auch von Tiger Mask gelernt hatte, so musste sie nun lernen, was sie mit ihnen nicht lernen konnte: ohne sie zu sein.
Die Fans hofften auf Aurora MacMeow und das Duell der ehemaligen Champions, doch stattdessen ertönte Genius Playground und kündigte Frau Professor an, Airi Hizuki, die Laborratte der Camus Company, die gern Experimente durchführte und in der Lage war Homunculi herzustellen und sogar Seelen zu transplantieren. So hieß es jedenfalls und die klare Implikatur war, dass sie sich selbst in einen von ihr geschaffenen Körper transferiert hatte. Faktisch festhalten konnte man jedenfalls, dass Airi einen ziemlich krass geformten Körper hatte und das dazu passende Haupthaar dazu, da war definitiv nicht dran gegeizt worden. Und wie man darüber nachdachte, fiel den meisten ein, dass Airi auch an der Erschaffung besagter Aurora MacMeow beteiligt war und Aura panische Angst vor Frauen in Laborkitteln und ähnlich aussehender Garderobe hatte ob ihrer Erfahrungen mit Airi. Grund genug Professorin Pestilenz auszubuhen und sich zu grämen, dass die Auslosung denkbar knapp am Duell Airi gegen Aurora vorbei gelost hatte...


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (15/16)
Caitlin Carat vs. „Professor Pestilence“ Airi Hizuki


Es dauerte nicht lange, bis sich Airi auch bei jenen unbeliebt machte, die ihre Hintergrundgeschichte nicht kannten, streute sie doch eine Vielzahl dreckiger Aktionen ein, um Caitlin unter Kontrolle zu bringen. Da sie obendrein auf die Buhrufe mit süffisanten Gesten und Gesichtsausdrücken reagierte, in der Regel kombiniert mit einer Runde Choking in den Seilen, vereinte sie rasch die Fans hinter Caitlin, die sich den Schneid so leicht nicht abkaufen ließ – sie war zwar selber an und für sich keine Regelbrecherin mehr, aber sie war lange Zeit Teil des Shogunate of Doomination gewesen und hatte folglich bei Hikari Oda die Kunst der unfairen Kampfführung lange genug mitgemacht und gelernt. Dies packte sie gegen Airi nun wieder aus, frei nach dem Motto „wie du mir, so ich dir“. So wurde es nach und nach ausgeglichener und dank dem großen Fanzuspruch vergaß Caitlin förmlich die Abwesenheit ihrer Mentoren, was nur gut sein konnte. Aber sie ließ sich durch all den Jubel auch dazu verleiten den Fans mit jeder Menge Gesten und Posen zu danken und obgleich es zu viel adrettes Posing gar nicht geben konnte, war es doch wichtig dabei den Fokus nicht zu verlieren und das geschah Caitlin, nachdem sie einen fulminanten Spinebuster durchbringen konnte und das Match zu dominieren begann. Das führte dazu, dass Caitlin sich etwas viel Zeit zum Ansatz ihrer Goldarkness ließ, ihrem Implant Reverse DDT und das erlaubte Airi sich per Eye Rake zu befreien und sogleich die Lethal Injection folgen zu lassen. Nach dieser folgte das Cover, der erfolgreiche 3 Count und ein Sturm an Buhrufen, der Airi nur noch breiter lächeln ließ. Sie hatte die frühere Titelträgerin besiegt und die negativen Emotionen waren für Airi eine Bestätigung ihre Sache gut gemacht zu haben. Was auch nicht falsch war, wenn einem denn eine saubere Matchführung egal war.


Esperanza erklang ein weiteres Mal, in diesem Fall nun für das weibliche Drittel der Hispanic Heroes, die kurvige, blonde Zauberin Regina Reyes, die ob der Titelverteidigung ihrer Gefährten natürlich eine Menge moralischen Aufwind hatte. Den benötigte sie ob ihrer Gegnerin allerdings auch dringlichst.
Das letzte Los in der Trommel hatte schließlich den Namen Aurora MacMeow auf sich geschrieben stehen. Die Weiße Tigerin der Camus Company gehörte mittlerweile förmlich schon zu den lebenden Legenden im WFW TV, immerhin war sie die erste und bisher einzige dreifache Temptation Titelträgerin. Stilecht trat die Schottin mit der rotbraunen Haarpracht, inklusive dichtem Pony, und den grandiosen Kurven in luftiger, weiß tigergestrefiter Kleidung zu Eye of the Tiger auf und ließ dabei auf halbem Weg zum Ring ihren Rockstar-Tigermantel und die dazugehörige Sonnenbrille fallen. Der Grund war simpel: sie war noch immer schlecht gelaunt, dass sie in der ersten Runde des Tournament of Honor den vierten Titelgewinn verpasst und gegen Miku Sendou eine Niederlage durch Countout eingesteckt hatte. Das war zwar schon Monate her, im November letzten Jahres, aber die Tigerin empfand noch immer einen Groll deswegen und das Bedürfnis sich an Gegnerinnen abzureagieren. Gegnerinnen wie Regina, die von der Papierform her krasse Außenseiterinnen waren, kamen ihr daher sehr recht.


Tournament of Honor - Temptation Tourney 1:1 Bracket (16/16)
„Super Sexy Spanish Sorceress“ Regina Reyes vs. „White Tiger Kitten“ Aurora MacMeow


Ehe es losging vermochte Regina völlig überraschend Auroras wildes Fauchen in ein angenehmeres Schnurren zu verwandeln – durch Annäherung wie das eines Fangirls an eines ihrer Idole. Inklusive Einladung zum Essen, Fisch und Milch auf Reginas Kosten. Das gefiel Aurora – sorgte aber auch dafür, dass Aura das Match schnell beenden wollte, um ihre Milch und ihren Fisch zu kriegen.
Gleichzeitig sorgte es aber auch dafür, dass Aurora etwas hastig in ihren Aktionen wurde, was Regina mehrere Male die Gelegenheit gab mit simplen Aktionen wie Arm Drags oder Drop Toe Holds die Mieze auszubremsen, was diese nach und nach wieder wütender machte. Hätte Regina nicht von Auroras wechselhaftem Verhalten so überrascht gewirkt, man hätte ihr das Ganze als klugen psychologischen Kniff auslegen können. Nichtsdestotrotz musste Regina einiges einstecken. Aber als Regina den Supercat Punch per Exploder kontern konnte, da war plötzlich die große Chance für die spanische Zauberin gekommen! Regina setzte Aurora nach oben auf die nächstbeste Ringecke, kletterte hinterher und setzte an zur Spanish Fly!
Aurora blockte jedoch und sprang dann per Katzensprung von der Ringecke auf den Apron, Regina mit in die Tiefe reißend und dieser einen Slingshot auf die Seile verpassend! Regina blieb in der perfekten Position liegen für Aurora’s Springboard 450 Splash, den Kitty Ball und den gab es dann auch. Das Cover folgte, aber statt dem 3 Count gab es tatsächlich noch einen Kick Out! Beachtlich, am Resultat endete es aber nichts mehr: Aurora setzte mit dem White Tiger Driver nach, ihrer Tiger Ligerbomb, und das war dann das Ende eines einseitigen Matches, das dann eben bei aller Eindeutigkeit trotzdem etwas weniger eindeutig war, als man es hatte erwarten können.


Vor dem Wargames Match meldete sich der Undisputed Champion Christian Cage zu Wort, sein Team hinter sich versammelt, das aus Brian Cage, Chris Jericho und AJ Styles bestand. Christian erklärte, dass ein jeder Blick auf ihn und seine Gefährten voll Ehrfurcht geschehen sollte, denn hier seien vier Männer als Team vereint, welche die Wrestlinggeschichte als Ganzes und die WFW Geschichte im Speziellen geprägt hätten und für sehr viele positive Erinnerungen verantwortlichen seien. Vor allem aber sei ihre Zeit an der Spitze gleichbedeutend mit den Glanzzeiten von WFW in Sachen Qualität und Faninteresse und genau deshalb sei es elementar, dass er und sein Team heute gewinnen würden, denn auch im Jahr 2024 gebe es keinen Mann weit und breit, der WFW als Ikone anführen und zu alter Größe zurückführen könne, außer jenen, die hier versammelt seien. Chrysaor und Hangman seien an der Spitze gnadenlos gefloppt, daher sei es seine Pflicht als guter Champion das Gold zu verteidigen, auf dass diese es nicht erneut besudeln und WFW in eine Krise stürzen würden. Im Nachhinein werde man es ihnen danken und sich vor ihnen verneigen, daher sei er gnädig und blicke darüber hinweg, dass ihn die dummen, von ihren Vätern schlecht erzogenen Fans momentan ausbuhen würden. Zu lange hätten sie Mittelmäßigkeit ertragen und sich daher an diese gewöhnt, weswegen er verstehe, dass wahre Klasse an der Spitze zu sehen für sie ungewohnt sei und dass ihnen das Ungewohnte Angst mache. Doch selbst die dümmsten der Dummen würden schon sehr bald im Angesicht wahrhaftiger Großartigkeit nicht umher kommen Ehrfurcht zu verspüren und dies werde der Grundstein für eine neue goldene Ära von WFW, mit ihm als von allen verehrten Patriarchen an der Spitze.


Undisputed Championship Title Match
C Lu-c-ia (Christian Cage {C} & Brian Cage & Chris Jericho & AJ Styles)
vs.
Celestial Camus (Chrysaor & Siegfried & Dolph Ziggler) & „Hangman“ Adam Page


Zum Auftakt der Einzüge für den Main Event ertönte Giant’s Cry, der Theme Song des Herausforderers Nummer 1 auf das Gold, dem iberischen König Chrysaor, der nicht ganz so riesig war, wie er es gerne hätte, aber dank seinem gigantischen Ego und seiner noch größeren Klappe war es auch nicht ganz abwegig, dass er sich dem Gigantengeschlecht zugehörig erachtete. Und dennoch war der bärtige Spanier verglichen mit dem Champion bescheidener, so unglaublich das auch klingen mochte. Seinen heroischen, deutschen Schwager Siegfried zu seiner Linken und den amerikanischen Ausnahmeveteranen Dolph Ziggler zu seiner Rechten schritt Chrysaor gen Stahlkonstrukt und hielt dann inne, auf das vierte Teammitglied wartend, den einen Mann von außerhalb der Camus Company, der dennoch ein großes Interesse daran hatte Chrysaor heute zu Champion zu machen: „Hangman“ Adam Page würde es zwar vorziehen heute selber wieder Champ werden zu können, aber solange er mithelfen konnte Christians Titelregentschaft zu beenden, war ihm das gut genug für den Moment. Höchst konzentriert schritt der blond gelockte Millennial Cowboy zu den Tönen von Ghost Town Triumph zu seinen Teamgefährten, mit diesen ein paar Fistbumps und letzte taktische Überlegungen austauschend.
Dann ertönte Star of Darkness, der langjährige Theme Song von WFW Ikone Christian Cage, dem amtierenden Champion seit dem letzten Grandslam, wo er mit tatkräftiger Mithilfe von Brian Cage dem Hangman das Gold abknöpfen konnte. Die Muskelmaschine war auch heute wieder an seiner Seite, ebenso wie der eine Mann, der in Sachen WFW Legende mit Christian auf Augenhöhe war: Chris Jericho. Obgleich auch der Phänomenale AJ Styles natürlich ein Mann mit einer reichhaltigen WFW Geschichte war, die nun durch dieses Wargames Match eine weitere historische Komponente hinzugefügt bekam.

Anders als in anderen Wargames Matches wurde hier das Match nicht dadurch hinausgezögert, dass die Teammitglieder erst nach und nach ins Match kamen, es ging sofort los mit vier gegen vier und folglich mit einer großen Klopperei. Christian und Adam, Brian und Siegfried, Chrysaor und Chris sowie AJ und Dolph waren die ersten Duelle in diesem wüsten Prügelei, aber naturgemäß bekam es im Matchverlauf jeder mal mit jedem zu tun und weil im Vorfeld einige Mitbringsel in den Käfig mitgeschleppt wurden, in dem das Match stattfand, blieb es nicht beim reinen Faustkampf.
Stühle, Tische, Reißzwecke, Glas, Legosteine und Stacheldraht – sie alle waren da, wollten benutzt werden und sollten auch benutzt werden, obgleich der meiste Kontakt mit dem Käfig selbst hergestellt wurde, in den vor allem Brian Cage seine Kontrahenten immer wieder hineinwarf.
Zu seinem Leidwesen konterte jedoch Hangman Page einen Ansatz zu einer Powerbomb seitens der Maschine in den Deadeye in die Reißzwecke, was den Muskelberg erst einmal flachlegte und zu einer kurzen Dominanzphase für das Team Hangman & Celestials führte. Dolph Ziggler war mit einem durch Stacheldraht verstärkten Sleeper Hold gegen Chris Jericho sogar drauf und dran den Sieg für sein Team zu holen, doch AJ Styles rettete und drehte mit dem Calf Crusher den Spieß um, nur um kurze Zeit später von Siegfried in einen Dragon Sleeper genommen zu werden.
Grund genug für Christian zum versteckten Ass im Ärmel, bzw. Stiefel zu greifen, einem Elektroschocker. Mit diesem wurden Chrysaor und Siegfried beide geschockt, ehe Siegfried mit Stacheldraht an den Stahlkäfig gewickelt wurde. Chris Jericho nahm daraufhin Chrysaor in den Lion Tamer, während Christian mit Stühlen zusätzlich ein Con-Chair-To vorbereitete und dieses wieder und wieder gegen Chrysaor durchzog – dieser konnte so natürlich nicht aufgeben, Siegfried aber schon, der versuchte sich freizureißen, es aber nicht schaffte und daher aufgab, um seinem Schwager vor weiteren Stuhlschlägen zu schützen. Dolph und Hangman waren in diesem Moment mit AJ und dem wieder erwachten Brian Cage im Duell und waren außer Reichweite, um einzugreifen.
Der Sieg sorgte für breites Grinsen auf Seiten von C Lu-C-ia und ein paar lockeren Gesprächen von wegen wer denn nun der nächste firmeninterne Herausforderer für Christian werden könnte, sowie natürlich einigem Jubel – den die Fans nicht teilten, die buhten ziemlich lautstark. Die Feierlichkeiten dauerten aber nicht allzu lange an,was nichts mit schlechten Verlierern zu tun hatte, sondern mit dem Ertönen von Musik, welche die Stimmung ins Positive umkehrte: Out of Time ertönte nämlich, was gleichbedeutend war mit dem Auftritt des Bastard PAC, der sich samt seiner Death Triangle Kollegen Rey Fenix und Penta El Zero Miedo von seiner Verletzung zurückmeldete und daran erinnerte, dass er vor seiner Verletzung Christian noch klar und deutlich besiegt hatte, weswegen Christians Teamkollegen sich hinten anstellen sollten, wenn es um den nächsten Herausforderer gehe, denn ihm stehe ein Match gegen Christian zu und nachdem PAC gewonnen habe, werde er gern auch die anderen besiegen. Die Zeit der Camus Company laufe ebenso ab, wie die Zeit der Hispanic Heroes als Tag Team Champions, die Ära von Death Triangle hingegen stehe bevor. Mit einem intensiven Staredown zwischen Christian & Co sowie Death Triangle ging Hour of Glory dann schließlich...

*OFF AIR*

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