WFW Ravage #359 - ToH Day 2

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WFW Ravage #359 - ToH Day 2

#1

Beitragvon IDK Ryu Bateson » Mo 13. Nov 2023, 03:12

Die Stimmung im Madrilenischen Stadion war bestens und das aus gutem Grund: WFW war mit dem großen Tournament of Honor der Damen in Spanien zugegen und aufgrund der Auslosung am ersten Turniertag stand bereits fest, dass die beiden Spanierinnen im Einzelturnier beide heute ihr Match haben würden. Und als ob das nicht bereits Grund zur Freude genug wäre, war auch Temptation Champion Miku Sendou noch in der Verlosung, es konnte also sogar einen Titelkampf für eine der beiden geben – wobei man Queen Elise als früherer Titelträgerin und Turniersiegerin sicherlich größere Siegeschancen zusprechen konnte als der Developmental Rookie Regina Reyes. Aber das war ja für den Moment eh alles nur Gedankenspielerei. Sicher war nur, dass die erste Turnierrunde des Einzelwettbewerbs heute enden würde, während die Tag Team und Trios Turniere mit je vier Erstrundenmatches vertreten sein würden und dann zur Hälfte rum wären.
Los ging es nun aber erst einmal mit dem Einzelturnier, dem siebzehnten der insgesamt 32 Matches der Temptation Tourney.


If It’s For You

Die ersten Augenblicke des zweiten Turniertags hatte eine der Top-Rookies von Next Level Wrestling für sich, Diana Rolando – deren Name einige aufhorchen ließ, ob sie nicht vielleicht auch Spanierin war. Anders als andere hatte sie über ihre Herkunft bisher nie etwas gesagt, rein vom Auftreten sah es aber nicht nach Heimurlaub aus. Vielleicht war die Frau mit dem brünetten Flechtzopf und weißen Haarspitzen im knappen Kampfkleid ja Italienerin? Auf jeden Fall aber war sie nun schon länger ein „Top-Talent“ und hoch motiviert dieses Turnier zu nutzen, um dem Talentstatus zu entwachsen.

Ruins

Was gab es Besseres, um WFW als Promotion und das ToH als Wettbewerb als ernst und seriös zu pushen als tanzende Mumien, die einen Sarkophag in die Arena trugen, welcher die selbsternannte ägyptische Göttin „Astarte“ Cleo Clearfail entstieg? Was dem Auftritt an Ernsthaftigkeit mangelte, wurde durch gute Stimmung ersetzt, einige Fans fingen an, die simplen aber ausladenden Tanzmoves der Mumien mitzumachen, es hatte etwas positiv ansteckendes. Obgleich auch die Befürchtung bestehen musste, dass die Mumien nicht nur hier waren, um zu tanzen, sondern auch, um ihrer Göttin bei Bedarf zu helfen, so sie ihren Knackarsch versohlt kriegen sollte. An und für sich war Astarte zwar als ehemalige Next Level Wrestling Titelträgerin über Diana einzustufen, aber groß war die Kluft nicht – auch die Ägypterin mit dem seidigen, schwarzen Haar mit blonden Strähnen war immer noch ein Developmental Talent, lediglich ein erfolgreicheres.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (17/32)
Diana Rolando vs. „Astarte“ Cleo Clearfail


In der Tat sah man in den Anfangsminuten keinen großen Qualitätsunterschied zwischen den beiden Frauen, sehr wohl aber einen gravierenden Unterschied im Kampfstil: Astarte wollte mit technischer Härte zum Erfolg kommen, Diana setzte auf Schlagkraft und Tritte und diese bekam die Ägypterin nicht gut geblockt, geschweige denn gekontert. In Sachen Agilität waren beide gut dabei und nahmen sich nicht viel, ergo ging das Match weitgehend in eine Richtung: Astarte bekam zwar hier und da mal Zugriff, aber sie musste zwischen diesen Momenten eine Menge einstecken und bekam nach Dianas Piledriver kaum noch die Schulter hoch.
Als diese dann die Ringecke erklomm, um per Double Boot Stomp nachzusetzen, wurden jedoch die tanzenden Mumien aktiv, inklusive einer Mumie, die auf dem Apron abtanzte zur Ablenkung und einer weiteren Mumie, die Diana am Stiefel festhielt und so deren Absprung verzögerte. Das gab Astarte die Zeit sich zu erholen, Diana auf der Ringecke zu attackieren, per Back Body Drop hinter sich zu werfen und dann selber nach oben zu klettern: Coffin Drop, bzw. Sarcophagus Drop hinterher, Cover, Eins, Zwei, Drei und das Match war gelaufen. Erstes Match des Abends und schon ein ehrloser Sieg im Turnier der Ehre, der mächtig ausgebuht wurde. Grund genug für Astarte sich mit demonstrativen Krokodilstränen über die Fans lustig zu machen und so ihre Unbeliebtheit weiter in den Keller zu steigern.


Vesper Umbra

Beim ersten Turniertag folgte Tag Team Action am Anfang auf den Einzelkampf, heute war das Trios Turnier zuerst dran und zwar mit drei Frauen, die bei Hour of Glory die Chance hatten Trios Champions zu werden, diese aber nicht nutzen konnten: die schwarzmähnige Japanerin mit den türkisen Haarspitzen, Ren Tsuchi, und ihre beiden Partnerinnen nicht näher definierter Herkunft, die Femme Fatales Neea und Hildrun. Die zur Gruppierung „The Ambitious“ zählenden Damen wurden mächtig ausgebuht, insbesondere Neea und Hildrun, die sich in vielfacher Hinsicht negativ hervorgetan hatten – auch weil sie Hibari Inaba dabei hatten. Die rosa bezopfte Frau mit dem Hasenohrenhaarband war zwar wie Ren eine absolute Augenweide, aber sicher nicht nur hier, um das Match sehenswerter zu machen, sondern um ihren Kameradinnen tatkräftig beizustehen, um sich zur Not den Sieg zu erschleichen.

She’s a Pirate

Die eh schon nicht übermäßig vor Freude strotzenden Visagen der Ambitionierten wurden noch frustrierter, kaum dass die Musik der Crimson Shark Pirates eingespielt wurde. Die Korsaren rund um Captain Leanan Mitsurugi waren ihrerseits dafür bekannt es mit dem Regelbuch nicht so genau zu nehmen und sie hatten alle vier männlichen Matrosen mit am Start. Die Chancen der Ambitionierten einen einfachen Mogelsieg einzufahren waren gerade nahezu komplett ausgelöscht worden, noch bevor das Match begonnen hatte. Klar, dass Captain Ann, die Piratenprinzessin Kairi Hojo und Navigatorin Ayu Himekawa mit breitem Grinsen zum Ring kamen, auch ohne eine von unzähligen Rubinkisten aus einem überfluteten Hyrule geborgen zu haben. Sie sahen eine sehr machbare Aufgabe vor sich.


Tournament of Honor – Trios Tourney Round 1 (5/16)
The Ambitious (Hildrun & Neea & Ren Tsuchi (C))
vs.
Crimson Shark Pirates (Ayu Himekawa & Captain Ann (C) & Kairi Hojo)


Die Piratinnen sollten recht behalten. Die Aufgabe war machbar für sie und wurde gemacht, Neea und Hildrun kannten nur die harte Tour und die gingen die Piratinnen locker mit. Ren versuchte das Ganze zu dirigieren, aber ob ihrer Schüchternheit konnte sie sich bei den Femme Fatales nicht das nötige Gehör verschaffen. Und so kam es wie es kommen musste: Kairi zeigte ihren Insane Elbow in Ayus Blue Thunder Bomb hinein als Kooperationsattacke gegen Hildrun, das war das 1:0. Das 2:0 folgte nach Captain anns Free Fall Drop gegen Hildrun, die es gar nicht gewohnt war, dass Gegnerinnen groß und stark genug waren, um ihr so etwas anzutun, gefolgt von Ayus Running Destroyer, genannt Kawakaze. Hibari wollte irgendwas tun, aber da direkt zwei Matrosen sie ins Sandwich nahmen, kam sie nirgendwo hin, Leanan und Kairi hielten Ren und Neea vom Eingriff ab und so war das 2:0 nur lockere Formsache.


Korobeiniki Type A

Russisch anmutende Töne waren nun nicht gerade etwas, was für Begeisterung sorgte, auch wenn die Musik natürlich in erster Linie für die Welt der Videospiele stand wie nicht viele andere. Passende Klänge für die „Gamer Goddess“ Kirari Amahoshi, die blonde Japanerin mit den weißen Haarspitzen, die noch einmal prüfte, ob ihre Twintails richtig saßen, die Socken auch beide auf gleicher Höhe ihrer Oberschenkel waren und ihr Top auch richtig saß und sich ihre Nippel samt Ringen darin abzeichneten. Wäre ja schlimm wenn nicht. War aber alles perfekt, die Überprüfungen unnötig, aber sie verrieten: Lampenfieber. Livestreaming war sie ja gewohnt, aber da konnte sie so oft resetten, wie sie wollte, nun hatte sie nur eine Chance ohne Extraleben und Continues. Unnd ihre Gegnerin konnte schließlich Miku Sendou sein...

The Pit

Das war aber nicht Miku Sendou, obgleich es die richtige Nationalität war, kam doch mit Mizuho Satake eine andere Japanerin zum Ring. Enges, die große Oberweite bespannendes, bauchfreies Matrosentop oben, kurzer Faltenrock unten, langer Zopf hinten, im Gesicht war aber kein Lächeln – was nichts mit der Niederlage ihrer Stablekolleginnen von The Ambitious zu tun hatte, sondern damit, dass ihr geliebter Miz seit dem Grandslam nicht mehr im WFW TV aufgetaucht war. Sie schaute sich nach ihm um, fand ihn nicht im Publikum und war demotiviert.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (18/32)
„Gamer Goddess“ Kirari Amahoshi vs. Mizuho Satake


Mizuhos Demotivation war auch im Match spürbar. Man konnte nicht sagen, dass sie das Match abgeschenkt oder nicht ernst genommen hätte, der Wille war absolut da – zumal ein Sieg ja vielleicht ihren Miz zu ihr zurückführen könnte oder so. Aber die Zielstrebigkeit fehlte, die Konzentration fehlte.
Ganz anders Kirari, die konträr dazu fast schon überhastet wirkte in manchen Situationen und deshalb unsauber agierte. Und so wurde es zu einem Duell der Nerven, soll heißen wer sie zuerst in den Griff bekam. Die Antwort darauf war: eine Japanerin.
Kirari, um genau zu sein.
Sie konnte sich nämlich aus dem Ansatz zum Skull Crushing Finale herauswinden, mit dem Game Changer Lariat kontern und dann bei Mizuho den Game Over ansetzen und auch durchziehen. Damit war es vorbei, Mizuho konnte nirgendwo hin und musste abklopfen, wonach sie nur noch deprimierter wurde. Die Gamer Goddess hingegen zelebrierte ihren Sieg mit Posen, Luftküssen und ein paar Selfies mit Fans, ihr Grinding aka Wrestlingtraining hatte sich bezahlt gemacht – ihr erster wirklich großer Sieg war geschafft.


Hot Mess

Der Jubel hielt sich in Grenzen, die Buhrufe auch, ganz große Reaktionen zog der Auftritt von Chelsea Green nicht bei den Fans, dafür war sie zu lange einfach nur anwesend gewesen im Developmental Bereich von Next Level Wrestling ohne herauszustechen. Mal gewonnen, mal verloren, seit ewigen Zeiten nicht am Mikro – und obgleich nicht unattraktiv, war sie auch in der Hinsicht im von höchst attraktiven Frauen überquellenden Roster nicht auffällig. Aber das konnte sich ja mit einem starke Turnier rasch ändern.

The Great Sorceress

Das Licht wurde gedimmt, ein großer Hexenhut fiel auf die Einzugsrampe, verpuffte in gesundheitlich unbedenklichem Nebel und zum Vorschein kam eine Expertin für Magie, Zaubertricks und Beschwörungen, die bis vor einiger Zeit noch eine Seele ohne Körper war, eine Seele, gebunden an ein Artefakt. Ein unbeseelter Homunculus Körper wurde ihr neues Heim und nun war sie also wieder in der Welt der Lebenden: Dominique Rouge, genannt Domirou. Sie hatte sich eigentlich ausgiebig beschwert für das Einzelturnier aufgestellt worden zu sein, aber hier und jetzt hatte sie gute Laune. Anders gesagt: sie nahm Chelsea Green nicht ernst und sah einen leichten Sieg vor Augen. Was eine ganz schlechte Einstellung war, man musste beim Tournament of Honor jede Gegnerin ernstnehmen, bis sie besiegt war.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (19/32)
Chelsea Green vs. Dominique Rouge


Chelsea ging offensiv wie arrogant ins Match, dominierte aber trotzdem weitgehend das Geschehen. Neun Jahre Ringerfahrung waren definitiv viel mehr als die kaum zählenden zwei Jährchen von Domirou, zumal die Hexe in dieser Zeit nicht viele reguläre Matches absolviert hatte.
Zwar bewies die magische Wiedergeborene ihr kluges Köpfchen und ordentliche Basisaktionen, aber nichts deutete darauf hin, dass sie Chelsea gefährlich hätte werden können. Tatsächlich bettelte Dominique sie sogar mehrfach um Gnade an und krabbelte fliehend vor Chelsea davon, die so erst recht davon überzeugt wurde, dass sie dieses Match unmöglich verlieren konnte.
Sie begann Dominique vorzuführen und die ließ sich vorführen. Doch wer genau hinsah, bemerkte, dass Dominique immer dann, wenn sie sich von Chelsea unbeobachtet fühlte, lächelte und dieses Lächeln immer breiter wurde. Und als Chelsea dann zum Curb Stomp in die Ringecke ansetzen wollte, da schlüpfte Dominique plötzlich unter ihr hindurch, überraschte sie per Exploder und setzte mit der Shining Witch nach!
Eins, Zwei, DrKICKOUT!
Das war knapp, aber ganz so einfach ließ Chelsea sich dann auch wieder nicht überrumpeln.Dachte sie, als sie plötzlich in den Paradise Lock verknotet wurde und Domirou sich mit überschlagenen Schenkeln auf sie setzte. Plötzlich war es Chelsea, die vorgeführt wurde und sich nun entknoten musste… und kaum war das geschafft, kassierte sie die zweite Shining Witch. Vermutlich hätte das ausgereicht, aber die Hexe setzte trotzdem weiter nach, nur um ganz sicher zu gehen: Calamity Bomb. Eins, Zwei, Drei. Chelsea hätte es besser wissen müssen, nun war es zu spät. Dominique Rouge hatte sie in falscher Sicherheit gewiegt und dann gnadenlos ihre Chance genutzt, als diese sich geboten hatte. Die Hexe verbeugte sich glucksend, ihre Vorführung war beendet, sie hatte eine tolle Zaubershow geliefert – und das ganz ohne Zauber. Und doch fühlte sich Chelsea nun verflucht schlecht, während das Publikum bezaubert war...


The Very End

Sie waren immer noch junge Veteraninnen, hatten bei Hour of Glory im Main Event gestanden und dort nicht den Tag Team Titel zurückgewinnen können: Luna und Rebecca Flamberge, gemeinsam Common Justice Antithe’Sis oder besonders im Trio mit Queen Elise Anarchy Apoteo’sis genannt. Die Niederlage hatte sie definitiv frustriert und diesen Frust wollten die beiden lila Teufelinnen nun an jemanden auslassen. Denn sie waren in ihren eigenen Augen das beste Tag Team überhaupt und dass es daran nun Zweifel gab, das kratzte am Ego. Und weil sie auch in der Tat ein unfassbar gutes Tag Team waren, würde ihrem großspurigen und aggressiven Auftreten sicherlich eine Leistung folgen, wo nur die Besten der Besten mithalten würden können.

Arcadian Sky

Sie gehörten nicht zu den Besten der Besten, noch nicht. Die Lovely Braves waren aber sehr wohl das beste Developmental Tag Team, wie ihre goldenen Gürtel bewiesen. Auch wenn die Predigerin der Liebe, Ai K. Ousaka und ihre stille, ernsthafte Partnerin Yume Amano das Gold nur durch Hilfe von Ninjas gewonnen hatten. Ja, Ninjas. Ninjas, gestellt von ihrer Strategin Sakura Sanada, die sich für dieses Match mit ans Kommentatorenpult setzte – wo sie auch sitzenbleiben sollte. Um den Next Level Wrestling Tag Team Titel würde es hier nicht gehen, weil die Flamberges zum Main Roster gehörten, sie hatten also in sportlicher Hinsicht hier nichts zu verlieren und dafür ganz viel zu gewinnen. Ein Sieg gegen die Flamberges wäre ein Karriere Meilenstein, keine Frage.


Tournament of Honor – Tag Team Tourney Round 1 (5/16)
Anarchy Apoteo’Sis (Luna Flamberge & Rebecca Flamberge)
vs.
The Lovely Braves (Ai Kaori Ousaka & Yume Kohime Amano) {Next Level Wrestling Tag Team Champions}


Das Engagement der Lovely Braves wurde rasch zum Härtetest, denn die Flamberges verprügelten die beiden nach Strich und Faden. Es war sicherlich nicht so, dass Ai und Yume nicht auch mal was gelungen wäre, aber wann immer das der Fall war, animierte dies die Flambergesnur dazu ihnen noch härter zuzusetzen. Grund genug für Strategin Sakura Sanada Plan B einzuleiten und der hieß: Ninjas. Vermutlich Kunoichis. Schwer zu sagen, sie waren nämlich ziemlich verhüllt, wie sie zur Tat schreiten wollten.
Mit Betonung auf „wollten“. Die drei Shinobi verteilten sich um den Ring, eine hopste auf den Apron, aber noch ehe der Referee hätte abgelenkt sein können, hatte Luna auch schon wieder per Lariat die Assassine vom Apron entfernt. Den anderen beiden erging es nicht viel besser. Aber das ermöglichte es Yumeko von hinten an Rebecca heranzukommen und sie in Electric Chair Position auf die Schultern zu hieven! Ai kletterte die Rimgecke hoch und sprang ab mit ihrem Goose Bump, der Flying Shoulderblock… aber Luna fing sie ab und hatte Ai dann geschultert. Der F-5 aka die Doom Spiral folgte, in der Zwischenzeit klopfte Rebecca auf Yumes Birne ein, bis diese zusammensackte und Rebecca wieder im Ring zu stehen kam. Dann wurden beiden Lovely Braves die Beine verknotet, sie wurden an den Armen hochgezogen, Fuß, bzw. Stiefel in den Nacken – Tandem Curb Stomps!
Cover: Eins, Zwei, Drei. Dank der Ninjas wurde es zumindest kurzfristig doch noch spannend, aber im Großen und Ganzen war das eine Machtdemonstration der Flamberges. Sie feierten kurz per Pose, die sie schön hielten, bis die Fans sich bereit machten Fotos zu machen, dann brachen sie die Pose rasch ab und amüsierten sich über die enttäuschte Gesichter. Hour of Glory war nicht vergessen, aber das hieß nur, dass sie nun extra gefährlich waren ob dieser unschönen Erinnerung. In einem stark besetzten Tag Team Turnier gehörten sie zu den absoluten Favoritinnen, das hatten sie gerade unmissverständlich demonstriert.


Malicious

Ihr Ding war die Psychologie, sowohl die psychische Betreuung und Beratung innerhalb der Camus Company, als auch psychoanalytische Studien zum eigenen Vergnügen, soll heißen zur Fortbildung in Feldstudie. In anderen Worten: Rina Falkenstein war eine Meisterin der psychologischen Hilfe – und der psychologischen Kriegsführung. Und sie wusste, wie man den eigenen, kurvigen Körper zu verpacken hatte, um möglichst viele Cheap Pops zu ziehen. Was in erster Linie hieß relativ viel Brust und Hintern nicht zu verpacken und bauchfrei zu sein. Was in einer Promotion wo die meisten nicht mit Reizen geizten hieß einen Minirock zu tragen, der weder oben noch unten auch nur versuchte das Hinterteil zur Gänze zu bedecken. Man ergänze sehr hohe Lackstiefel, Handschuhe und ein generelles Auftreten einer Domina und schon lag ihr ein guter Teil der Zuschauer zu Füßen. Im übertragenen Sinne, verstand sich.

Believe

Rina grinste breit, als sie sah, dass sie ein besseres Freilos als Gegnerin zugelost bekommen hatte. Die selbsternannte Göttin Hestia Heliotrope war kleidungstechnisch das Kontrastprogramm zu Rina: ihr weißes Göttinnenkleid aus dem Second Hand Laden um die Ecke saß zwar eng an und bedeckte ganz sicher nicht den ganzen Po, aber Ausschnitt für die Brust gab es ebensowenig wie Stiefel – oder sonstige Bein- und Fußbekleidung. Letzteres war natürlich im WFW Roster eher der Regelfall als die Ausnahme, was ihren posenreichen Auftritt und adretten Zehenspitzenschritt nicht weniger attraktiv machte. Mit ihren dunklen Zöpfen und blonden Strähnen obendrauf sah sie definitiv aus wie eine Göttin mit billiger Garderobe und trat auf wie eine Göttin – aber war sie auch tatsächlich eine? Ging es um Optik und Auftreten war das WFW Roster voller Göttinnen, dies von sich behaupten taten jedoch nur die Wenigsten...


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (20/32)
Rina Falkenstein vs. Hestia Heliotrope


Rina war auf jeden Fall sofort fasziniert von Hestia und begann ohne Umschweife mit einer Analyse von deren Psyche, was hieß, dass Rina verdammt viel Getratsche in das Match einbaute und es mächtig in die Länge zog – sehr zum Unmut von Hestia, die eigentlich von Rina wollte, dass sie sich einfach hinlegt und pinnen lässt.
Es war ja eine Ehre in Hestias Präsenz sein zu dürfen und deren Fuß auf der Brust zu spüren, das sollte Dankbarkeit und Demut nach sich ziehen und die Bereitschaft Hestia den Sieg zu überlassen. Diese Forderung wiederholte Hestia mehrfach, aber Rina ging nicht darauf ein. Je länger das Match dauern würde, desto länger konnte sie ihr neuen Forschungsobjekt aus nächster Nähe studieren.
Rina sah auch keinen Weg, wie Hestia wirklich gefährlich werden könnte, auch wenn diese nun ihre Vergeltung für den Ungehorsam ankündigte.
Diese „Vergeltung“ waren ziemlich banale Standardaktionen, die Rina mühelos aushielt, blockte oder konterte ohne wirklich in Gefahr zu geraten. Zumindest bis Hestia die etwas größere und schwerere Frau auf die Schultern hieven und per Inverted GTS aufs hochgezogene Knie knallen konnte! Feast Your Eyes! Hestia erstarrte nach geglückter Aktion mit hochgezogenem Knie, etwas ungläubig, dass ihr das gerade gelungen war.
Dann gab es Hopserlauf Sprünge vor Freude samt Posen, sie ließ sich feiern und… vergaß darüber das Cover. Als Rina wieder zu sich kam, da war sie gewarnt. Sie klatschte sich selber vor den Pony, sich tadelnd das Klischee aller Klischees nicht bedacht zu haben: jede Gegnerin war ernstzunehmen. In Hestias Freudenhopser hinein gab es dann einen deftigen Dropkick, der die Göttin in die Rinecke knockte, Rina setzte per Corner Splash nach, verfrachtete Hestia nach oben und dann… Brainbustaaa~! Auf die Ringecke, Hestia platschte auf die Matte, Cover, Eins, Zwei, Drei. Eine Runde durchatmen für Rina – auch wenn Wrestling eher Hobby statt Nebenberuf war, hätte sie Spott und Schade ertragen müssen, wenn sie dieses Match tatsächlich vermasselt hätte. Und genau das wäre ihr beinahe passiert. Beinahe.


Blood Red Rainbow

Der abend war noch jung und hatte doch bereits ein breites Spektrum an Kuriositäten geboten: tanzende Mumien, Göttinnen, Zauberinnen, Ninjas… höchste Zeit, dass auch ein Exemplar der blassen Blutsauger ihren Auftritt hatte. Ekaterina Akenova hatte ein Cape übergeworfen und obgleich ihr Blick durch die Fans wanderte, war der Vampirin eigentlich egal, was die Energy Drinks von ihr dachten. Obgleich der vereinzelte Zuspruch die frühere Turniersiegerin und Titelträgerin durchaus nicht komplett kalt, sondern vielmehr lächeln ließ. Komplimente hörten halt die meisten gern, die grün bezopfte Blutsaugerin mit dem stachelsträhnigen Pony und Seitensträhnen inklusive.

Dark Sun

Kaum ertönten die Klänge von Monica Shades Einzugsmusik, da wurde es laut. Sehr laut. Jubel und vor allem „Holy Shit“ Chans ertönten, noch bevor die rosarot bezopfte Hirtin ihres plüschigen Stoffschweins einen Fuß vor den Vorhang setzte. Was nicht gänzlich an der Popularität von Monica oder „Lady Rosi“ lag, sondern dass die Aufsteigerin des Vorjahres gegen Ekaterina gelost wurde. Was am gestrigen Tage InAnna Klang gegen Miu Mitsurugi gewesen war, das war hier und jetzt dieses Match: ein Match zweiter Frauen, das auch genausogut das Finale hätte sein können. Zwei ehemalige Titelträgerinnen, Turniersiegerinnen und Schneeköniginnen im direkten Duell gegeneinander, hier und jetzt in Runde 1.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (21/32)
Ekaterina Akenova vs. Monica Shade


Beide Frauen bauten sich voreinander auf, musterten sich noch einmal, dann schnellte Ekaterina nach vorn, wollte Monica in einen Lock Up zwingen, aber diese machte einen Rückwärtssalto als Ausweichmanöver und Angriff zugleich: Sumersault Kick, gefolgt von einem Jumping Clothesline – aber den Jumping Clothesline fing Ekaterina ab und konterte ihn in einen Exploder!
Was für ein Auftakt und so ging es auch weiter zwischen den beiden: hohes Tempo, Intensität und Zielstrebigkeit zum Sieg. Monica wusste, dass die Vampirin ob ihrer unsterblichen Natur nicht außer Atem kommen oder müde werden würde, also gab es für Monica nur den Vorwärtsgang, auf dass der permanente Druck zu einer entscheidenden Aktion führte. Je länger das Match dauerte, desto besser für Ekaterina. Diese versuchte natürlich das Tempo zu drosseln und Monica auf die Matte zu zwingen, aber diese rollte sich immer wieder aus Griffen heraus, sowohl spektakulär als auch zweckmäßig.
Die üblichen Chants von wegen „This is Awesome“ oder „Fight Forever“ ließen nicht lange auf sich warten, was Monica einen kurzen Facepalm vollführen ließ sie powerte ja explizit so sehr, damit das Match eben so kurz wie möglich war und eben nicht ewig währte. Ekaterina war das auch klar und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, das sie aber nicht die Konzentration verlieren ließ. Es ging weiter hart zur Sache – Russian Legsweep von Ekaterina, geblockt und gekontert per Elbows seitens Monica, geblockt und Übergang zum Lightning Dragon Suplex, aber gestanden von Monica Shade… es ging hin und her und dann versuchte sich Monica an der Tour of the Islands, aber Ekaterina konterte in ein Small Package, doch Monica rollte mit durch, hinein in eine Konterrolle von Ekaterina, die aber hatte Monica auch erahnt und konterte mit eigenem Rollmomentum… und dann blieben sie im Small Package geknotet liegen, es wurde gezählt, Eins, Zwei, Drei! Das Match war vorbei und das Resultat war… Sieg für Monica! Monica hatte leicht eine Schulter oben, Ekaterina nicht!
Die Schweinehirtin atmete erschöpft durch, das Match war an die Substanz gegangen, ein absoluter Sprint, bei dem sie am Ende auf der Zielgeraden die Nasenspitze vorne hatte. Ekaterina schon für einen Moment Frust, dann jedoch hatte sie ein gönnerisches Lächeln auf den Lippen und deutete mit den Fingern an wie knapp das gewesen war, frei nach dem Motto, wenn sie dies wiederholen würden, würde es anders ausgehen. Monica nickte ihr zu, während sie ihr Plüschschwein nahm und knuddelte, sie hatte nichts dagegen erneut gegen Ekaterina anzutreten – vielleicht dann als Champion gegen Ekaterina als Herausforderin. Für den Moment aber war Monica die Siegerin und hatte somit weiterhin die Chance das Turnier erneut zu gewinnen, dieses Mal dann tatsächlich auch in Turnierform.


Phantasmal Blaze

Weiter ging es mit dem Trios Turnier und dem Kuriositätenkabinett: eine Frau mit der Seele eines Phönix, eine Drachendame und eine untote Braut, viel chaotischer ging es wohl nicht. Doch genau dieses Trio war jetzt an der Reihe: „Phönix“ Milly Vermillion, „Green Scaled Silver Dragon“ Nagi Nagaraya und „Undead Bride“ Su Yung. Drei völlig unterschiedliche Frauen, die das Schicksal irgendwie zusammengeführt hatte, über eine Verkettung von magischen Ritualen, Gezank und Gemecker. Individuell waren sie alle eine Macht, die Frage war, wie ihr Teamwork aussehen mochte, war dies doch ihr erstes Match als Trio zusammen.

Magna Starrlica

Livegesang vom verhinderten Pop Idol mit der dunklen, exorbitanten Haarpracht mit weißen Strähnen und Spitzen namens Sarifa Remiliera Sumisu kündigte nun die Gegnerinnen an. Zunächst besagte Sarifa, dicht gefolgt von einer ihrer Mentorinnen bei den Mindset Maidens, die lebensfrohe, gut gebaute Wakana Miyano und die Umweltaktivistin aus Schweden, die grün bezopfte Fabulous FILO, die wie üblich auch heute einige Plakate vorbereitet hatte, um für Klimaschutz, Artenschutz, etc. einzustehen und die sie im Hintergrund von Sarifas Gesangs- und Tanzauftritt hochhielt, unterstützt von Wakana, welche auch zwei davon in die Höhe reckte.


Tournament of Honor – Trios Tourney Round 1 (6/16)
Chaos Eclipse (Milly Vermillion & Nagi Nagaraya & Su Yung (C))
vs.
Mindset Idols (Fabulous FILO & Sarifa Remiliera Sumisu & Wakana Miyano (C))


Wären dies drei Einzelkämpfe gewesen, es wäre ein klarer 3:0 Sweep für die Chaos Eclipse geworden, egal wie die Kombinationen ausgesehen hätten. Individuell war ein klarer Klassenunterschied zu sehen – alleine schon von den körperlichen Voraussetzungen her waren Phönix, Drache und Zombie ihren rein menschlichen (?) Gegnerinnen natürlich überlegen und hinzu kam Su Yungs Plus an Erfahrung.
Es war aber natürlich keine Serie von Einzelmatches, sondern ein Trios Match und während die Mindset Idols sich gegenseitig halfen, machten das ihre Gegnerinnen nicht oder wenn dann nur, wenn sie vorher Zeit mit Genörgel oder Gemecker vergeudet hatten. So sah es auch bei Covern oder Aufgabegriffen aus: die Mindset Idols retteten einander aus brenzligen Situationen, während auf der Gegenseite eher die Augen gerollt wurden, wenn ein Kick Out nicht vor dem 1 Count erfolgte.
Und trotzdem gab es dann irgendwann das 1:0 für die Chaos Eclipse, nachdem Milly Vermillion erst ihren Phoenix Kick in der Ringecke gegen Sarifa zeigte und nachdem diese auf die Matte geklatscht war per Phoenix Senton nachsetzen konnte. Wakana und FILO hatten beide zuvor einstecken müssen und konnten nicht mehr retten.
Aber noch war das Match nicht vorbei und die Führung ließ die Chaos Eclipse nur noch weniger Zusammenarbeit zeigen. Und so kam es dann, dass Su Yung ihre Purge gegen Fabolous FILO zeigen wollte, aber die Schwedin blockte und konterte rasch per Crucifix ins Cover! Das Cover wurde gezählt, Milly und Nagi sahen sich an von wegen „geh du“, dann merkten sie, dass es ernst wurde, sprangen in den Ring, prallten jedoch aneinander und funkelten sich böse an, versuchten dann aber doch Su Yung zu helfen, aber… Wakana und Sarifa standen tatenlos da und freuten sich schon, das hatte eh alles allmählich zu lang gedauert, der 3 Count war durch und die Außenseiterinnen hatten tatsächlich gewonnen. Womit das Gemecker und die gegenseitigen Schuldzuweisungen erst richtig losgingen.
Die Mindset Idols hingegen feierten ihren Sieg mit einem kleinen Zusatztänzchen, bei dem natürlich die Naturschutzplakate ordentlich mit involviert wurden – vielleicht half es ja. Schön wärs.


Meridian Dance

Die geflügelte Stute Atalanta Pégasos hatte am ersten Turniertag das zweifelhafte Vergnügen ein familieninternes Bonus-Turniermatch zu bestreiten, vor den Heimfans der Gegenseite. Was alleine daher nicht vergnüglich war, weil sie mächtig ausgebuht wurde als Opposition der Lokalmatadorin und verloren wurde auch noch. Grund genug für die Jägerin mit dem weißen Haar und grünen Strähnen sich nun mit einem Sieg rehabilitieren zu wollen, damit die Sticheleien ihres Bruders nicht noch ätzender werden würden, als sie das eh schon waren.

Peruvian Palace

Atalantas Gegnerin war die „Elven Crone“ Elin Montero. Wer? Die Frage stellten sich ca. alle, hatte die dunkelmänige Frau von den spitzen Ohren doch bis auf ein paar Schneefestauftritte nichts als sportliche Karriere vorzuweisen und auch dort war sie trotz grandioser Optik nicht wirklich auffällig gewesen. Woraus man ein Gimmick machen könnte, wen man denn wollte. So wie dieser eine Charakter aus Dynasty Warriors von Wu, der sich stets vergessen fühlt, was möglicherweise ein interner Scherz war ob seiner historischen Vorlage, der an vielen Schlachten beteiligt war ohne herauszustechen.
Wie hieß er doch gleich?
Han Dang
Auf jeden Fall hatte die Spitzohrige ihren wohlgeformten Körper in ein feines, ausschnittreiches Kampfkleid gepresst und zumindest für den Moment zog sie Reaktionen in Form fragender Gesichter. Mochte sie wohl auch Spanierin sein? Der Titel ihres Theme Songs sprach zwar für peruanische Herkunft, könnte aber auch peruanische Abstammung sein. Waren Elfen überhaupt offiziell Ländern zugehörig? Und wo war ihr Elfendorf? Gab es eins? Fragen über Fragen, deren Antworten eigentlich niemanden interessierten.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (22/32)
Atalanta Pégasos vs. „Elven Crone“ Elin Montero


insbesondere Pégasos hatte kein Interesse daran Elins Existenz zu vertiefen, sie ging mit viel Schwung in die Offensive und wollte hier gar nicht erst Spannung aufkommen lassen. Dumm nur, dass Elin sich nicht einfach so besiegen ließ – vielmehr machte sie ihre Sache gut, blockte etwa Pégasos Superkick oder den Ansatz zum Falcon Arrow von Atalanta. Damit ging die Elfe der geflügelten Stute aber mal so richtig auf die Nerven und so wurden die Attacken der Griechin immer vehementer aber auch ausrechenbarer. Was zu noch mehr Kontern, Blocks und Gegenwehr führte und dann eben doch Spannung aufkommen ließ – zumindest bis dann doch erst ein ordentlicher Calf Kick und dann ein Superkick durchgingen.
Elin lag flach, damit war alles vorbereitet für den finalen Flug zum Sieg.
Atalanta Pégasos erklomm die Ringecke, aber das dauerte länger als sie das eingeplant hatte. All die geblockten Kicks und Konteraktionen hatten doch in der Summe Wirkung gezeigt und so dauerte der Aufstieg lange genug, dass Elin Montero sich wieder aufrappeln, Atalanta per eingesprungenem European Uppercut ordentlich eins verpassen und ihrerseits die Ringecke emporklettern konnte.
Ein Duell auf der Ecke!
Pégasos versuchte Elin zurück auf die Matte zu knocken, um dann ihren Pegasus Flight zu zeigen, doch die wehrte sich, wehrte sich, prügelte mit Forearms links und rechts auf die Medusentochter ein – und packte dann zu zum Avalanche Cradle DDT... soll heißen: Crone Cradle! Cover! Eins! Zwei! Natürlich drei, was auch sonst nach dieser Aktion? Das war durchaus ein ziemlicher Upset, der aber weder bejubelt noch ausgebuht wurde. Eher war die kollektive Reaktion ein „hä?“ und gefühlt war die Siegerin dieses Matches trotz ihres großen Erfolgs nach guter Leistung direkt wieder vergessen, kaum dass das nächste Match begann. Atalantas Niederlage hingegen wurde nicht so schnell vergessen, schon gar nicht von ihrem Bruder – nur gegen wen sie verloren hatte...


Bet On Me

Wer auf Lacey Evans als Gewinnerin des Einzelturniers wettete, hatte bestimmt gute Quoten, hatten doch einige Fans vermutet, dass Lacey trotz ihrer Aussage zu WFW gekommen zu sein, um zu bleiben, schon wieder weg gewesen wäre. War sie aber evidenterweise nicht, sie war hier und bereit für ihr Match.

Last of the Wilds

Laceys Gegnerin hatte schon immer ihre Fans, aber ob ihrer Zugehörigkeit zur Anarchy Apoteo’sis und einem gewissen hinterlistigen Charakter, war sie trotzdem nicht allzu beliebt. Normalerweise. Hier in Spanien jedoch empfingen die Fans die Toxische Echsenkönigin Elise Ramón wahrlich königlich, was die frühere Temptation Titelträgerin mit den magentafarbenen Spiralzöpfen und giftgrünen Haarspitzen sichtlich zunächst erschrak. Sie kannte es nicht, dass es bei ihrem Auftritt so laut wurde, zumindest nicht wenn die Lautstärke sich aus Applaus zusammensetzte. Die ehemalige Echsenprinzessin, die durch den Sieg des Einzelturniers im Jahr 2017 zur Königin aufgestiegen war, kostete diese Sonderbehandlung mit einem extra ausgiebigen Einzug aus, bei dem sie oft und gern süße Posen mit Luftküssen und typisch royalem Winken einstreute. Ging es nach Elise könnte WFW durchaus häufiger in Spanien Shows abhalten.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (23/32)
Lacey Evans vs. Queen Elise Ramón


Lacey ging in den Vorwärtsgang, prügelte auf Elise ein, bis diese in den Seilen hing, trat weiter auf sie ein und würgte sie dann mit dem Stiefel gegen die Gurgel. So ging es weiter. Und weiter. Und weiter. Wann auch immer Elise gerade ein Comeback starten wollte, hatte Lacey irgendeine Aktion, um dies zu verhindern. Die Buhrufe wurden astronomisch – und verwandelten sich dann in massiven Jubel, als Lacey ihre Women’s Right daneben setzte, stattdessen den Lizard Hammer abbekam und dann per Piledriver auf die Matte gedonnert wurde.
Die Schulter ging allerdings hoch – und Elise setzte nach.
Royal Butterfly.
Damit nicht genug, Elise kletterte die Ringecke empor, kam herabgeflogen per Beautiful Knee Drop und danach war der 3 Count reine Formalität. Eins, Zwei, Drei. Die meistre Strecke des Matches über war Lacey dominant gewesen, aber als das Momentum sich drehte hatte sie Elises purer Offensivpower nichts entgegenzusetzen. Die frühere Titelträgerin war zwar etwas groggy, aber zufrieden mit dem Ergebnis und dem ihr zuteilwerdenden Applaus, das war für sie durchaus in dieser Form eine neue Erfahrung, an die sie sich gewöhnen könnte.


Tumult

Zu wem gehörte diese Musik? Das wusste zunächst fast niemand, außer absolute Kenner der japanischen Joshi Szene. Dann jedoch erkannten einige Fans Yoshino Tokugawa vom Schneefest wieder, die junge Dame vom berühmten Tokugawa Clan. Wer jedoch die große Dame mit dem stacheligen Hime-Cut und dem langen Pferdeschwanz war, das wussten wirklich nur Joshi Experten, denn Tsukiko Honda war bisher noch nicht vor einer WFW Kamera aufgetreten. Honda – das war auch der Familienname von Tadakatsu Honda, einem von Ieyasu Tokugawas berühmtesten Generälen zur Zeit der Einigung Japans. Tsukiko berief sich auf direkte Abstammung zu Tadakatsu, so wie Yoshino Nachfahrin Ieyasus war. Und Tsukiko hatte jede Absicht für Yoshino das zu sein, was Tadakatsu für Ieyasu war: ein makelloser Fels in der Brandung.

Green Garden

Den würde Yoshino auch brauchen, denn als Gegnerinnen hatte die Losfee Serafina Addario den jungen Joshis zwei etablierte Kräfte zugeteilt, die bereits vor etlichen Jahren Tag Team Champion gewesen waren und gleichermaßen in der Botanik wie der Kampfkunst absolute Koryphäen waren. Hauptberuflich züchteten und verkauften sie Blumen und alles rund um den Garten, nebenbei waren sie geübte Kämpferinnen: Chloe Gardner und Cordelia Cynthia Gardner, die eine weiß bezopft mit rosa Spitzen, die andere mit blonder Mähne und rosa Spitzen. Rosige Aussichten für die Fans, nicht so sehr für ihre Gegnerinnen.


Tournament of Honor – Tag Team Tourney Round 1 (6/16)
The Peerless (Tsukiko Honda & Yoshino Tokugawa)
vs.
Power Flowers (Chloe Gardner & Cordelia Cynthia Gardner)


Nach einer respektvollen Begrüßung ging es zur Sache und das hieß in erster Linie, dass Yoshino bemüht war nicht komplett unterzugehen. Dass ihr das gelang war ein Indikator für ihre gute Ausbildung, aber der gigantische Unterschied in Sachen praktischer Kampferfahrung sorgte dafür, dass das Match dennoch eine ziemliche Einbahnstraße war – zumindest bis sich Tsukiko Honda immer mehr einbrachte.
Die war zwar auch eine absolute Rookie, konnte aber mit ihrer körperlichen Präsenz von über 1,80 den jeweils über 1,70 großen Gardner Schwestern weitaus besser Paroli bieten als Yoshino, die zwar mit ihren 1,62 auch nicht gerade ein kompletter Winzling war, insbesondere für Joshi Verhältnisse, aber gegen die Gardner Schwestern war dies natürlich ein weiterer Nachteil in der langen Liste an Nachteilen. Abgesehen davon, dass ihre geringere Größe es ihr leichter machte sich unter High Kicks und Clotheslines drunter hindurch zu ducken, das war es aber auch schon.
Tsukiko hingegen konnte durchaus ein bisschen beeindrucken statt nur gegen die Niederlage ankämpfen. Sie behauptete sich gut genug, dass sie sogar kaum aus dem Stand gebracht wurde, der Fels in der Brandung stand und verschaffte Yoshino Gelegenheiten dann doch mal auch eigene Akzente zu setzen, inklusive einem wuchtigen Lariat, der sogar einen Near Fall herbeiführte, der kurz nach Upset aussah.
Aber als die Gardners Tsukiko dann doch zu Fall brachten, nach einer Kombination aus Superkick seitens CC Gardner und dem Spear von Chloe, da war dies der Anfang vom Ende: Chloe lud Yoshino hoch zur Dominion’s Deliverance, der Crucifix Powerbomb und CC Gardner sprang per Springboard Dropkick in die Aktion hinein: Scarlet Cherry Project! Danach war das Cover natürlich nur noch reine Formsache und der Sieg perfekt – und doch redeten mehr Fans über die vielversprechende Leistungen der Rookies als den Erfolg der Veteraninnen.


Eye of the Tiger

Miau~! Energetisch wie eh und je mauzte die Rekord Temptation Titelträgerin Aurora MacMeow zum Ring, auf halbem Weg ihre Robe fallen lassend, die natürlich wie ihr luftiges Bikini Outfit mit langen, Finger und Fußfreien Arm- und Beinschonern im Tigerstil gehalten war, weißer Tiger natürlich. Sie war schließlich das White Tiger Kitten und sie war auf der Jagd zurückzuholen, was ihr gehörte: den Temptation Title. Auffällig, dass die zwischenzeitlich vom Fanliebling zur Schurkin gewechselte Schottin mittlerweile doch wieder einigen Zuspruch erhielt – vermutlich weil ihre Missetaten längst vergeben und vergessen waren und sie sich seitdem nichts Neues mehr hatte zu schulden kommen lassen. Obgleich sie durchaus erst kürzlich Bereitschaft erklärte auch nicht unbedingt dem Regelbuch entsprechende Methoden in Betracht zu ziehen, um ihre Ziele zu erreichen...

Opportunity

Bei Ekaterina gegen Monica wurde es ja bereits laut, nun wurden die Fans erst recht animiert heiser zu werden. Auroras Augen leuchteten und sie schurrte voller Vorfreude, denn das war die Musik der amtierenden Temptation Titelträgerin, „Alpha Girl“ Miku Sendou. Deren Miene war weit weniger erfreut als die von Aurora – die Delta Deadpan war ja durchaus bekannt dafür sich ihre Laune wenn möglich weder an Mimik noch Stimme ablesen zu lassen, aber ihre lang gehaltenen, adretten Posen und ihr selbstbewusster Schritt, der ihren mächtigen, blonden Zopf mit meergrünen Spitzen wippen ließ, konnten nicht darüber hinwegtäuschen, wie sehr sie den Umstand hasste, hier so eine höchst gefährliche Gegnerin gegenüberzustehen. Zumal der Lostopf eigentlich noch ziemlich prall gefüllt war mit vergleichsweise einfachen Aufgaben. Kein Wunder also, dass die Frau im hautengen Latexsuit mit dazu passenden hohen Stiefeln und Unterarmschonern extra lange brauchte, um sich von ihrem goldenen Titelgürtel zu lösen.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (24/32) & Temptation Championship Title Match
„White Tiger Kitten“ Aurora MacMeow vs. „Alpha Girl“ Miku Sendou (Temptation Champion)


Aurora legte furios los und landete mehrere Punches und Kicks, doch als sie den Supercat Punch obendrauf folgen lassen wollte, da rollte sich Miku aus dem Ring und deutete ein Timeout an. Die gab es im Wrestling bekanntlich nicht und Aurora war schon mal gar nicht dazu aufgelegt Miku einfach so in Ruhe zu lassen. Vielmehr nahm sie Schwung an den Seilen und kam per Katzensprung in den Crossbody über diese geflogen – aber Miku rollte sich rasch zur Seite in Sicherheit.
Sicherheit?
Nicht so wirklich. Aurora war schließlich eine Katze ind landete daher sicher im Stand statt eine Bruchlandung hinzulegen, was es ihr ermöglichte sofort wieder zuzutreten, Miku gegen das Ansperrgitter, den Apron und schließlich die Ringtreppe zu knocken, ehe die Mieze die Titelträgerin in den Ring zurückrollte. Mit einem Katzensprung war Aurora auf dem Apron, nahm Schwung und vollführte ihren Springboard 450 Splash: Kitty Ball!
Aber die Knie von Miku gingen hoch! Aua!
Das tat weh und das war die Wende im Match, für den Moment. Miku setzte mit Härte nach, Technik war ihr ob der Agilität Auroras zu unsicher. Und so hagelte es Chops, Stiefelwischer durchs Gesicht und dergleichen. Aktionen, die zunehmend für den Unmut der Fans sorgten, was Miku aber ziemlich am Allerwertesten vorbeiging. Ihr Ziel war es, Aurora zu besiegen, und nicht etwa die Gunst der Fans zu gewinnen.
Als sie jedoch ihren βerserk Kick daneben setzte, fand sie sich unweigerlich im Ansatz zum Tiger Suplex wieder, dem sie mit ein paar Elbows jedoch entkam. Als sie herumwirbelte, fing sie sich jedoch einen Leg Lariat ein, der sie in die Ringecke knockte. Aura spurtete hinterher, und vollführte einen Running Forearm, ehe sie ihre Gegnerin umdrehte und mit dem Rücken zum Ring nach oben setzte. Klar, was das werden sollte: Ansatz zum White Tiger Superplex! Ging der durch war das Match gelaufen, aber das wusste Miku natürlich auch und wehrte sich – erfolgreich!
Elbows ließen Aurora benommen werden, dann schlüpfte Miku an ihr vorbei und versuchte aus dieser Position eine Powerbomb zu zeigen, die jedoch per Huracanrana gekontert wurde! Eins! Zwei! Nein! Das war knapp, aber Miku kam heraus, war nun aber etwas durcheinander und als sie hoch kam, da kassierte sie den Supercat Punch! Miku ging davon aber nicht auf die Matte, was für sie aber wohl besser gewesen wäre. Stattdessen packte Aurora von hinten zu: Tiger Suplex in die Brücke!
Eins!
Zwei!
Nein!
Miku kam gerade so noch heraus und orientierte sich mit der ihr verbliebenen Orientierung gen Seile: Wie schon zu Beginn des Match flüchtete Miku aus dem Ring und ebenso wie zu Beginn des Matches war Aurora nicht gewillt ihre Jagd abzubrechen und folgte Miku sogleich nach draußen, ihr einige Tritte versetzend und gar zum Tiger Driver ansetzend – den wusste Miku aber zu blocken und per Back Body Drop zu kontern.
Aurora machte aber wieder Katzendinge, soll heißen: sie stand den Back Body Drop.
Und nicht nur das, sie holte aus und schlug zu mit dem Supercat Punch!
Aber Miku konterte die Aktion per μic Check auf die Einzugsrampe! Ein brutaler konter genau zur rechten Zeit, auch die Mieze mit den neun, bzw. sieben Leben lag nun erst mal angeknockt flach und das wo der Ringrichter bereits bis 8 gezählt hatte! Miku stolperte zum Ring zurück, kam rechtzeitig ins Seilgeviert zurück, anders Aurora, die zwar langsam wieder zu sich kam, aber keine Chance mehr hatte vor dem 10 Count zurück im Ring zu sein. Das war also der Sieg und die Titelverteidigung für „Alpha Girl“ Miku Sendou – nur durch Count Out, aber auch das war eine Art zu gewinnen und genau das hatte Miku getan, die nun triumphal ein Knie zur Pose hochzog und den Titelgürtel nach oben reckte. Was sie anging hatte sie gerade einen glasklaren Sieg gegen die dreifache Titelträgerin errungen. War ja auch so. Trotzdem wird Aurora nach dem Turnier sicherlich eine Revanche einfordern – besonders so Miku dann immer noch Champion sein sollte.


Cal's Claim

Beim Auftritt der Portugiesin Coco Callirrhoe war Wehmut in ihrem Gesicht zu sehen – so nah war ihr Los bei Miku gewesen und doch war sie eben nicht die Gegnerin der Titelträgerin gewesen, sondern war nun im Folgematch. Immer wieder schüttelte die blond gefärbte Frau mit den dunklen Haarspitzen den Kopf, sie konnte es nicht fassen, wie knapp sie am Titelkampf vorbei gelost wurde. Grund genug für sie sich selbst ein paar Klatscher zu geben, um sich selbst zur Konzentration zu ermutigen. Sie musste ja jetzt nur gewinnen, dann hatte sie in der nächsten Runde eine weitere Chance in den Titelkampf gelost zu werden. Jetzt nur nicht Trübsal blasen oder das Match nicht wichtig nehmen – im schon mal lose angelaufenen Mixed Intergender Tag Team Turnier mochte sie sicher in der nächsten Runde sein, aber wichtig war jetzt.

Fighting Spirit

Xia Li bemerkte, dass ihre Gegnerin mit sich selbst beschäftigt war und das gab ihr einen ordentlichen Schub an Selbstvertrauen, woran es der Frau aus dem US Mainstream eh nicht mangelte. Ihre WFW Karriere war noch jung und dieses Match war wie eine Chance auf dem Silbertablett dieser einen sofortigen Schub zu geben.

Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (25/32)
Coco Callirrhoe vs. Xia Li


Xia legte auch sogleich los wie die Feuerwehr und wollte das Match schnell beenden, Coco gar nicht erst die Gelegenheit geben, sich zu sammeln und zu ihrer Form zu finden. Das sah auch zunächst ganz gut aus, bis es auf einen Schlag aufhörte gut auszusehen oder besser gesagt auf einen Kick. Ihr Tornado Kick traf nämlich nicht ihr Ziel, stattdessen fand sie sich plötzlich auf Cocos Schultern wieder, die rasch herumwirbelte und die Chinesin per Pacific Vortex auf die Matte klatschte!
Von dieser Aktion komplett desorientiert war Xia nicht in der Lage sich gegen den nachfolgenden Splash Mountain zu wehren, das Cover ging bis drei und das Match war plötzlich zu Gunsten von Coco vorbei. Die war sich selber nicht ganz darüber im Klarem, warum es jetzt am Ende so einfach ging, aber dann wiederum war es ihr auch egal. Ihre kleine Erfolgswelle wurde eine etwas größere Welle und Xia wurde gerade soeben von dieser gnadenlos fortgespült.


The Epic

Doktor Britt Baker war keine Frau von mangelndem Selbstbewusstsein, ganz im Gegenteil. Ihr Auftreten versprühte Selbstbewusstsein und Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten. Was ihr abging, das war Zutrauen in ihre beiden Trios Partnerinnen Rebel und Sayo Umezawa. Insbesondere weil beide nicht Jamie Hayter waren, die sich verletzt hatte und nun von Rebel ersetzt wurde. Sayo war ja zumindest noch jung, talentiert und formbar, Rebel hingegen war im Ring alles andere als eine Macht und nichts deutete darauf hin, dass sie das noch werden würde. Dennoch war Frau Doktor nicht gewillt das Turnier vorzeitig als ungewinnbar zu deklarieren und erklärte ihren Teamkameradinnen ganz genau, was sie von ihnen erwartete.

Ice Queen

Eiskristalle rieselten von der Luft und kündigten Eiskönigin Alissa Diadora Shana Albion an, gehüllt in ein gar royales Kleid mit reichlich Ausschnitten, der Pony penibel gradlinig bis zu den Augen, die Haupthaarpracht weißer Farbe mit schwarzen Spitzen wie ein langes Cape. Ihr nach folgten ihre Teamkameradinnen, beide in kurze Röcke, hohe Socken, Sportschuhe und sportliche Tops gehüllt, Kaguya Katsuragi und Kirika Azuma, beide gut gebaut und höchst fähig, auch wenn sie den Großteil ihrer Karrieren bisher im Hintergrund als Bodyguards verbracht hatten. Naturgemäß waren sie bis in die zum Großteil weit vom Kopf weggewachsenen Haarspitzen motiviert dieses Turnier zu nutzen, um das zu ändern, so wie diverse andere Damen der Camus Company es in der Vergangenheit bereits getan hatten.


Tournament of Honor – Trios Tourney Round 1 (7/16)
The Doctor’s Office (Britt Baker DMD & Rebel & Sayo Umezawa)
vs.
Frost Moon (Alissa D. S. Albion & Kaguya Katsuragi & Kirika Azuma)


Britt fing gegen Alissa gut an, ihren Vorsprung in Sachen Erfahrung vollends zur Geltung bringend. So sollte es dann nach dem Wechsel mit Rebel weitergehen, ging es aber nicht. Vielmehr dauerte es nur einige Minuten und einen Wechsel auf der Gegenseite, bis es auch schon 0:1 stand aus Sicht des Doctor’s Office: Kirika vollzog Mount Fuji, Kaguya ließ den Moonsault folgen, Cover, Three Count, locker und leichte Führung.
Der zweite Fall zu Gunsten von Frost Moon sollte sich wesentlich schwieriger gestalten, nicht zuletzt weil sie diesen gegen Britt oder Sayo erzielen mussten und wenig überraschend hatte Frau Doktor wenig Lust überhaupt im Ring aufzutauchen und überließ es Rebel weiterzukämpfen, gegen die kein Sieg mehr möglich war, den Fall gegen Rebel hatte Frost Moon ja schon. Ergo mussten sie diese aus dem Ring werfen, um einen Wechsel auf der Gegenseite zu erzwingen, doch immer wenn das gelang kam Sayo rein bis Rebel wieder einsatzfähig war und prompt wechselte das Doctor’s Office wieder Rebel ein. Taktisch ziemlich feige, aber auch irgendwie clever.
Dumm nur, dass Rebel wenig Offensive hinbekam und dieser Vorgang daher das Unvermeidliche nur hinauszögerte: am Ende saß dann Shana auf den Schultern von Kaguya, während Kirika Sayo in Electric Chair Position hochnahm. Alissa Diadora Shana griff zu, vollführte das Heaven’s Door aka den Assisted Avalanche Swinging Fisherman Buster und danach mussten Kirika und Kaguya nur noch Rebel vom Eingriff abhalten, Britt Baker hatte das Ganze bereits als verloren abgehakt und versuchte gar nicht mehr das Cover zu stören. Vielmehr nutzte sie ihre Energie, um Rebel und Sayo ordentlich die Leviten zu lesen, dass Britt nur wegen ihnen verloren habe. Rebel nahm das hin ohne es sich zu Herzen zu nehmen, anders Sayo – die sah untröstlich aus.
Groß gefeiert wurde auf der Gegenseite aber auch nicht, obgleich man zufrieden miteinander knuddelte und Siegesposen zum Besten gab. Alissa, Kaguya und Kirika hatten ihre Pflichtaufgabe erfüllt, mehr war es aus ihrer Sicht nicht gewesen. Und das war sicher keine ganz falsche Sichtweise.


Little Sweet Cafe

Eine gemütliche, friedliche Atmosphäre machte sich breit, als Angela R. Avallonis durch den Vorhang schritt. Die Frau mit der auf Hüfthöhe zusammengebundenen lila Zottelmähne mit blonden Spitzen sah auch äußerst gechillt aus, wie sie einen Fuß vor den anderen setzte, ihre beeindruckende Bein- und Fußpartie bestens zur Geltung kommen lassend. Spielerisch warf sie Luftküsse gen Fans, posierte sexy mit hochgezogenem Knie auf dem Apron und genoss den freundlichen Beifall des Publikums. Ein paar Augenblicke himmlischen Friedens.

Glorious Domination

Dann war mitsingen angesagt, obgleich es für Glorious Bliss als Gruppe bisher ein ziemlicher Abgesang war. Britt Baker & Co hatten gerade verloren, Jamie Hayter und Adam Cole waren verletzt, Alexa Bliss hatte bis auf ihre Schwangerschaft auch nur noch Negativneuigkeiten hervorgebracht und auch sonst war die Gruppe seit Jahren gefühlt verflucht. Und weil das alles so war, musste Ruri Hiiragi nun im Einzelwettbewerb ran, anstatt im Tag Team Turnier anzutreten, für das sie gemeldet gewesen war. Die kleine Person mit der pragmatischen Arbeitseinstellung und den zwei feinen, blauen Zöpfen mit schwarzlila Spitzen war aber ursprünglich auch mal im Developmental Bereich eine sehr erfolgreiche Einzelwrestlerin gewesen, ergo kam ihr diese Änderung vielleicht sogar entgegen.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (26/32)
Angela R. Avallonis vs. „The Glorious“ Ruri Hiiragi


Ruri gewann rasch die Oberhand in diesem Match, obwohl sie die weitaus kleinere und zierlichere der beiden Damen war. Ihre Technik war hervorragend und sie wusste immer wieder wie sie Angelas Momentum gegen sie verwenden konnte oder wie sie die Kurvige wwo anzupacken und auszuhebeln hatte, um auch ohne Momentum etwa einen Michinoku Driver II zu vollführen, der ihr beinahe den Sieg eingebracht hätte.
Angela hatte aber auch ihre Momente, etwa als sie ihre Angelic Knees durchbringen, ihren Spear landen oder per Shooting Star Crossbody auf Ruri herabfliegen konnte. Letzterer hatte aber schon wieder zu viel Wucht, dass nicht direkt das Cover erfolgen konnte. Und so konnte Ruri dann per Jumping Neckbreaker wieder das Momentum brechen und einige weitere Aktionen folgen lassen, ehe sie zum Future Shock DDT ansetzte, der das Match beenden sollte. Angela konterte dies jedoch per Northern Lights Suplex in die Brücke, das Cover wurde gezählt, ging bis Drei und dann war die allgemeine Überraschung groß: ca. alle Frauen im Roster beherrschten den Northern Lights Suplex, da er gleichermaßen nützlich für Konter in diversen Situationen war und obendrein richtig ausgeführt sehr sexy sein konnte, was ja auch immer ein Plus war.
Und doch wurde genau deshalb selten ein Match damit gewonnen – sehr wohl aber hier und jetzt. Überraschung war sicher ein Faktor und auch Angelas krasse Körperformen, inklusive ihrer volumigen bein- und Fußpartie, die ihrer Brücke mehr Stabilität gaben als üblich. In erster Linie war der Northern Lights Suplex aber einfach ein von vielen Fans unterschätzter Move – so oft gesehen, so selten zum Erfolg. Das war eine deutliche Erinnerung daran, dass Kick Outs aus dieser Aktion und ähnlichen eben nicht selbstverständlich waren. So oder so gab es Applaus, Angela posierte wieder sexy und warf Luftküsse umher, während Ruri frustriert von dannen zog. Dieser Glorious Bliss Gig funktionierte nach wie vor gar nicht für sie...


Together we Ride

Die junge Deutsche mit den schwarz gebliebenen Strähnen und ansonsten strahlend weiß gefärbten Haupthaar namens Karla Funkel machte sich keine Illusionen: sie würde in diesem Turnier viel Lehrgeld bezahlen und hatte sicherlich keine realistische Siegeschance. Aber das war in Ordnung – sie wusste um ihr Talent, ihre Fähigkeiten und dass sie jede Lernerfahrung stärker machen würde und daher kam sie hoch konzentriert und fokussiert zum Ring, für die Fans hatte die Frau im luftigen, dünnen Wams und halbhohen Stiefeln kaum einen Blick übrig.

Esperanza

Die Fans hatten dafür viele Blicke für sie übrig: Developmental Talent Regina Reyes. Die blonde Spanierin, die sich selbst „Super Sexy Spanish Sorceress“ nannte und auch gekleidet war wie eine Sexy Hexy genoss den Jubel ihrer Landsleute, der allerdings auch den beiden Männern galt, die sie kurz begleiteten: Hector Fernández und Carlos Sera, die Hispanic Heroes waren seit geraumer Zeit die Tag Team Champion der Männer bei Next Level Wrestling und durften auch bereits beim National Fantasy Wrestling Day ein Match bestreiten. Sie klopften ihrer Kameradin und Landsfrau noch mal auf die relativ zarten Schultern, dann durfte die kurvige Frau den Rest des Weges zum Ring allein gehen, alle Augen auf sich und ihren bauchfreien Body und ihr lockiges, mächtiges Haupthaar, noch mal eine Runde posieren, dann hieß es der Aufregung Herrin werden und sich auf das Match konzentrieren.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (27/32)
Karla Funkel die Große vs. „Super Sexy Spanish Sorceress“ Regina Reyes


Beiden Frauen war nur allzu bewusst, welch riesige Chance dieses Match für sie war. Beide hatten im Vorfeld absolut damit gerechnet eine unlösbare Aufgabe zugelost zu bekommen, sich teuer zu verkaufen und auf dieser Lernerfahrung aufzubauen. Stattdessen hatten sie nun eine echte Chance auf das 1:0 und das würde nicht nur heißen in der nächsten Runde ziemlich sicher eine sehr starke Gegnerin zu bekommen, an der man sich erproben durfte, nein, es würde auch bedeuten schon einmal diesen wichtigen einen Sieg errungen zu haben – immerhin gab es bei diesem Turnier nicht nur ein Finale zu erreichen, es gab auch eins zu vermeiden, nämlich das Verliererinnenfinale.
Naturgemäß wurden die Bemühungen der beiden Frauen ausgesprochen unterschiedlich vom Publikum begleitet. Alles was die Spanierin Regina Reyes machte, wurde bejubelt, Karla hingegen wurde ausgebuht, aber die ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und zeigte immer wieder schnelle Aktionen und Konter, mit denen sie Regina mächtig unter Druck setzte. Aber Regina überstand einen Cutter und konnte sich im Calf Crusher zu den Seilen retten – vor allem aber konnte sie auch eigene Aktionen setzen, wie den Regal Cutter und eine Spanish Fly zum Konter eines Running Clotheslines.
Als Karla dann jedoch nach einem harten Kniestoß zum Wōdāo ansetzte, da schien es zuende zu gehen, aber als Karla nach vorn flippte, da hielt Regina sie fest und konterte mit einer fulminanten Regal Bomb! Das Cover folgte, ging bis drei und der Sieg war geschafft! Regina jubelte und dankte den Fans, deren Unterstützung sie zu diesem Sieg gepusht habe. Karla war sichtlich enttäuscht, aber eine faire Verliererin und erste Gratulantin...


Wisdom

Sie waren nicht nur weise, sondern genial – zumindest war dies die Meinung von Haruna Kouzuki, die sich schon länger als „Gothic Genius“ bezeichnete und sich als Universalgenie sah, inklusive Matchführung, Ernährung und Training. Als Partnerin hatte sie Eleanor Plume de Blois angeworben, eine Frau mit imposantem Namen, laut Haruna hohem Intellekt und jeder Menge Talent. Angeblich. Auf jeden Fall stand ihr das gotische Minikleid gut, die Stiefel auch und sie hatte imposantes, lila Haar mit blonden Strähnen, auf jeden Fall ein Hingucker, wie auch Haruna mit ihrem brünetten Haar mit dunkelgrünen Spitzen und ihrem kurvigem Body im Gothic Maid Look ein Hingucker war. Extrareaktionen zog sie dann, als sie ihre Socken und Schuhe abstreifte, für ein paar Cheap Pops, wonach sie auch Eleanors Stiefel entfernte. Ein genialer Einfall für etwas Zusatzreaktion bei den Fans in ihren Augen.

Endless Carnage

Nach dem sportlichen Niemandsland war nun Kontrastprogramm angesagt: bei der indischen Tänzerin Leina Flanka gab es nichts abzustreifen, sie war wie die meisten Damen im Roster eh stets barbeinig und barfuß unterwegs, wie sie eh das luftigste Outfit im Roster hatte. Und eine sehr beeindruckende Einzelbilanz – Temptation Champion, drei Mal im Turnierfinale, davon eins gewonnen und einen Koffer hatte der Rotschopf mit den rosa Haarspitzen auch schon mal abgehangen.
Tag Team Champion war sie auch schon und zwar mit Celestine Camus, der Sportchefin von Celestial Camus und jüngeren Schwester von Priscilla Camus, der Fürstin der C Comp. Celestine verdankte ihren bisherigen Erfolg primär anderen, nicht zuletzt Leona und war sehr erfreut gewesen, als Leona erklärte dauerhaft mit ihr teamen zu wollen. Grund genug für Celestine sich ein ähnlich luftiges Outfit wie Leonas anzueignen, das sie nun erstmals trug und dafür mächtigen Beifall erntete, nicht zuletzt, da so ihre riesige Oberweite erstmals richtig zur Geltung kam. Was der grünäugigen Frau mit den zu vielen Zöpfen gebundenen, blonden Haar etwas erröten ließ, aber dann war sie so auf den Paartanz zum Ring konzentriert, dass sie alles um sich herum für einige Augenblicke ausblenden konnte.


Tournament of Honor – Tag Team Tourney Round 1 (7/16)
Gothic Geniuses (Eleanor Plume de Blois & Haruna Kouzuki)
vs.
Celestial Lions (Celestine Camus & Leona Flanka)


Den Genies stand der Schock ins Gesicht geschrieben, dann jedoch massierte Haruna ihrer Partnerin engagiert die Schultern und redete ausgiebig auf sie ein, von wegen, dass ihnen nur ein Geniestreich gelingen müsse und dann würden sie vielleicht nicht von den Löwinnen gefressen. Eventuell. Möglicherweise. Es war erst vorbei wenn es vorbei war. Gut klingende Floskel #35.
Okay, im Ernst: Eleanor und Haruna machten es nicht schlecht, aber ihre Gegnerinnen waren ihnen zumeist einen Tanzschritt voraus und ließen nichts anbrennen. Schließlich bekam dann Eleanor den TKO Leonas kombiniert in einen Gutbuster Celestines ab, aka Celestial Roar und danach war der 3 Count Formsache, da Haruna eh schon platt am Hallenboden lag, nachdem sie von Leona dort den Zigzag abbekommen hatte.


Dungeon

Das Schneefest war in erster Linie ein spaßiger Wettbewerb für die guten Zwecke, wo das kuschelige und liebevolle Miteinander wichtiger war als der Sport – und doch hatte die Frau namens Kasumi Kanesada dort sportlich mehrfach aufhorchen lassen, nicht nur aber insbesondere als sie höchstpersönlich Chiya Kuzunoha in den Schnee befördern und so für ihr Trio das Match gewinnen konnte. Kein Wunder also, dass die doppelt bezopfte, schwarzhaarige Frau in zum Kampf geeigneter Kimono-Tracht mit selbstsicherem Lächeln im Gesicht zum Ring schritt. Ihr gefiel es für die Fans ein mysteriöses Enigma zu sein, keine im Licht stehende Heldin, aber auch keine heimtückische Schurkin, sondern ein sowohl wunderschönes als auch höchst gefährliches Mysterium.

Watchtower of the Valkyrie

Taya Valkyrie war kein Mysterium, sie war seit Jahren eine bekannte, obgleich nicht unbedingt beliebte Konstante im WFW TV und im Wrestling allgemein, obgleich sie dazu tendierte sich zu viel vorzunehmen und dann in der Folge öfter als Verliererin dazustehen, als sein müsste. Bei ihr war es stets ein schmaler Grat zwischen Selbstvertrauen und Selbstüberschätzung und ihre abfälligen Blicke gen Kasumi ließen nichts Gutes für ihre Fans vermuten: sie sah keine gefährliche Gegnerin vor sich, sondern nur eine fragwürdige Pseudo-Berühmtheit vom Schneetreiben.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (28/32)
Kasumi Kanesada vs. Taya Valkyrie


Taya musste sich jedoch rasch eines Besseren besinnen, denn obgleich ihr die Anfangsphase gehörte, war Kasumi ihr in Sachen Agilität und Technik voraus und diese nutzte die Schwarzhaarige nicht nur, um Gegenwehr zu leisten, nein, Kasumi wollte Taya wehtun. Gezielte Stomps in die Gelenke, Verdrehen derselben und auch Choking in den Seilen oder das Reiben der gegnerischen Stirn über die Ringseile – Kasumi schreckte nicht vor harten Aktionen am Rande der Legalität zurück, im Gegenteil, sie suchte diese Aktionen und fand sie auch.
Taya wollte aber nicht die nächste Chelsea Green werden und nahm den Kampf nach einigen Minuten der Tortur durch Kasumi an und landete einige harte Treffer, inklusive ihren Berserker Boots und dem Running Knee Strike in die Ringecke. Das überforderte Kasumi ein gutes bisschen, sie konnte gut austeilen, mit dem Einstecken hatte sie es aber offensichtlich nicht so und nun wo Taya sie ernst nahm, lief das Match dann wieder in die andere Richtung, bis zum großen Finale: Road to Valhalla!
Gekontert in eine Victory Roll!
Eins, Zwei und Drei!
Die sportliche Misere von Glorious Bliss war perfekt, Taya ärgerte sich mächtig, während Kasumi sich über den Sieg freuen konnte – tat sie aber nicht, dafür tat ihr selber zu viel weh. Nichtsdestotrotz hatte sie nach den Ausrufezeichen beim Schneefest nun auch im richtigen sportlichen Wettstreit ihre Klasse nachgewiesen, sie war keine Rookie mit einer Glückssträhne, sondern wusste genau was sie tat, wie sie es tat und wann sie was zu tun hatte. Kurz und knapp: sie war gefährlich, für jede Frau im Wettbewerb.


Evergreen

Selbstüberschätzung war gerade, Selbstvertrauen war nun: Honami Hanazono hatte im Vorfeld die klare Ansage gemacht, dass sie in diesem Jahr eine der Hauptfavoritinnen auf den Turniersieg war und das war absolut berechtigt, war sie doch in beiden Vorjahren im als Triple Threat Match ausgetragenen Finale und hatte beide verloren ohne selbst diejenige gewesen zu sein, die den Fall über sich ergehen lassen musste.
Obendrein hatte die Frau im blumigen Kleid mit der rosigblonden, exorbitanten Haarpracht im Vorjahr das Standing Alone Match der Frauen gewonnen. Sie war dem Talentstatus entwachsen und drauf und dran zu einer der Topfrauen im Roster zu werden und so war es ihr gutes Recht als eine Favoritin gelten zu wollen.

Hort of the Green

Aber auch Aspara Utsutsuruya war eine Frau im Aufwind. Die Thailänderin von der Asian Shirt Squad war immerhin frische Co-Siegerin des diesjährigen Schneefestes geworden und hatte mehr Selbstvertrauen im Blick als jemals zuvor in ihrer Karriere. Sie wusste nun, dass sie auf hohem Niveau nicht nur mithalten, sondern bestehen konnte und dass sie nie wieder daran zweifeln musste erfolgreich sein zu können. Und so trat sie auch auf, Blick forsch aber freundlich nach vorn gerichtet, gleichermaßen elegant wie sexy in der Körpersprache. Ihre grüne Haarpracht mit rötlichen Strähnen und Spitzen umsprudelte ihren grazilen, wohlgeformten Körper, der dem Stil ihrer Gruppe entsprechend in ein Einteiler-Hemd gehüllt war und in den Farben der thailändischen Nationalflagge gehalten war und reichlich Bewegungsfreiheit bot. Fürs wrestlerische Ringen, als auch für Ellbogen und Kniestöße, so ein paar Trainingsstunden hatte sie dann ja auch in den Nationalkampfsport des Muay Thai investiert, auch wenn sie ihre Stärken eher im ringerischen Bereich und auf der Matte hatte.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (29/32)
Honami Hanazono vs. Aspara Utsutsuruya


Ringen und Mattenkampf stand dann auch im Fokus, hier und da wurde mal ein Forearm oder Kniestoß eingesetzt, aber im Großen und Ganzen versuchten die beiden Frauen einander mit reiner Technik zu besiegen, was naturgemäß zu vielen, vielen, Kontergriffen und Bodengerangel führte. So eine rein technische Matchführung war selten und für einige gewöhnungsbedürftig, aber da beide Frauen gut in dem waren, was sie machten, blickten die Fans gebannt auf jeden Griff, umgriff und Klammerversuch – entweder weil sie das technische Wrestling wertschätzten oder weil beide Frauen so super attraktiv waren, dass man ihnen deshalb super leicht dabei zusehen konnte ihre Körper aneinander zu reiben und ihre Bein- und Fußpartien ineinander verkeilt zu sehen.
Was das Ganze extra schwierig machte: beide waren darauf aus einen Cloverleaf anzusetzen oder in dem Gerangel in eine günstige Position zu kommen, um ihre Paradeaktionen anzusetzen. Aber Honamis Panic Trigger und Swansong wurden ebenso geblockt und gekontert wie Asparas Sleep Spore und T-Bone Suplex. Ein German Suplex von Aspara wurde von Honami gestanden, ein Versuch zum Blossom DDT wurde per Takedown gekontert. Beide blieben stets aktiv und mussten auch aktiv bleiben, sonst würde die Gegnerin sofort die Kontrolle übernehmen und das war es dann vermutlich.
Als beide sich in die Seile gerangelt hatten und ihre Umklammerung lösen mussten, hatte Aspara dann eine Idee: sie vollführte rasch einen Chinbreaker und versuchte scheinbar noch einmal den German Suplex, doch das war eine Finte: stattdessen stieß sie Honami nach vorn und als diese von den Seilen zurück prallte zeigte Aspara eine O’Connor Roll in den Pin… aber Honami rollte durch und verwandelte das Ganze in ein Bridging Schoolgirl! Eins, Zwei und Drei!
Das war es, Honami hatte gewonnen, aber es war denkbar knapp gewesen. Beide blieben erst einmal ausgepumpt auf der Matte liegen und nahmen ein paar stehende Ovationen entgegen – dieses Match hatte Lust auf mehr gemacht. Und vielleicht gab es ja mehr. Aspara stand als Gewinnerin des Schneefestes eh ein Titelkampf zu und sollte Honami ihren Traum vom Turniersieg in diesem Jahr wahrmachen, dann würden die beiden sich beim Grandslam wiedersehen… aber das war Zukunftsmusik rein spekulativer Natur. Aktuell hatte Honami gerade einmal ein schwieriges 1:0 errungen, bis zum Turniersieg war es noch ein weiter Weg. Der erste Schritt dorthin, den hatte sie aber gemeistert.


Petals in the Wind

Die blassblonde Rookie Fuyume Kochou hatte stets einen melancholischen Blick in ihren kurzsichtigen Augen und auch ihre Einzugsmusik hatte dieselben Untertöne. Und doch war sie in ihrem Trio, das sie mit zwei Weggefährtinnen von den Mindset Maidens bildete, nicht diejenige mit dem dunkelsten Gemüt – die von ihrem großen Familiennamen gebeutelte Sachiko Tachibana sah noch weitaus trübsinniger aus. Mittelmaß war nicht gut genug für ihre Familie, geschweige denn Niederlagen und da sie alle drei noch immer Rookies waren, gab es wenig Anlass zu glauben, dass der Turniersieg realistisch war.
Grund genug für Teamcaptain Jaqueline Blanc sich ihre beiden Partnerinnen zur Brust zu nehmen und nicht die Flinte ins Korn werfen zu lassen, noch bevor die Gegnerinnen überhaupt ausgelost worden waren. Schwer würde es ziemlich sicher werden, aber es gab ja durchaus viele Developmental Talents und frisch gebildete Teams im Trios Turnier, ergo waren hier Überraschungen realistischer als in den anderen Turnieren.

To The Worthless

Frisch gebildet war dieses Trio, das sich wortwörtlich „Team Ad Hoc“ nannte. Drei Frauen, die nicht viel gemeinsam hatten, aber dennoch zusammengefunden hatten: die brünette, erfahrene Herzensdiebin Daisy Bell, die bereits einmal Trios Champion war und also wusste, wie es ging. Die Energie saugende, magentamähnige Estrie, die sich in der Büro Clique rund um WFW Eigentümerin Serafina Pessagno eingelebt hatte und auf den Namen Elda Sion hörte. Und schließlich die lilahaarige Kunoichi mit den weißen Haarspitzen, Murasaki Yagyuu. Daisy war forsch, Elda war ein Pokerface und Murasaki war ein Ruhepol. Ziemlich unterschiedliche Gemüter und doch hatten sie alle eins gemeinsam: sie waren alle Freundinnen der Schatten und der Nacht, verrichteten besonders in diesen ihre Künste mit besonderer Effektivität. Schatten gab es aber hier ob der Scheinwerfer nicht viele.


Tournament of Honor – Trios Tourney Round 1 (8/16)
Mindset Maidens (Fuyume Kochou & Jacqueline Blanc (C) & Sachiko Tachibana)
vs.
Team Ad Hoc (Daisy Bell (C) & „Estrie“ Elda Sion & Murasaki Yagyuu)


Zum Auftakt standen sich naturgemäß die beiden Team Captains gegenüber, Jacqueline und Daisy. Die Rookie trat dabei forsch auf und wollte gar nicht erst das übliche Rookie gegen Vet Gerede aufkommen lassen, aber da Daisy sie immer wieder mit sauberen oder auch mal nicht ganz so sauberen Methoden in ihren Bemühungen zu bremsen vermochte, kam genau dieses Gerede eben doch auf.
Daisy dirigierte ihr Team und es wurde fleißig durchgewechselt, im Idealfall war das Match gewonnen, noch bevor Fuyume oder Sachiko überhaupt je eingewechselt wurden. So viel zum Plan, in der Realität benötigte Jacqueline aber nur einen Moment, um sich aus dem Ring zu rollen, um dank der lockeren Wechselregeln in Trios Matches einen Wechsel herbeizuführen und das gelang ihr nachdem sie einen Clothesline von Murasaki mit dem Floatover DDT kontern konnte.
Sachiko kam rein und gab Vollgas, prügelte auf ihre Landsfrau ein und tagte dann mit Fuyume, dieser Wechsel des Momentums wollte ausgebaut werden und das machten sie auch ganz ordentlich, zumindest bis Murasaki den Ansatz zu einem Northern Lights Suplex seitens Fuyume per DDT konterte – so herum funktionierte das Ganze mit den Aktionen auch in Sachen Konter, nicht nur anders herum wie bei Angela gegen Ruri.
Danach wurde es insgesamt ausgeglichener, doch letztlich gab es den ersten Fall dann doch zu Gunsten der Favoritinnen. Daisy hing Fuyume in der Waagrechten auf, mit Unterstützung von Murasaki statt der Seile, und dann ging es abwärts per Vintage DDT und das war dann der 3 Count. Danach schien das 2:0 zunächst nur eine Frage der Zeit zu sein, doch das täuschte – als Murasaki gegen Sachiko den Sack zumachen wollte, mit einer Powerbomb welcher Art auch immer, da kam keine Powerbomb, sondern ein Huracanrana als Konter und plötzlich stand es 1:1. Daisy und Elda erkannten zwar den Ernst der Lage, aber Jacqueline war zur Stelle, um sie zu stören und dann war Fuyume als zweite Hürde auch noch da.
Plötzlich also alles wieder offen und das gefiel Daisy gar nicht, weswegen sie in einer günstigen Gelegenheit beide Füße aufs Seil tat beim Cover gegen Sachiko und zudem auch noch deren Klamotten festhielt. Alles ohne dass der Ref es gesehen hätte, das Cover ging bis drei, nicht allein wegen dem vorausgegangenen Flashback von Daisy gegen Sachiko, sondern wegen ihrem dreckigen Cover – Sachiko strampelte nämlich am Ende ganz ordentlich und hätte den Kickout andernfalls ganz klar geschafft. Klar, dass die Rookies nun extra enttäuscht waren. Ihre beherzte Leistung wurde ihnen so verhagelt. Man sollte meinen Daisy hätte das nicht nötig, aber ihr war das Ganze sichtlich zu heikel, also nutzte sie die unfaire, aber sichere Variante. Die Buhrufe der Fans hatte sich Daisy so absolut verdient, wie auch die Rookies sich den aufmunternden Applaus verdient hatten.


This Time I Want It All

Als beim letztjährigen Standing Alone Match Tessa Blanchard ihren Auftritt hatte, waren hohe Erwartungen damit verknüpft, aber bisher hatte Tessa diesem nicht viel folgen lassen. Für das Tournament of Honor war sie allerdings wieder angereist und zwar, um es zu gewinnen, klare Sache. Ihr Können im Ring war bekannt und respektiert, ihre Persönlichkeit, das war eine andere Geschichte...

Danger

Anders die Frau namens Kiriha Kagemitsu. Ihr Können im Ring war weder bekannt, noch respektiert, weil das Eine das Andere bedingte. Man konnte ja nur etwas Respektieren, das man kannte und sie kannte man eben ca. gar nicht. Sie war ein unbeschriebenes Blatt, soll heißen: in Tessas Augen ein Freilos. Was Kiriha nicht weiter bekümmerte. Die Frau im Miko-Look hatte ihr lila Haar per Haarband auf dem Schopf gezähmt und zudem einen großen Teil davon mit Stoff umwickelt zum Zopf gebunden, ein offenes, ehrliches, aber auch ernstes Lächeln im Gesicht und war sich der Schwere ihrer Aufgabe nur allzu bewusst. Aber Kiriha war auch klar, dass sie Tessa besser kannte als andersherum. Und das konnte eine große Chance sein, wie am ersten Turniertag Airi Hizuki gegen Konoka Yuumura demonstriert hatte.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (30/32)
Tessa Blanchard vs. Kiriha Soryu Kagemitsu


Kirihas größtes Problem war, dass Tessa mehr als vorgewarnt war nicht die Fehler anderer zu wiederholen und überheblich ein Match abzuschenken. Ihr Vorteil war, dass Tessa dennoch Ansätze von Überheblichkeit zeigte, die sie sich zwar auch erlauben konnte, aber trotzdem dafür sprachen, dass sie im Unterbewusstsein ihre Gegnerin dann eben doch unterschätzte.
Nichtsdestotrotz dominierte Tessa das Match, wann immer Kiriha mit einer gelungenen Aktion Hoffnung schöpfte, fing sie sich rasch einen Codebreaker oder einen Clothesline ein und schon war Tessa wieder am Drücker. Doch als Tessa nach einem Cutter die Wahl hatte mit ihrem Hammerlock DDT nachzusetzen oder einfach zu covern, da entschied sie sich für das lässige Cover, weil sie Kiriha am Ende wähnte.
Das war aber nicht so – Kiriha kickte aus.
Tessa trat verächtlich nach und wollte dann halt jetzt nachsetzen per Hammerlock DDT – aber nein! Northern Lights Suplex! In die Brücke! Das hatten wir doch heute schon mal: Eins, Zwei, DrNEIN! Tessa kam heraus, anders als Ruri früher am Abend gegen Angela, aber das war dennoch knapp. Grund genug für Tessa sofort wieder in die Offensive gehen zu wollen, aber ihr Clothesline wurde von einem Cutter seitens Kiriha gekontert! Auch sie hate diese Aktion offensichtlich im Repertoire und anders als Tessa zuvor zeigte Kiriha auf den Cutter kein lässiges Cover, sondern setzte nach:
Kirin Driver!
Kiriha war selbst überrascht, dass die Aktion gelungen war, aber anders als Hestia Heliotrope führte sie keinen verfrühten Freudentanz auf, sondern zeigte ein gutes Cover: Eins, Zwei, Drei, vorbei! Ein riesiger Upset, aber auch ein erneuter Fingerzeig, dass es ohne die richtige Einstellung einfach nichts zu holen gab im Tournament of Honor. Tessa Blanchard würde das Turnier nicht gewinnen, das war schon nach der ersten Turnierrunde damit klar, Kiriha hingegen konnte weiter vom Turniersieg träumen, so unwahrscheinlich er auch sein mochte – zumindest in diesem Jahr.


Demon’s Greed

Sie hatte den Status eines Toptalents, trat aber selbstbewusst auf wie ein etablierter Topstar: „The Formidable“ Mayu Wakatsuki war in Sachen Körper, Haupthaar und Auftreten bereits auf allerhöchstem Niveau, sportlich war die Frau von der Camus Company aber noch nicht über starke Ansätze herausgekommen.
Aber das machte nichts, das Talent war da, der Look, das Auftreten – und auch zu den Fans hatte sie schon eine gewisse Bindung aufgebaut, hießen diese sie doch per individuellem Gruppenchant willkommen, wie sie den Apron erklomm und das Knie zur Pose hochzog und die Arme ausbreitete. Nun, zumindest teilweise. An sich hatte sie den Fans schon mal halbwegs erfolgreich eine Begrüßungsformel beigebracht, das war aber schon etwas her und nicht alle erinnerten sich daran.
Grund genug für Mayu vom Apron wieder auf den Hallenboden zu hopsen und die Fans dazu zu animieren es noch mal zu machen und dieses Mal alle zusammen, jetzt wo die Wenigen die Mehrheit an diesen Vorgang erinnert hatten. Sie hopste wieder hoch, posierte erneut und dieses Mal war der Gruß umfassender, der übersetzt „willkommen oh Formidable Mayu Wakatsuki“ hieß, hier aber natürlich auf Spanisch zum Besten gegeben wurde – ihr Nachname wurde dabei auf vielfache Weise ausgesprochen, inklusive vielen Falschen, dass Mayu überlegen musste, ob dieser als Teil der Grußformel nicht mehr Probleme verursachte als löste.

Number One

Sehr viel simpler war der Name Mia Yim. Die Frau ebendiesen Namens kam nun zum Ring, ohne Grußformel und generell mit nicht allzu viel Reaktion. Man kannte sie zwar aus dem US Mainstream, aber im WFW TV hatte sie bisher nicht viel getan, entsprechend wenig Interesse wurde ihr auch entgegengebracht.

Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (31/32)
„The Formidable“ Mayu Wakatsuki vs. Mia Yim


In Sachen Körpergröße und Ringerfahrung war Mia Yim der Formidablen natürlich haushoch überlegen, aber das war bei Taya gegen Kasumi auch so und Tessas Pleite war gerade erst wenige Minuten her. Mia Yim wusste es also besser als die Japanerin auf die leichte Schulter zu nehmen, zumal diese vom Typ erfahrene Rookie war und bei ihrem WFW Debüt mit großen Vorschusslorbeeren aus ihrer Zeit in der Joshi Szene aufgetreten war.
Mayu hatte auch keinerlei Bereitschaft hier die Underdog zu spielen und begegnete Mias Stärke mit technischer Härte und verschaffte sich nach einer ausgeglichenen Anfangsphase die Oberhand, indem sie einen Kick Yims blockte und in einen Spinebuster umwandelte. Die Folgeminuten gehörten der Formidablen, die nach dem Perfectplex schon glaubte gewonnen zu haben, aber Mia kam raus und konnte in der Folge Mayu per Clothesline erwischen und den Package Piledriver folgen lassen. Aber auch das war nicht die Entscheidung. Mia Yim war aber nicht gefrustet, sondern wollte weiter nachsetzen, zerrte die Formidable hoch und setzte an zum Eat Defeat – aber Mayu Wakatsuki blockte und bekam Mias Bein zu fassen, wie diese sich ohne den intendierten Effekt fallen ließ. Ehe Mia dann wusste, wie ihr geschah, war sie in Mayus Variation des STF gefangen: Final Inch Moved! Der Name war Programm, Mia kam keinen Zentimeter vom Fleck und hatte keine andere Wahl als abzuklopfen! Die Formidable posierte zum Sieg mit überlegener Miene, als hätte es an ihrem Sieg nie einen Zweifel geben können.


Escape (The pina colada song)

Die Colada Schwestern waren schon seit geraumer Zeit im WFW TV zu sehen und waren zum Großteil dieser Zeit mit Mina Louise Stuart und ihrem Detektivbüro verbunden. Im Rahmen dessen wechselten die beiden wohlgeformten und luftig gekleideten Latinas mit den imposanten Haarprachten immer wieder zwischen Tag Team Devision und Trios Division hin und her und konnten sich so nie spezialisieren. Das war nun anders, sie hatten sich festgelegt: Lina und Tina wollten ein Tag Team sein und mit diesem Turnier endlich so richtig durchstarten.

A Ballad Unforgotten

Das wollten aber natürlich auch ihre Gegnerinnen, die zur Gruppierung „The Ambitious“ gehörten, ein Name der Programm gewesen war, bis er es nicht mehr war. Die von Haru Kanemura zusammengesetzte Gruppe rund um ihn, war nun ohne ihn – seit dem Titelverlust beim letztjährigen Grandslam war er weg und mit ihm so viele andere. Lara Marín und Jasmine Drake tangierte das aber eher tertiär, sie bemerkten den Unterschied kaum. Solange jemand für sie die Reiseplanung übernahm und sie sich auf das Wesentliche konzentrieren konnten – ihre Ambitionen mit Gewalt im Ring durchzusetzen – war alles soweit in Ordnung. Ob das jetzt Haru erledigte oder die mit zum Ring schreitende Hibari Inaba, das konnte kaum irrelevanter sein. Jasmine war eh mit sich und der Welt im Reinen, solange sie Süßkram hatte, den sie verspeisen konnte. Lutscher, Schokoriegel, Bon Bons, ihr Zuckerpegel musste stets hoch sein, sonst wurde sie zur Berserkerin.
Die vermutlich einzige Frau der Welt, die durch Verzehr von so viel zuckerhaltigem, leckeren Zeug nicht dick, sondern bestens definiert mit einem Hauch von Muckis wurde. Vermutlich, weil sie wie eine Irre trainierte, um die Pfunde so umzugestalten. Das oder beneidenswerte Gene. Lara Marín war jedenfalls sehr zufrieden mit Jasmine als ihrer Partnerin – Jasmine war die für das Grobe, Lara diejenige mit dem umtriebigen Verstand, den sie für Musik und Tanz ebenso nutzte, wie für sadistische Fantasien und deren Umsetzung.


Tournament of Honor – Tag Team Tourney Round 1 (8/16)
MUAH (Lina Colada & Tina Colada)
vs.
The Ambitious (Jasmine Drake & Lara Marín)


Die Coladas begannen engagiert mit ihrem Lucha Libre und konnten so die Fans für sich begeistern, was aber nicht allzu lange anhielt, da Jasmine und Lara sich einer ordentlichen Portion Härte bedienten und so den Frohsinn rasch beendeten. Klar, dass die Fans dies mit Buhrufen quittierten, sie hätten gern mehr Lucha von den Coladas gesehen und vor allem mehr Lucha gegen zwei Frauen von The Ambitious.
Natürlich sorgte das nur dafür, dass Jasmine und insbesondere Lara absichtlich unspektakuläres, hartes Brawling, Choking in den Seilen und dergleichen zeigten, um gleichzeitig den Coladas arg zuzusetzen und die Fans für ihre Buhrufe bestraften. Jasmine und Lara konnten ja durchaus auch spektakulärere Aktionen zeigen, aber warum durch die Luft fliegen, wenn Jasmine ebensogut einen Bear Hug zeigen konnte oder Lara Stomps auf Gliedmaßen verteilen konnte?
Die Zielstrebigkeit ging den Ambitionierten dann aber doch etwas verloren, insbesondere als dann auf der Einzugsrampe Mina Louise Stuart und der Rest des Stuart Royal Investigation Service auftauchte. Klare Geste: sollten die Ambitionierten hier eine krumme Tour planen, würden Mina & Co zur Tat schreiten und den Coladas helfen.
Das sorgte aber nur noch mehr dafür, dass Lara & Jasmine sich anschickten die Coladas zu vermöbeln, um zu demonstrieren, dass sie Hibaris Hilfe oder anderes grobes Cheating nicht nötig hatten. Das machten sie dann aber so ausgiebig, dass die Coladas noch einmal ins Match zurückfinden konnten: ein plötzlicher Dropkick von Lina gegen Jasmine, der diese gegen Lara knockte und Lara vom Apron in die Tiefe purzeln ließ und der nachfolgende Coladarana sorgten für verfrühten Jubel, aber es ging nur bis zwei.
Trotzdem konnte Lina mit Tina wechseln und diese weitere Kicks und Arm Dras gegen Jasmine zeigen, was diese sehr durcheinander brachte. Grund genug für Hibari einen Stuhl in den Ring zu schieben und somit den Ringrichter abzulenken, um dann rasch mit einem zweiten Stuhl auf dem Apron zu erscheinen und nach Tina zu schlagen. Das ging zwar vorbei, lenkte sie jedoch ab.
Und nun ging alles ganz schnell: Mina & Co eilten herbei, doch noch schneller eilte Jasmine von hinten zu Tina, die bekam aber eine warnende Geste von Mina Louise Stuart, wich aus, Jasmine knallte in Hibari hinein, Kopf gegen den Stuhl! Jasmine torkelte, Tina sprang auf ihre Schultern, erneuter Coladarana, Lina blockte Lara weg und das Cover ging bis drei durch!
Laras Augen weiteten sich vor Zorn in Richtung Hibari, die guckte nicht minder angesäuert zurück und Jasmine brummte der Schädel – das hätte jetzt kaum blöder laufen können, als es gelaufen ist. War vielleicht auch gar nicht nötig gewesen, aber der Konjunktiv interessiert nur noch die Ambitionierten, die sich selber geschlagen hatten, während beim Stuart Royal Investigation Service die Laune bestens war und mit einer Runde Bonus Tea Time gefeiert wurde. Backstage natürlich, nicht im Ring. In dem sollte ja nun der Main Event des Abends stattfinden, das letzte Einzelmatch der ersten Runde.


The Sun Rises

Zeit für den letzten Kampf des Abends, Zeit für eine weltbekannte Wrestlerin, die ihre Klasse im Ring überall schon bewiesen hatte, dem WFW Ring inklusive: „Skull Reaper“ Kana Asuka. Die farbenfrohe Empress of Tomorrow tänzelte in Kabuki Manier gen Ring, einen Main Event bestritt sie nicht zum ersten Mal in ihrer Karriere. Ihr Fernziel war nichts Geringeres als der Turniersieg und dazu galt es hier und jetzt den ersten Schritt zu machen. Die Fans empfingen sie mit angemessenem, respektvollem Applaus, während sie rätselten, wer eigentlich noch als Gegnerin übrig war, ein großer Name war es definitiv nicht.

Exceed

Die Gegnerin der erfahrenen Japanerin war eine ziemliche Newcomerin, die in erster Linie ob ihres Nachnamens für Aufsehen gesorgt hatte und nun sorgte, bei jenen, denen sie noch kein Begriff war: „Klang“.
„Klang“ klang nach Ingrid Anna Klang und in der Tat war die Frau mit dem rosigen Zopf und grünen Spitzen die Schwester der rot bezopften Riesin. Anders als diese und ihrem Faible für Kraft war Petra Phina Klang allerdings davon überzeugt, dass Geschwindigkeit die Allgemeinlösung für alle kämpferischen Angelegenheiten war. Wer nie getroffen wurde nahm keinen Schaden und konnte nicht verlieren und wenn mit genug Tempo etwas gerammt wurde, ging das zu Boden und blieb am Boden, so ihr Credo. In dieser Hinsicht war sie ganz die Schwester: Selbstzweifel gab es nicht. Ihre Gegnerin war also Kana Asuka – egal. Wenn InAnna Miu Mitsurugi besiegen konnte, dann konnte Petra Phina auch Kana Asuka schlagen, klare Sache. Zumindest im Kopf der zum Ring tanzenden Geschwindigkeitsfanatikerin.


Tournament of Honor – Temptation Tourney Round 1 (32/32)
„Skull Reaper“ Kana Asuka vs. Petra Phina Klang


Beide Frauen gingen aufeinander zu und musterten sich, ehe es so aussah, als ob es per Lock Up losgehen sollte – aber stattdessen trat Kana einen Roundhouse Kick, dem Petra per raschem Ducken auswich, wonach Kana ihre Gegnerin leicht diabolisch anlächelte und mit den Fingern zeigte, wie knapp das gewesen sei.
PP Klang hingegen wedelte verneinend mit dem Zeigefinger und bedeutete der Veteranin aus Japan, dass ihr Kick nie eine Chance gehabt habe zu treffen, weil Petra viel zu schnell für sie sei. Davon angestachelt zeigte Kana Asuka mehrere Kicks und Schläge und PP Klang machte sich einen Spaß daraus durch diese Attacken hindurch zu tanzen, nur um dann von einer plötzlichen Hip Attack überrascht und gerammt zu werden.
Man sollte meinen, dass Kana Asuka für Hüftstöße bekannt genug war, dass diese keine Überraschung sein sollten, aber es war müßig das zu vertiefen, auf jeden Fall hatte Kana nun ihre Lücke in Petras Deckung gefunden und setzte nach, mit klatschenden Kicks und dem Ansatz zum Cross Armbreaker; aus diesem wand sich Petra jedoch heraus und trat nun ihrerseits per Superkick zurück! In den Block und in die Legbar!
Aber ehe Asuka Bein und Knöchel ihrer Gegnerin richtig verbiegen konnte, hatte diese sich schon zu den Seilen orientiert und griff hinein. Kana setzte mit Hüftstoßen nach und setzte an zum German Suplex, Release Version. War vielleicht keine gute Idee, da Petra diesen stehen konnte, auch wenn sie danach kurz humpelte, ganz ohne war der Legbar dann auch nicht gewesen. Aber es reichte, um hochzuspringen, die Bein- und Fußpartie zupacken zu lassen, soll heißen: Poison Rana! Cover hinterher, aber nur bis zwei, womit jetzt eigentlich die beste Gelegenheit gewesen wäre selber einen Hold anzusetzen, aber Petra wollte nicht. Stattdessen nahm sie Anlauf und wollte dann Kana Asuka mit einem Bulldog aus dem Lauf auf die Matte hämmern. Der Wille war da, die Ausführung ging aber schief:
Asuka konterte in einer fließenden Bewegung in den innovativ benannten Asuka Lock!
War dies das Ende der Gegenwehr Petras?
Mitnichten – sie bewies ihre Biegsamkeit, indem sie aus ziemlich absurdem Winkel sich doch genug gebogen bekam, um mit den Zehenspitzen die Seile zu erreichen. Also musste Asuka lösen, machte das auch, aber nur, um per Buzzsaw Kick nachzusetzen. Dem wich Petra aber aus, klammerte sich im Sprung an Asuka und wollte eine Crucifix Bomb vollführen. Das war aber nicht genug Schwung und so wurde ein Samoan Drop von Asuka draus, die in der Folge erneut zum Cross Armbreaker ansetzte, aber wieder konnte sich Petra in die Seile winden.
Kana löste, nahm nun selber Anlauf, um eine Aktion mit Tempo zu zeigen, was nichts mit Taschentüchern zu tun hatte, außer dass die Fans von Petra nach der Aktion ihre Niederlage beweinen sollten. So der Plan, aus dem wurde aber nichts, weil Petra den Lauf von Asuka genau abpasste, sich unter deren Hip Attack hindurch duckte, auf den Apron schlüpfte, während Asuka ungebremst in die Seile prallte und dann gab es seitens PP Klang den Phenomenal Forearm!

Eins!
Zwei!
Nein!

Kana bekam die Schulter hoch, nicht der Upset für die Rookie, die hier definitiv nicht kämpfte wie eine Rookie und vielmehr per Dropkick in Asuka hineinsprang und so erneut flach legte. Zeit auf die nächstbeste Ringecke zu klettern, Ziel erfasst, Sprung: Last Dance aka Guillotine Legdrop! Aber daneben! PP Klang hielt sich das Gesäß, Asuka trat zu: Buzzsaw Kick und das war es dann wohl. Eins, Zwei, doch nicht drei!
Petra bewies Dickschädel und kam noch mal heraus, was Kana quasi dazu herausforderte den Dickkopf zu knacken. Nicht wortwörtlich natürlich, aber doch mehr oder minder vom Namen nach: Ansatz zum Brainbuster… aber geblockt von PP Klang und Konter: Gourdbuster! So auf die Nase zu fallen war nicht eingeplant gewesen und schmerzhaft wie überraschend zugleich für Kana, die nun auch noch auf allen Vieren den nächsten Superkick abbekam, wonach Petra dann doch mal eine Aktion ohne eigenes Tempo ansetzte. Piledriver? Powerbomb? Nicht so ganz, Schnellkraft war dann nämlich plötzlich doch im Spiel: Petra Phina wirbelte Kana nach oben und hämmerte sie unverzüglich per Facebuster auf die Matte! Eine Aktion, die manch einer als Kurutto Bomb kannte, Petra jedoch anders nannte, nämlich Oblivion Gust! So oder so, das war die finale Aktion. Das Cover ging bis drei und nach der riesigen Klang Schwester sorgte nun also auch die kleinere Klang Schwester für Aufsehen. Nicht, dass Petra Phina mit ihren 1,72 nun wirklich klein gewesen wäre, sie war nur klein verglichen mit ihrer Schwester InAnna, aber dies war kein kleiner, sondern ein großer Moment. Sie hatte gerade soeben eine absolute Größe des Sports besiegt und das ohne irgendwelche fiesen Tricks. Zugegeben, wie in manch anderer Konstellation hatte PP Klang den Vorteil, dass Kana Asuka kaum wusste, auf welche Manöver sie besonders Acht geben musste, aber das sollte Petra Phinas Erfolg nicht schmälern. Es war ein großer Sieg, der dafür sorgte, dass der Name „Klang“ nun dank ihr statt Ingrid in aller Munde war. Mit einem feschen Siegestänzchen feierte sie ihren Erfolg und genoss den Applaus des Publikums. Und mit ebendiesen Szenen ging der zweite Turniertag…

*OFF AIR*

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