National Fantasy Wrestling Day V

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Moderatoren: Kevin Sharpe, The Band is Back in Town, Schwani

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National Fantasy Wrestling Day V

#1

Beitragvon Golphin1701 » So 24. Dez 2023, 06:49

Ein weiteres ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende … und einmal mehr hat es sich Promoter Adam Anderson auf die Fahnen geschrieben, die FW-Ligen der Welt zum Stelldichein zu bitten. Kurzum: es ist wieder Zeit für das große ringerische Klassentreffen genannt Crossover-Event. Beziehungsweise „National (Fantasy) Wrestling Day“ - mittlerweile die fünfte Ausgabe.

Präsentiert am Heiligabend-Wochenende, aber aufgezeichnet schon zuvor vom 19. bis 21. Dezember wurde die mehrtägige Veranstaltung neuerlich da, wo es kalt ist. In diesem Jahr in Schweden, der Heimat von Elchen, Knäckebrot - und Northern Superior. Letzteres Team sollte dann auch der Veranstaltung seinen Stempel aufsetzen, aber dazu später mehr. Entsprechend platzte die Tele2 Arena (die benachbarte Avicii-Arena wird ja gerade umgebaut) mit pro Tag mehr als 35.000 Fans fast aus den Nähten, denn alle wollten die Hometown Heroes sehen. Entsprechend war dann auch die Stage nordisch angehaucht: einem winterlichen Wikingerdorf gleichend mit einem zentralen Yggdrasil-Weltenbaum und eingefasst von mit Runen verzierten Holzpfählen … die man ein wenig weihnachtlich verziert hatte.
Am grobem Line Up der letzten Jahre hielt man ebenfalls fest: die Pre-Show „Counting Days“ leitete den zweitägigen Hauptevent ein, der wie immer von den AAE Fünf Freunden souverän geleitet wurde: angefangen vom Interviewer-Doppel Ariana Rodriguez und Michael Shephard über die Kommentatoren-Crew Kyle Smith & Tyler Rindson bis hin zu Referee-Legende Peter Oake.


Pre-Show
Counting Days



Die Pre-Show begann schon mal frenetisch, denn die Lokalmatadoren Alexander Christiansson und Viktor Ragnarök verstärkt mit Cousin Gustav Skarsgard eröffneten gleich die Show und gaben dabei ihre heimatliche Sprachkenntnisse zum Besten. Das Trio freute sich hier zu sein, wolle aber nicht vordergründig die Pops abgrasen, denn das sie hier hätte eine besondere Bewandtnis, aber darauf werde man morgen in der Mainshow eingehen. Schließlich spielten die Drei noch ein wenig mit dem Publikum und die Frage, ob man das Trio gern heute in Action sehen werden, wurde lautstark bejubelt, was für dasTrio ein „Deal!“ wäre.

Los ging die Show mit dem Kalifornier Troy Sullivan, der sich dem wrestlenden Mobster Tony „The Duce“ Lazetti entgegenstellte. Der Widowmaker hatte mit diesem letztlich aber wenig Mühe und setzte sich nach einem für seine Verhältnisse sanftem Kampf per Judgement Day durch.

Etwas düsterer sah es für die erstmals teamenden Aiden Lindsey und Petey Krystal aus. Ihre Gegner: das dämonische Duo SharkHam alias White Shark & Demon Larkham. Besonders gegen den Hünen Larkham taten sich die beiden agilen Techniker schwer, aber am Ende gewannen sie trotzdem den Fight per Want-2-Touch Krystals.

Der von Callirrhoe begleitete Chrysaor traf hiernach auf den früheren GWF`ler Steven Washington. Wie schon im Vorjahr ging der Fighter der WFW sehr zielstrebig vor, hatte mit dem Washington Warrior aber so seine Schwierigkeiten. Ein kurze Ablenkung Callirrhoes genügte allerdings, damit Chrysaor der Shining Wizard gelang, was ihm den Sieg einbrachte - nicht aber die Zuneigung der Fans.

Match #4 sah Gäste aus Shenzhen: der Wu-Teng-Clan alias Shixin Wu & Teng Hei traf mit den Time Travellers auf alte Bekannte der Crossover-Veranstaltungen: Patrick Reynolds und Markus Sydal. Diese bewiesen verglichen mit den Asiaten am Ende bessere Teamfähigkeiten. Es entspann sich ein flottes, aber abzusehendes Match, bei der die Zeitreisenden per Blue Thunder Driver / Frogsplash - Kombo gegen Hei den Sieg holten.

Zwischen den einzelnen Matches gab es verschiedene eingeblendete Szenen, passend zum NWD. So wurden beispielsweise die jeweiligen Ankünfte von Kevin Sharpe, Prince Thor Crane und David Collsen gezeigt wie auch eine neuerliche Begegnung zwischen Rapid Fire und den Hispanic Heroes, welche sich auf ihre späteren Matches freuten.

Auch Eric Callen war ein alter Bekannter des NWD. Er traf im nächsten Match auf den Tschechen Carel Menzyk, wobei beide einen technischen Leckerbissen zelebrierten. Einmal mehr behielt die Erfahrung die Oberhand und Callen konnte per Last Breath den Sieg gegen Czech Attack einfahren.

Mit „Poison“ Ivy Lethard machte eine hochkarätige Lady ihre Aufwartung. Allerdings wartete auf sie mit dem „Texas Gunslinger“ Claire Enfield eine recht schwierige Aufgabe. Die augenscheinlich kräftigere Amerikanerin verlangte der Irin dann auch alles ab. Am Ende konterte Enfield zwar den Behaviour Ivys, wurde dabei aber recht unsanft mit den Kopf voran gegen den Ringpfosten gekickt. Lethard zeigt schnörkel- und erbarmungslos den Poison Slayer und holt sich damit den Sieg über die früheren GWF‘lerin.

Dann war ein großer Moment gekommen: einmal mehr waren Northern Superior zu sehen, welche sich ringside begaben und meinten, für ein waschechtes Superior-Special bräuchte man auch … adäquate Gegner. Und die werde man nun in einer Tag Team Battle Royal ermitteln, womit nacheinander die Ritaline Cowboys, die Cleaning Crew, die Urban Ultras Berlin, die einstigen Pearl River Tag Team Champions Hardcore Dragon und Xander Xi aus Shenzhen, die Allied Eagles, Rapid Fire, die Hispanic Heroes, die Partners in Crime, die früheren XFWler The Dream Team, Future Blood, die Princes of Commonwealth und die European Dragons das Seilgeviert betraten. Die Regeln waren klar: wer als letzter übrigblieb dessen Team werde Northern Superior am zweiten Kampfabend gegenübertreten.
Und so ging das große Ausscheiden los: nach ein paar flotten Minuten in unterschiedlichsten Paarungen trennte sich recht bald die Spreu vom Weizen. Als erstes wurden Larsen und Danninger von Future Blood eliminiert, dann traf es überraschend Xi und den Hardcore Dragon und schließlich die Cleaning Crew. Die Hispanic Heroes und Rapid Fire führten ihren Wettkampf vom letzten Jahr fort und eliminierten sich gegenseitig, während das Dream Team und die Ritaline Cowboys jeweils von den Partners in Crime bzw. den European Dragon rausgeworfen wurden. Die Urban Ultras hingegen entkamen dem Rauswurf seitens der Allied Eagles durch einen Bauerntrick, durch den zwar Oakland rausflog aber eben auch beide Eagles und Max Moustache verblieb. Er gehörte mit den Partners, den Dragons und den Princes zu den letzten Verbliebenen.
Und auf die ehemaligen PCWA’lern als Favoriten konzentrierte sich dann auch der Rest. Cardigan stand kurz vor der Elimination durch den Rest, als Stone mit einem gewagten Running Splash angeflogen kam und noch mehr Dynamik reinbrachte - in der Form, dass der Tempest auf dem Apron landete und Moustache draußen, womit die Ultras draußen waren. PiC drehten dann wieder ein wenig auf, gegen Chris Younger sollte es gar den Stormy Goodbye geben, aber Matt duckte sich im richtigen Augenblick - und das Chris - Catapult traf Ronin. Stattdessen warf Trent seinen Partner in einer Art Räuberleiter über sich, der die gegenüber wartenden Caleb Storm und Björn Kempe per Flying Clothesline rauswerfen wollte … aber es blieb nur beim Versuch, denn diese fingen Stone auf und warfen ihn nach draußen. Genau in dem Moment wurde es etwas lauter in der Halle - Stone segelte hinaus … verfehlte aber den Boden, denn er landete auf den Schultern von … Jesse Adams!!! Der frühere PCWA’ler und Stone-Buddy hatte diesem so zu helfen versucht, was zunächst gelang. Storm und Kempe waren noch verwirrt - und flogen dann selbst über das Seil, als Ronin und Younger Cardigan per Dropkick getroffen hatten und dieser in Kettenreaktion die beiden anstieß. Beim Rausfallen rissen diese noch Stone von Jesses Schultern, so dass Machinegun dann auch tatsächlich eliminiert war.
Es verblieben Cardigan, Younger und Ronin, welches sich dann mit verschiedenen Triple-Thread-Aktionen erfolglos zu eliminieren versuchten. Ronin warf Cardigan beim Hard Rain von sich, kassierte aber gleichzeitig Youngers Yakuza Kick, der diesen nach draußen schickte. Die Chance für die Princes zum Greifen nah lud der den Wirbelsturm auf die Schultern zum Golden Suplex, kippte mit Trent aber übers Seil, wo bei sich hangelnd festhielten. Es setzte Tritte gegen den jeweils anderen, um ihn zum Herunterfallen zu bringen … und in dem Fall war der Tempest dabei treffsicherer. Younger ließ los und der Sieg ging an die Partners in Crime. Matt Stone eilte nochmals zu seinem Partners (mit Jesse Adams im Schlepptau) und feierte mit diesem. Und auch Christiansson und Ragnarök erhoben sich und klatschten ihren kommenden Gegnern Beifall.

Kaum waren die Partners wieder backstage verschwunden, enterte auch schon Gustav Skarsgard den Ring. Und auch Northern Superior begaben in selbigen, denn nun stand der Mainevent an. Die familiäre Dreisamkeit traf in einem Six Men Tag Team Match auf die selbsternannte Down Under Triad aus Shane Notorious, Paul Hunting und Riley Buzo. Trotz der absehbaren Gangart des Fights entstand eine abwechslungsreiche Begegnung, bei der speziell der Australian Goldberg den Nordmännern einiges abverlangte. Aber am Ende siegten diese per Winter is Coming gegen Hunting und ließen sich zum Abschluss des ersten Tages ausgiebig feiern.


Day 1



Für das Opening des eigentlichen NWD griff man auf altbewährten Videoclip-Ästhetik zurück: nordmännisch angehauchte Schlachtszenen in skandinavischen Wintern wechselten sich Matchschnipseln von Northern Superior ab. Untermalt wurde das Ganze mit einer speziellen Version „The Final Countdown“, interpretiert von der heimischen Band Takeda. Die Sequenz ging in eine Pyroshow in der Tele2 Arena über, wo das Publikum frenetisch feierte … und dies noch mehr anschwoll, als ein weiteres Mal Northern Superior eröffneten.
Sie hätten gestern von „Superior Festspielen“ gesprochen - und diese würden die Fans bekommen. Dies sei ein Versprechen - womit sie zum ernsten Teil kamen und dem Grund für das Ganze. Einigen Fans blieb kurz die Sprache weg, als Alexander und Viktor erklärten, gern Teil des Crossover-Kosmos gewesen zu sein, sich aber zukünftig auf ihre Arbeit bei IPW konzentrieren zu wollen und somit beim fünften „National (Fantasy) Wrestling Day“ ihren Abschied von den Events feiern würden. Sie seien dankbar für die vergangenen Jahre gewesen und würden die Veranstaltungen und die Fans stets im Herzen behalten. Laute „Thank you!“ - Sprechchöre und Beifallsbekundungen erschollen, wonach das Duo dann aber wieder auf ihre Festspiele zurückkam und dass der NWD kein Grund für Traurigkeit wäre. Gestern wäre der Anfang gewesen, heute ginge es weiter … denn beide hätten die Chance auf die aktuell von Kevin Sharpe gehaltene AAE World Championship. Was wäre das für ein Happening, wenn morgen zusätzlich zum Match gegen die Partners in Crime ein NS-Member im Mainevent stünde?! Mit diesem Gedankenspiel entließen die beiden die Fans in den heutigen Abend.

Im Opener des Abends ging es heiß her - und das nicht nur zwischen den Kontrahenten-Teams. Denn es trafen mit dem „White Wolf“ Lisa Bennett und Theresa van Hoorn auf der einen sowie der Chinesin Lin Liangyu und Emily Harris zwei Damenteams der Marke Feuer und Wasser aufeinander. Die Niederländerin van Hoorn hatte scheinbar die knappe Niederlage gegen Bennett vom Vorjahr nicht vergessen, was den Kampf mit fortwährendem Verlauf etwas behinderte. Aber auch Liangyu und Harris waren sich offensichtlich nicht richtig einig über die eigene Matchführung. Es kam, wie es kommen musste: die Streithennen geriet in eine Keilerei, worauf Bennett van Hoorn von sich schubste - genau in Liangyus Sleeping Demons, welche Theresa damit ins Land der Träume schickte und ihr Team zum Sieg beförderte. Und zu einem Zwist mit Harris, welche eigentlich den Sack zumachen wollte.

Im zweiten Fight traf „Czech Attack“ Carel Menzyk auf den Living Time Traveller Patrick Reynolds. Beiden gelang ein äußerst sehenswerter Fight mit reichlich Nearfalls - und mit glücklicherem Ausgang für den Tschechen. Zunächst setzte er Reynolds per Bohemian Rhapsody zu, um ihn anschließend mittels Charles Bridge zur Aufgabe zu bringen.

Auch im nächsten Tag Team Match war duo-intern nicht alles Sonnenschein. Obwohl eigentlich recht ordentlich bejubelt zündete die Chemie zwischen Hometown Boy Gustav Skargard und Jason Jones nicht wirklich. Die war dagegen deutlich bei ihren Gegnern zu spüren: Matt „The Machinegun“ Stone und Jesse Adams. Dafür schoss der flippige Jesse während des Fights mit seinen Eskapaden meist ein wenig übers Ziel hinaus. Die brachten sie dann auch um den Sieg: Adams, welcher gerade Skarsgard mit einem schönen Crossbody geplättet hatte, coverte nicht, sondern stellte sich für ein Selfie in Pose. Dies genügte Gustav zur Regeneration, wonach er sich zum flugbereiten Jones schleppte, beim Hot Tag aber so ins Seil fiel, dass das Tennessee Wolverine herunterpurzelt - genau gegen Jesse, der durch die Wucht hinausgefegt wurde. Stone schaffte er es nicht mehr rechtzeitig seinen Partner matchfertig zu bekommen und so verloren sie durch Auszählen. Allerdings stritten sich die Gewinner, was Sieg und Stimmung dann doch trübte.

Es schloss sich ein Interview von Rodriguez und Shephard an, dass sie mit AAE-Eigner Adam Anderson führten. Der meinte, dass immer wenn er hier stünde etwas Cardbetreffendes zu entscheiden sei. Zum einen freue er sich über die speziell auf Northern Superior zugeschnittene Veranstaltung, sehe die beiden aber andererseits mit einem weinenden Auge gehen, da sie stets ein Fixpunkt der Events waren. Daher wäre er froh, wenn sie sich mit diesem NWD ein Denkmal setzen würden - und eventuell mit dem Sieg heute Abend gegen den Champion. Und genau dies wäre der Punkt: egal, wie - heute Abend hätte man noch einen Titelträger. Aber dieser bräuchte auch einen adäquaten Gegner für morgen. Und den gelte es zu finden. Anderson habe lange überlegt, wer dies sein solle …
… aber weiter kam Anderson nicht, denn schon war David Collsen zur Stelle. Der Kanadier regte sich übermäßig auf, warum er nicht gleich zu ihm gekommen sei. Schließlich sei er Rekord-Champion der Events und das Rematch vom letzten Mal noch offen. Es dauerte nicht lange, bis Prince Thor Crane dazukam: die Frage nach dem einzig wahren Herausforderer sei für ihn klar - immerhin seien sie hier in seiner Heimat. Dieses Privileg lasse er sich nicht nehmen - weder von Anderson noch von Collsen oder gar von der „Lächerlichen Wetterkröte“ Cardigan, der ihn herausgefordert habe. Aber wenn der Kanadier so gut sei wie er labere dann könnten sie dies gern hier und jetzt ausfighten. Erneut kam Double A nicht zu Wort, da sich der Tempest nun ebenfalls einmischte und gegenüber beide bekräftigte, nicht das Fallobst zu sein, für das sie ihn hier abstempelten. Und wenn es um die Contendership ginge, dann würde die Nummer nicht ohne ihn laufen.
Die Gemüter kochten hoch, ehe Adam Anderson endlich zu Wort kam: jeder der drei habe seinen Namen zu Recht in die Hut geworfen, aber wer ihn kenne, weiß, dass es bei AAE keine Geschenke auf dem Silbertablett gäbe. Schon gar nicht für Aufschneider oder Leute, die auf den ewig-gleichen Möchtegern-Chancen herumritten. Daher werde man es auf die altbewährte Art erledigen: in einem entscheidenden Fatal-4-Way. Das Trio blickt sich fragend an - und Anderson bejaht: genau, es gäbe noch einen Vierten. Jemand, der die unterschwellige 2:1 - Überlegenheit hinsichtlich Cardigan etwas ausgleichen würde. Jemand, der innerhalb der letzten Shows ebenfalls recht erfolgreich seinen Weg gegangen wäre. Quasi jemand, der es ebenfalls verdient habe im Match zu stehen…
… womit „Bug Eyes“ erklang und Shadow sich zu den anderen gesellte. Damit war ein weiteres Match für den heutigen Abend festgezurrt.

Und noch ein Match machte eine ungewollte Veränderung durch … denn eigentlich sollte nun „Made in the GDR“ Ronny Saxonic in einem 3-Way-Dance gegen Markus Sydal und Riley Buzo antreten. Die beiden Letzteren lauerten schon, als der sich backstage fertigmachende Ronny urplötzlich von Kira Sarnova (!!!) attackiert wurde. Die russische Kriegerin ließ einen Beatdown folgen und warf Saxonic letztlich durch die Tür einer Toilettenkabine, wo er liegenblieb. Dann enterte sie an seiner Stelle den Ring - und ging nicht minder dominant die beiden anderen Wrestler an. Der Fight wogte ein paar Augenblicke hin und her, ehe Sarnova per Red Hammer gegen Buzo den Sack zumachte. Anschließend ließ sie es sich nehmen, dem buhenden Publikum noch kundzutun, dass dies eine Machtdemonstration wäre, die AAE zeigen würde, zu was sie fähig sei…
… aber da torkelte Ronny Saxonic - noch reichlich angeknockt und eine im Hosenbund eingeklemmte Lage Toilettenpapier hinter sich herziehend - auf die Stage. Angriffslustig schnauzte er Sarnova an, was diese sich einbilde, ihn einfach aus dem Match zu nehmen, wie es ihr beliebe. Und das auf recht unerlaubte rustikale Weise. Aber unerlaubt könne er genauso und wenn Sarnova unfair spiele wolle wäre er allzeit bereit zu beweisen, dies ebenso zu beherrschen. Damit forderte Ronny die Russin zu einem Streetfight am nächsten Tag heraus, was Kira annahm.

Nachdem sie bei „Counting Days“ Chrysaor lediglich begleitet hatte, trat Callirrhoe nun an dessen Seite an. Ihre Gegner: ein Mixed Team aus der IPW namens Seth Grimshaw und La Pantera. So souverän wie in seinen letzten NWD-Auftritten wirkte der WFWler allerdings nicht mehr, sondern fightete mehr und mehr pomadig, was auch seine Partnerin etwas zu verunsichern schien. Und dies wurde ihm letztlich zum Verhängnis: Grimshaw versemmelte seinen Arizona Dive, wofür sich Chrysaor etwas zu lange feiern ließ. Seth gelang es derweil Pantera einzuwechseln, welche den WFWler mit einer Springboard Victory Roll überraschte - und siegreich einrollte. Chrysaor war komplett verdattert, wonach Callirrhoe nur mit den Augen rollen konnte.

Der nächste Kampf war ein technisches Kabinettstückchen. Fubuki, der weiße Ninja aus der IPW, traf dabei auf den ebenso maskierten Luchador X-Ray. Die beiden zeigte sehenswerte Highflyingaction, welche beim Publikum sehr gut ankam. Fubuki sicherte sich letztlich den Sieg per Nadare.

Sowohl an diesem wie auch am Folgetag wurden zwischen den Matches immer wieder kleine Video-Vignetten verschiedener Superstars gezeigt, welche ihre Anekdoten und Begegnungen mit Northern Superior zum Besten gaben und sich (mehr oder weniger) bei den Jungs bedankten. Unter anderem kamen Kevin Sharpe, Gustav Skarsgard, Prince Thor Crane, die Princes of Commonwealth, BJ Punk, David Collsen, Shadow … aber auch etliche andere Superstars der früheren Ligen GWS, XAW und PCWA zu Wort.

Vintage NWD 4 - wie schon beim letzten Mal trafen auch bei diesem Event die Hispanic Heroes und Rapid Fire aufeinander. Und vor allem erstere brannten darauf, die Niederlage von einst wieder wettzumachen. Dies merkte man der mal wieder technisch hochwertigen Begegnung an, welche vielleicht eine Spur energischer wirkter als beim letzten Mal. So sah es bereits früh nach dem Firewater Burn von Edwards und Rivers aus, allerdings gelang Carlos Sera ein schneller Einroller, welcher aber nur zu einem Nearfall führte. In der Folge gelang es vor allem Hector Fernandez Randy Edwards zu cornern und vom Hot Tag abzuhalten. Schließlich gelang dieser, allerdings rannte Rivers direkt in einen Package Piledriver Hectors hinein, der zum siegreichen Cover genügte … bzw. genügt hätte, aber Peter Oake machte darauf aufmerksam, dass der Hot Tag keiner gewesen war. Reichlich perplex wurde Hernandez von Edwards eingerollt, aber Hector rollte durch und lud Randy selbst zu einem Electric Chair Drop auf. Carlos entledigte sich derweil Sam’s, der aber durch die Seile schwang, Sera wiederum traf und diesen gegen Hector schickte. Dieser strauchelte - und wurde von Randy aufgerollt, was Rapid Fire einmal mehr den Sieg brachte. Es folgte noch ein Handshake, allerdings deutlich distanzierter als einst.

Alte Bekannte auch im nächsten Fight - es maßen sich Petey Krystal und Aiden Lindsey miteinander. Diese zeigten einen recht flotten Kampf mit jeder Menge Nearfalls. Lindsey drückte sich am Schluss aus dem Pop Down raus und fuhr das Bein zum Thrust Kick aus. Leider hatte Krystal geistesgegenwärtig denselben Plan … so dass sich beide gleichzeitig ausknockten und liegenblieben. Und sie kamen auch bis „10“ nicht wieder auf die Beine, so dass Oake den Fight als Draw wertete. Die Fans fanden das nicht so toll, aber beide Athleten zumindest halbwegs.

Schließlich stieg das angekündigte Fatal-4-Way Match zwischen Prince Thor Crane, Trent Cardigan, David Collsen und Shadow. Den Prestige-Vorschusslorbeeren der innewohnenden Teilnehmer wurde der Fight zunächst nur schleppend gerecht, da die Stile doch nicht so recht zusammenpassten. Letztlich nahm die Begegnung aber Fahrt auf. Crane und Collsen arbeiteten nur dann zusammen, wenn es galt, die beiden anderen auf Distanz zu halten, um sich dann wieder einander zu widmen. Der Schatten und Cardigan dachten aber nicht daran bloße Sparringspartner zu sein und sorgten so für etliche Nearfalls. Shadow gelang ein schöner Deadlift German Suplex gegen Crane UND Collsen, der den Schweden gerade in einem Sleeperhold hatte … schließlich losließ und den Schatten zu einem 2-Count einrollte. Nachdem jedem mindestens einmal (erfolglos) der jeweiligen Finisher gelungen war konterte der Schatten sehenswert den Sword Kick Crane und hievte ihn zur Totale Eclipse hoch - just in dem Moment, als das Duell der Sunsetfip Powerbombs (Twister Bomb bzw. Canadian Destroyer) stieg. Collsen sah schon wie der „Sieger“ aus, als Cardigan ihn aushob und gegen die anderen beiden befördert. Shadow segelte daraufhin hinaus - wie auch Collsen, der sich erst noch am Toprope halten konnte, bevor Crane ihm einen Schubs gab. Der setzte seinen Execution DDT beim Wettermann an, welcher jedoch per Twister Lock konterte. Crane saß fest, während Shadow und Collsen außerhalb brawlten. Collsen donnerte den Schatten dabei gegen den Apron, was die Aufmerksamkeit der drei im Ring kurz auf sich zog. Genug Zeit für Crane, Cardigan empfindlich zu treffen, anschließend einzurollen und bis drei unten zu halten. Der selbsternannte Lokalmatador hatte es somit geschafft: ein Schwede war schon mal im Finale. Die Fans zeigten sich minimal patriotisch bzw. hielten wenig davon. Collsen hingegen war außer sich, da er und der Schatten sich gegenseitig behindert hatten und verpasst Shadow hinterher noch den Disabreaker, bevor er nach backstage stapfte.

Deutlich heimatverbundener zeigten sich die Fans beim nächsten Match. Ivy Lethard schien nach ihrem Sieg letzten Abend Blut geleckt zu haben. Das Publikum noch ein wenig gegen sich aufbringend meinte sie per Mikrofon, dass sie hier sei, um ihre wahren Stärke zu zeigen, aber das hätte sie noch nicht beweisen können. Sie wolle eine wirkliche Herausforderung …
… und die kam! Tosender Jubel, als „Above the Earth“ erklang und Zoe Ivarsson in die Halle kam. Die Schwedin fackelte dann auch nicht lange und legte sich gegen die Irin mächtig ins Zeug. Und dies zahlte sich aus: nach gut zehn Minuten harten Fights pinnte die Stockholmerin Lethard nach dem Stockholm Neckbreaker und ließ sich anschließend gebührend feiern.

Wären aller guten Dinge drei? Würde es im Mainevent zum dritten schwedischen Sieg kommen? Die Antwort folgte postwendend, als sich wie angekündigt Alexander Christiansson und Viktor Ragnarök anschickten, Kevin Sharpe die AAE World Championship abzuluchsen. Und die Gelegenheit dazu war so groß wie nie. Orkanartig angefeuert gingen Northern Superior den Champ an - und zeigten sich auch gegeneinander wenig zimperlich. Höhepunkt war zweifelsohne, als sie gleichzeitig bei Sharpe sowohl Texas Cloverleaf (Christiansson) als auch Cobra Clutch (Ragnarök) ansetzten, das ehemalige Blackheart aber standhaft blieb. Vielmehr fightete er sich zurück, stand nach einer Serie von Death Valley Drivern kurz vor dem Sieg - als der Winter zuschlug. Konkret: Winter is coming … aber leider münzten die Schwager dies nicht um, sondern gingen in die gegenseitige Schlacht. Diese brachte keinen Sieger hervor und Kevin wieder zu Kräften. Die Entscheidung fiel, als Kevin Viktor im Texas Cloverleaf hatte, Alexander per Launching Clothesline zur Rettung eilte - Sharpe sich aber abduckte. Alex federte für neuen Schwung ins Seil - da warf Kevin Ragnarök wie zum Catapult über sich. Die Schwager krachten zusammen und während Alexander sich mit dem Kopf im Seil verfing, lud Sharpe Viktor auf - Maximum Violence. Das brachte dann auch die Entscheidung. Sharpe verteidigte also seinen Titel, was sicher einige Unmutsbekundungen hervorrief, der Großteil der Fans aber frohgestimmt war. Vor allem, als Viktor und er Alex schnell befreiten und die drei gemeinsam feierten.

Damit ging der erste Kampftag dann auch zu Ende.



Day 2




Tag 2 begann mit einem ähnlichen Intro wie am Vortag, allerdings abgewandelt: die Schlachtszenen umrahmten Matchschnipsel aus vergangenen Fights von Northern Superior und (einmal mehr) Takeda dies musikalisch mit einem Medley aus früheren Themes der beiden wie „Land of Confusion“, „Livin on a prayer“, „Leave out all the rest“ und „Hammers come down“. Anschließend ging das Geschehen in die Halle zurück, wo Takeda live spielten und die Ehrengäste des Events gemeinsam mit Adam Anderson, Ariana Rodriguez und Michael Shephard in einer Art Rentierschlitten einflogen. Die Show wurde noch ein wenig gehyped, bevor sie dann mit einer kleine Pyroeinlage startete.

Im Opener waren einmal mehr das Intergender Duo Seth Grimshaw und La Pantera zu sehen. Ihre Gegner … kamen ebenfalls wie am Vortag aus der WFW, aber diesmal waren es andere Leutchen. Konkret wollten sich heute (der ebenfalls beim NWD nicht unbekannte) Siegfried und Pègasos mit den beiden messen. Pikanterweise musste man dabei die Familienverhältnisse beachten - handelte es sich doch um ein Ehepaar, wobei Pegasos zusätzlich die Schwester des am Vortag unterlegenen Chryasor ist. Ordentlich familiäre Spannung also, welche man entsprechend auch ins Match mit rübernahm. Der optisch antike germanische Held trumpfte dabei ordentlicher auf, als er es unlängst in der eigenen Liga zeigen konnte. Speziell auch gegen den Movember Man Grimshaw. Am Ende, während die Ladies miteinander fighteten, verlagerte Siegfried geschickt sein Gewicht, so dass Seth den Last Coffin Nail nicht durchziehen konnte und vom WFWler via Jackknife Hold aufgerollt wurde. Der Sieg ging damit an Siegfried und Pègasos, welche dies zelebrierten - unter den wachsamen Augen von Chrysaor und Callirrhoe, die sich dies stumm und missmutig von der Stage aus anschauten.

Ordentlich Wut im Bauch auch im folgenden Match. Die Zwistigkeiten im Tag Team Match sowie der innere Drang, endlich den „White Wolf“ Lisa Bennett bezwingen zu wollen, trieben Theresa van Hoorn in ihrem Match sichtbar an. Die kulleräugige Niederländerin mit dem Rockabilly Undercut blieb zäh, ließ trotz mehrfachen Auskonterns nicht nach und siegte letztlich per VH-1 vom Toprope. Die Erleichterung dies endlich geschafft zu haben sah man dem Rotschopf deutlich an. Und auch Bennett nickte anerkennend.

Wie schon am Vorabend kamen zwischen den einzelnen Fights wieder Weggefährten Northern Superios zu Wort - und überraschenderweise auch Christianssons Tochter.

Match #3 war Überraschung und Auffangbecken zugleich. Trafen doch in einem Fatal-4-Way-Elimination Tag Team Match die Princes of Commonwealth, Rapid Fire sowie Shane Notorious & Paul Hunting aufeinander. Als viertes Team … erschien zunächst nur Jesse Adams in seiner bekannt legeren Art. Er schnappte sich ein Mikrofon und meinte, dass er nach dem gestrigen Fight Blut geleckt habe im Tag Team Bereich wieder auftrumpfen zu wollen. Aber da alle ehemaligen möglichen Teampartner nicht wollten oder verfügbar waren stehe er zunächst allein hier. Zunächst, betonte Jesse … denn plötzlich erscholl „Face Fisted“ und LARA LEE (!!!) feierte nach längerer Abwesenheit ihre Rückkehr zu den Crossover Events.
Und sie setzte dem Match ihren Stempel auf, denn wann immer ihr „Team“ an der Reihe war … übernahm sie zu gut 95% die Action, während sich Jesse Adams somit aufs Selfieschießen beschränken konnte. Es entstand ein kurzweiliges Match, in dem Rapid Fire sich als erstes verabschiedeten: der Australian Goldberg Shane Notorious machte seinem Namen endlich mal wieder alle Ehre und schickte Sam Rivers per Flavour of Fame auf die Bretter. Dem Down Under Duo erging es aber nur wenig später nicht besser, denn via Hail the Princes schickten Storm & Younger Paul Hunting zum Duschen. Somit hatten PoC nur noch Lara & Jesse vor sich. Und auch hier entwickelte sich ein flottes … Handicap mit Kurz-Jesse-Einsätzen. Letztlich aber spearte Lee beide Prinzen um, nachdem Caleb per High Knee gegen den wartenden Adams gekracht war. Der kam dann auch gleich zum Einsatz - sprich wurde von Lara per Canadian’s Tower auf Younger geslamt, bevor sie Storm mit dem Road Killer zum Sieg umsenste.
Die Sieger ließen sich feiern nebst ein paar Snapshots von Jesse … bevor Lara diesen per Backcrusher plättete. Schließlich ließ sie sich ein Mikro geben und meinte, dass dies erst der Anfang sei. Sie würde den Events wie früher ihren Stempel aufdrücken. Dann ging Lee ab, während Sanitäter Adams davontrugen - ein selfiebereites Handy hochhaltend.

Mehr Grund zum Jubeln hatten die Fans dagegen bei Gustav Skarsgard, der gegen Jason Jones antrat. Highflying Action vom Feinsten - das war erwartet worden und das bekamen die Zuschauer auch. Beide gingen sehr energisch zur Sache, wollte doch jeder nach dem verpatzten Tag Team Match zeigen, was er kann. Skarsgard natürlich umjubelt wurde aber beim Swedish Screwdriver ausgekontert, wonach das Tennessee Wolverine sofort in den Jones Clash ging. Was Jason aber nicht mitbekam: Gustav fiel dabei so unglücklich aufs Gesicht, dass er KO ging. So leistete er dann beim Romero Special keine Gegenwehr und Jones gewann. Allerdings merkte er erst hinterher, was geschehen war und kümmerte sich sorgsam um Skarsgard. Der kam recht bald wieder zu Kräften - und ein Hug später war dann auch wieder die Welt der schwedischen Fans halbwegs heil.

Deutliche Skandierungen dagegen für seine Landsmännin. Zoe Ivarsson war in ihrem 3-Way-Dance gegen Emily Harris und Lin Liangyu der unangefochtene Publikumsliebling. Sie passte geschickt ab, wie sich Harris und die Chinesin gegenseitig bekriegten und schulterte letztere nach erfolgreichem Flawless.

Das nächste Match war vom ungefähren Ausgang eigentlich klar, trotzdem spannend erwartet. Denn Kira Sarnova, welche stilecht in einem russischen Panzerfahrzeug in der Halle ankam, traf nun in einem „Sachsenring Streetfight“ auf Ronny Saxonic. Und auch „Made in the GDR“ kam stilecht an: musikalisch von „Rockerrente“ umrahmt fuhr auf einem Anhänger gezogen von einem himmelblauen Trabant 601 in die Arena. Dabei: ein paar Schlagutensilien der besonderen Art wie beispielsweise ein Stapel Amiga-Schallplatten, zwei halbe Broiler, eine Sandmann-Puppe, eine Flasche Rotkäppchen-Sekt, ein Stern-Rekorder und sogar eine abgebaute Fußgängerampel mit Ost-Ampelmännchen … und es kam alles mehr oder weniger zum Einsatz. Saxonic verkaufte sich ausgesprochen gut und gab der doch deutlich dominanteren wie größeren Kira ordentlich Paroli. Als er sie mit der Ampel niederschlug gelang ihm fast der 3-Count. Letztlich aber zeigte Sarnova, was eine echte Kriegerin ist: zwar malträtierte Ronny sie bis zum Trabi, donnerte ihr die Fahrertür gegen den Kopf, das die Scheibe splitterte, doch beim Versuch seinen Finisher „Vorwärts immer“ von der Motorhaube zu springen fing Sarnova Saxonic ab, powerbomte ihn auf die Motorhaube und zum krönenden Abschluss von dieser mit einer weiteren Powerbomb durch das Dach des Autos. Bei Saxonic gingen die Lichter aus und Sarnova feierte blutend, aber triumphierend.

Aus einem Crooked Angle heraus filmte die Kamera eine Szene, in welcher Kevin Sharpe und Shadow zu sehen waren. Beide beratschlagten über eine Sachlage, in welcher der Schatten darüber nachdachte, die Partners in Crime zu informieren, wobei das Ex-Blackheart noch unschlüssig war. Schließlich wisse man noch nicht, mit man es zu tun habe - nur, dass der- oder diejenigen notfalls über Leichen gingen. Man einigte sich darauf, die Sache im Auge zu behalten und jeder wünschte dem anderen Glück für sein Match.
Als die beiden gegangen waren löste sich aus dem Dunkel im Hintergrund plötzlich eine Gestalt mit einer Präzisionswaffe, welche unschlüssig überlegte, wem sie hinterherwetzen sollte …
… als plötzlich eine weitere Person mit einer tief ins Gesicht gezogenen Kapuzen erschien und den Unbekannten angriff. Es entstand ein Gerangel, wonach sich ein Schuss löste - und das Bild schwarz wurde…

Heiß ging es auch im nächsten Match zu, einem Tag Team Fight zwischen den Urban Ultras Berlin sowie den Allied Eagles. Auch hier gab es eine Vorgeschichte, denn das Ausscheiden in der Battle Royal wollten Hank Baxter und Hardsequencer wieder wettmachen. Allerdings machten die lautstark von Carola Birkenstock ringside angefeuerten Jungs, welche aktuell in der GFCW beheimatet sind, es den Adlern nicht gerade leicht. So stand es lange auf Messers Schneide, welches der beiden deutsch-britischen Teams es letztlich schaffen würde … und dies waren die Ultras, nachdem Slay beim Off the Heazy am Seil wackelte und Baxter raussegelte. Die Ultras zeigten den ACAB gegen Hardsequencer und holten sich den Sieg. Die Eagles blickten zwar ein wenig missmutig drei, nickten dann aber anerkennend.

Mit den Winds of Change ging es faktisch weiter, denn nun traf als Epilog des gestrigen Fatal-4-Way-Matches Shadow auf David Collsen. Im ehemaligen Champion der AAE – Events brannte noch immer das Feuer von Rache und Prestige – was man dann auch der Matchführung zunächst anmerkte. Der Kanadier teilte wuchtig gegen den früheren PCWA Champion aus, welcher sich erst nach und nach wieder heranfightete. Aufsehen erregte Collsens Konter aus dem Totale Eclipse: er strampelte sich frei und münzte den Move im gleichen Zug in den G.T.N. um, den er auch durchzog. Allerding fiel der Schatten durch die Wucht und Seile nach draußen. Collsen bereitete sich darauf vor durch Count Out zu gewinnen, als Shadow noch unter den Ring rollte und er dann doch nachsetzen musste. Der Soul Survivor kam am anderen Ende raus und kletterte noch vor Fristende wieder ins Seilgeviert. Dadurch angestachelt ging Collsen wieder etwas aggressiver vor, wurde letztlich aber souverän ausgekontert: den Nightmare Shadow drehte der Schatten in einen Backslide, aus welchem Collsen sich befreite. Den sofort angesetzten Standing Dropkick wendete Shadow mit den Circles of Hell ab. Und da Collsen ringmittig lag blieb diesem kein Entrinnen. Da er sich aber vehement gegen das Aufgeben zur Wehr setzte wurde er schließlich besinnungslos und ausgezählt. Shadow somit siegreich, womit dem früheren PCWAler eine zusätzliche Revanche gelang: bei einem Weihnachtsevent etliche Jahre zuvor sowie beim letzten NWD war er dem Kanadier noch unterlegen gewesen.

Six Men Tag Action dann im folgenden Fight: das IPW-Trio der European Dragons und Fubuki schickte sich an gegen eine Dreiergruppe aus dem fernen Shenzhen: die ehemaligen Pearl River Tag Team Champions Hardcore Dragon & Xander Xi, komplettiert von der Chinese Suplex Machine Lee Won. Es schepperte ordentlich was die Ringaktionen anging, wobei Fubuki und Won teils für das Highflying zuständig waren. Am Ende aber blieben die Drachen über die Männer aus dem Reich der Drachen siegreich: zwar nicht gegen den Hardcore Dragon, aber gegen Xi als die „Claw from Hongkong“ setzte es den Drachenbiss zum Sieg.

Daran schloss sich der bereits angekündigte Co - Mainevent an, in welchem es jetzt schon um die AAE World Heavyweight Championship ging. Und wie mittlerweile alle mitbekommen hatten, schätzte Prince Thor Crane seine Chancen gegen Titelträger Kevin Sharpe recht hoch ein. Nicht verwunderlich also, dass der Stockholmer, obwohl nur mäßig angefeuert, alles in die Waagschale warf, was er aufzubieten hatte. Auch seine eher verbotenen Spielarten mit fortlaufender Kampfdauer, als er merkte, dem früheren Blackheart nicht beikommen zu können. Die Stimmung schlug nun eindeutig auf Kevs Seite um, der den Fight fortan diktierte. Trotzdem die Schrecksekunde, als im Moment der Maximum Violence Crane mit einem blitzschnellen Inside Cradle kontern und Sharpe bis drei aufrollen konnte - ungesehen, dass Kevin das andere Bein ins Seil bekommen und PTC heimlich per Hosenbundgriff nachgeholfen hatte. Der Schwede ließ sich schon feiern, als Peter Oake ihn über die Beobachtungen informierte und den Fight neu ansetzte. Der Prince war außer sich vor Wut und diskutierte, so dass er von einem weiteren Finisher Sharpes überrascht wurde. Cover, aber Crane gelang der Kick out, was überraschte. Nachdem das Geschehen einmal mehr in eine Nearfall Revue verfiel und Sharpe sich gar aufs Toprope wagte, versuchte Crane von hier eine Turnbuckle Version des Execution DDTs anzusetzen. Blackheart war allerdings auf Zack und warf sich und Crane mit einer Art Spinebuster nach unten. Hier setzte er umgehend den That’s gonna hurt! an … hatte dabei aber sichtlich Probleme, da Crane mit einem noch freien Bein gegen dessen Kopf trat. Kurzerhand plante Kev um, zeigte einen schnellen Headbutt to the Groin und lud den Schweden hiernach auf - Maximum Violence! Und die genügte zum Sieg. Kevin Sharpe verteidigte die Championship und war sichtbar glücklich, während man Crane seinen Unmut darüber mehr als deutlich ansah.

Tja - und schließlich war der Mainevent gekommen. Das allerletzte NWD - Match von Northern Superior, in welchem sie es mit den Partners in Crime zu tun bekamen. Eine Begegnung, die nicht zum ersten Mal stattfand und zumindest einiges versprach. Und letztlich kann man sagen: der Vorfreude wurden die Vier gerecht. In den folgenden gut 30 Minuten Matchzeit ließen es „Hausherren“ und Gäste im Rahmen der Regularien ordentlich krachen und lieferten sich eine spannende Schlacht. Matt Stone brachte kurzzeitig sogar eine Leiter ins Spiel, welche allerdings nur außerhalb stand und ihm als Sprungempore diente. Die Partners in Crime erwiesen sich als ebenbrütige Gegner, welche Christiansson und Ragnarök jeweils u.a. mit Submission Moves mürbe zu machen versuchten, aber ebenso scheiterten wie wenig später mit einem ersten Stormy Goodbye. Auf der anderen Seite gelang Cardigan aber auch ein Kick Out aus der Hammer of Gods/Lightning Blade - Kombi. Trotzdem blieb der Kampf verhältnismäßig fair … und endete auch verhältnismäßig knapp. Nachdem Viktor per 450° Splash geplättet wurde sollte der Stormy Goodbye gegen Christiansson folgen. Alex wurde katapultiert … fuhr aber seinen Lightning Blade - Arm vor Stones Thrustkick Bein aus. Stone entging dem noch knapp, fuhr nun aber selbst einen Rolling Elbow aus - genau wie der aus den Seilen herausfedernde Alex. Beide knocken sich derart damit aus, dass Christiansson in einer Ecke zusammensank und Machinegun durch die Seile stürzte. Cardigan sprang derweil per Kip Up auf die Beine - und direkt in einen weiteren Hammer of Gods von Viktor. Unter der Lariat tauchte Trent allerdings durch und traf selbst per Inverted Atomic Drop. Der Hard Rain folgte, aber Viktor kickte aus. Der Wirbelsturm bereitete die Twister Bomb vor … als Christiansson wieder zu Kräften kam. Im Bocksprung ging Trent auf ihn los - und in einem Powerbomb Einsatz. Ragnarök sah - und reagierte: Winter is coming!!! Diesmal mit vertauschten Rollen, doch der Move ging durch. Stone hatte sich derweil wieder auf den Apron geschleppt, sah das Cover Viktors und flog per Springboard Aktion heran … leider ein Nanosekunde zu spät. Peter Oake zählte das Cover durch wir haben die einzig wahren Sieger: Northern Superior!

Jubel brach in der Tele2 Arena los. Pyros donnerten und Konfetti regnete von der Decke. Takeda kamen zu Ring und spielten das Theme Superios ein, während die beiden sich mit den Partners abklatschten bzw. sich umarmten. Denn jeder wusste: das war es jetzt für die Anderson Events mit den beiden. Nach und nach strömte der Rest des Kaders in den Ring, um Alex und Viktor ebenfalls nochmals Danke zu sagen. Schließlich schwang die Musik um zu „I wish everyday could be like Christmas“, während sich mit Gustav auch noch Eric Skargard zu den beiden gesellte wie auch die Ehefrauen des Duos, was die Zuschauerreaktionen noch einmal eine Stufe höher schallen ließen.
Und … Eric hatte noch eine Art Trophäe in Form eines in Glas eingehüllten Bergkristalls dabei. Northern Superior nahmen diese entgegen … um sie letztendlich den Partners in Crime in die Hand zu drücken. Symbolik pur.

Schließlich, während sich ein Großteil des Restes rote Weihnachtsmann-Mützen aufsetzte, richteten Northern Superior noch einmal das Wort an Fans: sie bedankten sich für die vergangenen Jahre, welche sie nie vergessen werden. Dann wünschten sie allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, womit die Show letztlich schloss.
Zuletzt geändert von Golphin1701 am Mi 27. Dez 2023, 12:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Kevin Sharpe » So 24. Dez 2023, 13:38

Saubere Arbeit mal wieder. Top!
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#3

Beitragvon IDK Ryu Bateson » Mo 25. Dez 2023, 23:25

War wieder mal ne feine Lektüre. Northern Superior als Dreh- und Angelpunkt des Ganzen in Schweden hat auch prima gepasst, wobei die symbolische Fackel- bzw. Kristallübergabe am Ende wohl noch besser gepasst hätte, wenn die Nordlichter verloren hätten, aber das war ob der Location natürlich schwer darstellbar.^^

Mein einziger echter Kritikpunkt wäre Kira Sarnovas Auftritt im russischen Panzer, den halte ich aufgrund offensichtlicher Umstände für etwas fragwürdig, insbesondere für so ne Festveranstaltung...

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Beitragvon Golphin1701 » Di 26. Dez 2023, 09:13

IDK Ryu Bateson hat geschrieben:
Mo 25. Dez 2023, 23:25
Mein einziger echter Kritikpunkt wäre Kira Sarnovas Auftritt im russischen Panzer, den halte ich aufgrund offensichtlicher Umstände für etwas fragwürdig, insbesondere für so ne Festveranstaltung...
So im Nachhinein betrachtet glaube ich inzwischen auch: nicht ganz richtig Idee meinerseits. Hätte das auf ein gepanzertes Fahrzeug beschränken sollen.

Ansonsten - danke.
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#5

Beitragvon Ronin » Mi 27. Dez 2023, 12:57

Abgesehen davon freut mich die Show auch immer wieder, auch mit dem Kritikpunkt. Vor allem finde ich die Mischung der Dragons mit Fubuki interessant, aber bei den vagen Andeutungen der Verbindung kann da eigentlich noch niemand den möglichen Zusammenhang sehen.
Dazu noch einige Figuren die ich fast schon vermisse. Ist Shadow eigentlich noch irgendwo aktiv?

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#6

Beitragvon Golphin1701 » Mi 27. Dez 2023, 13:29

Ronin hat geschrieben:
Mi 27. Dez 2023, 12:57
Abgesehen davon freut mich die Show auch immer wieder, auch mit dem Kritikpunkt. Vor allem finde ich die Mischung der Dragons mit Fubuki interessant, aber bei den vagen Andeutungen der Verbindung kann da eigentlich noch niemand den möglichen Zusammenhang sehen.
Dazu noch einige Figuren die ich fast schon vermisse. Ist Shadow eigentlich noch irgendwo aktiv?
Momentan nur noch hier als Freelancer. Keine Ahnung, ob sich irgendwann mal wieder was ergibt.
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